Drogenkriminalität in Mexiko Unbekannte erschießen elf Menschen, darunter sechs Teenager

In einer indigenen Gemeinde in Zentralmexiko sind elf Leichen entdeckt worden. Sechs der Toten waren minderjährig – das Verbrechen soll im Zusammenhang mit Drogenkriminalität stehen.
Von Kugeln zerlöcherte Mauer in Michoacán, wo sich Vertreter verschiedener Drogenkartelle bekämpfen (Symbolbild)

Von Kugeln zerlöcherte Mauer in Michoacán, wo sich Vertreter verschiedener Drogenkartelle bekämpfen (Symbolbild)

Foto: ENRIQUE CASTRO / AFP

Während die Menschen in Mexiko den traditionellen »Tag der Toten« feiern, wird in dem von Drogenkriminalität zerstörten Land weiter gemordet.

In einem ländlichen Gebiet des Bundesstaates Michoacán wurden am Sonntagabend kurz vor Mitternacht elf Männer und Jungen erschossen aufgefunden. Unter den Getöteten waren sechs Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates mitteilte. Die Leichen sollen jetzt obduziert werden.

Bei dem Massaker in der Gemeinde Tangamandapio soll es sich den Ermittlern zufolge um eine Auseinandersetzung verfeindeter Drogenkartelle gehandelt haben. Am Tatort wurden ein Pick-up und mehrere Motorräder ohne Kennzeichen sichergestellt.

Michoacán ist einer der Bundesstaaten Mexikos, die am stärksten von der Gewalt im Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität betroffen sind. Am 18. Oktober hatte ein Angriff auf eine Bar in der Hauptstadt Morelia mit sechs Toten für Entsetzen gesorgt. Aufnahmen der Sicherheitskameras, welche die Tat aufzeichneten, hatten sich rasch in den Online-Netzwerken verbreitet.

Seit die Regierung in Mexiko-Stadt im Dezember 2006 eine umstrittene militärische Anti-Drogen-Operation gestartet hatte, wurden in dem Land mehr als 300.000 gewaltsame Todesfälle verzeichnet. Allein im vergangenen Jahr registrierten die Behörden mehr als 36.000 Morde.

ala/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.