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23. Oktober 2015, 15:22 Uhr

Tropensturm "Patricia" vor Mexiko

Häfen geschlossen, Soldaten im Einsatz

Alarmzustand in Mexiko: Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 325 Kilometern pro Stunde kriecht Hurrikan "Patricia" auf die Küste zu. Wichtige Häfen und Hotels schließen, die Regierung verlegt Soldaten in die Gefahrenzone.

Der Hurrikan "Patricia" vor der mexikanischen Pazifikküste ist der stärkste Wirbelsturm, der je am amerikanischen Kontinent registriert wurde. Das nationale Hurrikan-Zentrum in Miami warnt vor katastrophalen Folgen im Südwesten Mexikos. Die wichtigen Frachthäfen in den Städten Puerto Vallarta and Manzanillo wurden vorsorglich geschlossen.

Die Regierung verlegt viele Soldaten und Polizisten in die Gefahrenzone. Im Bundesstaat Jalisco im Westen des Landes werde ein Einsatzzentrum der Streitkräfte mit 2500 Soldaten eingerichtet, teilte die Nationale Sicherheitskommission am Freitag mit. Zudem werde ein Bataillon mit schwerem Gerät und Feldküchen für die Versorgung in die Region geschickt. Die Bundespolizei entsandte 400 Beamte, um den Bewohnern zu helfen.

Laut Berechnungen soll der Sturm am Freitagnachmittag (Ortszeit) auf die Küste treffen. "Patricia" erreicht Windgeschwindigkeiten von bis zu 325 Kilometern pro Stunde. Das Zentrum des massiven Wirbelsturms lag am Freitag etwa 250 Kilometer südwestlich von Manzanillo und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 19 Stundenkilometern in nordwestliche Richtung.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurden Hotels an den Stränden des Ferienorts Puerto Vallarta per Lautsprecher dazu aufgefordert, die Gebäude zu evakuieren. In den Straßen waren Polizeisirenen zu hören. Den Angaben zufolge schloss auch der Flughafen. Ladenbesitzer verbarrikadierten ihre Fenster. "Das Gefährlichste werden die starken Wellen und der Regen sein", zitierte Reuters einen 40-jährigen Verkäufer.

"Patricia" wird als Sturm der Kategorie fünf eingestuft. Laut der Weltorganisation für Meteorologie ähnelt seine Stärke der des Taifuns "Haiyan", der 2013 Teile der Philippinen verwüstete und dem mehr als 6000 Menschen zum Opfer fielen.

Die mexikanische Regierung rief für die Bundesstaaten Colima, Jalisco und Nayarit an der Pazifikküste den Notstand aus. Tourismusminister Enrique de la Madrid forderte die Menschen auf, die Gefahrenzone zu verlassen. "Das ist notwendig, aber es sollte mit Ruhe geschehen", sagte er im Fernsehen.

Der Wetterdienst warnte vor einem Anstieg des Wasserspiegels, der zu starken Überflutungen führen könnte. In mehreren Bundesstaaten wurde mit Niederschlägen von bis zu 500 Millimetern und bis zu acht Meter hohen Wellen gerechnet. Die Behörden warnten auch vor Erdrutschen.

kis/kes/dpa/AP/Reuters

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