Zu vermieten Mexikos Präsidentenmaschine soll zum Partyflieger werden

Eine luxuriöse Boeing 787 passt nicht zur Politik des mexikanischen Präsidenten. Deshalb sollte der Dienstjet veräußert werden. Doch weil sich kein Käufer findet, wird er nun anderweitig eingesetzt.
Präsidentenflugzeug am internationalen Flughafen Benito Juarez in Mexiko-Stadt (2020)

Präsidentenflugzeug am internationalen Flughafen Benito Juarez in Mexiko-Stadt (2020)

Foto: Marco Ugarte / dpa

Kaufen will es niemand – nun soll Mexikos Präsidentenflugzeug für Feiern und Betriebsausflüge vermietet werden. Zu dem Zweck werde der Flieger einem Unternehmen der Streitkräfte übergeben, das unter anderem mehrere Flughäfen verwaltet, sagte Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador am Montag in seiner täglichen Pressekonferenz.

Mit der Maschine könnten etwa Gäste zu einer Hochzeit oder zu einem 15. Geburtstag eines Mädchens, der in Lateinamerika oft groß gefeiert wird, in einen Touristenort wie Cancún geflogen werden, so López Obrador. Die Einnahmen sollen die beträchtlichen Instandhaltungskosten des Flugzeugs decken.

Der 68 Jahre alte Staats- und Regierungschef versucht seit seinem Amtsantritt vor mehr als drei Jahren, den Flieger loszuwerden. Für den linksgerichteten Populisten, der eine strenge Sparpolitik fährt, steht die luxuriöse Boeing 787 mit Platz für 80 Passagiere im krassen Gegensatz zur Armut, die in vielen Teilen Mexiko herrscht.

Der Dienstjet war zu einem Preis von rund 219 Millionen Dollar (derzeit etwa 199 Millionen Euro) für seinen Vorgänger, Enrique Peña Nieto, angeschafft worden. López Obrador nutzt Linienflüge und reist selten ins Ausland.

Als sich kein Käufer fand, dachte der Präsident öffentlich über eine Versteigerung des Fliegers nach. Das brachte ihm allerdings viel Spott ein. Stattdessen wurde im September 2020 eine symbolische Lotterie abgehalten, bei der es den ungefähren Gegenwert der Maschine zu gewinnen gab und das Flugzeug auf den Losen abgebildet war.

wit/dpa