Tote durch Wirbelstürme "Ingrid" und "Manuel" nehmen Mexiko in die Zange

Mehr als 20 Menschen starben, die Stromversorgung Zehntausender Haushalte brach zusammen: Die Stürme "Ingrid" und "Manuel" haben in Mexiko schwere Schäden angerichtet. Dabei hat "Ingrid" die Ostküste des Landes noch gar nicht erreicht.


Mexiko-Stadt - In Mexiko sind durch Stürme an der West- und Ostküste mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Im Westen des Landes traf der Tropensturm "Manuel" nahe der Stadt Manzanillo im Bundesstaat Colima auf Land, wie der Nationale Wetterdienst mitteilte. Im Inneren des Sturmes herrschten demnach Windgeschwindigkeiten von bis zu hundert Kilometern pro Stunde.

In der Küstenregion traten Flüsse über die Ufer, bei Erdrutschen wurden Straßen verschüttet und Telefonnetze brachen zusammen. Im Bundesstaat Guerrero mussten nach Angaben des Zivilschutzes vom Sonntag mehr als 2000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, 21.000 Haushalte waren ohne Stromversorgung. Die staatliche Ölgesellschaft Pemex teilte mit, dass im Golf von Mexiko aus Sicherheitsgründen drei Ölplattformen evakuiert wurden.

Im Badeort Acapulco wurden die Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Der Hafen der Stadt wurde für die Schifffahrt gesperrt. Die Behörden warnten Urlauber, sie sollten nicht an den Strand gehen. Zwei Segler wurden als vermisst gemeldet. Sechs Insassen eines Kleintransporters starben, als der Fahrer bei schlechter Sicht auf regennasser Straße auf dem Weg nach Acapulco die Kontrolle über das Fahrzeug verlor. Bei Erdrutschen kamen weitere sechs Menschen ums Leben.

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"Ingrid" und "Manuel": Wirbelstürme wüten in Mexiko

Über den Golf von Mexiko zog der Hurrikan "Ingrid" weiter in Richtung der mexikanischen Ostküste. Wie das US-Hurrikanzentrum (NHC) am Sonntag mitteilte, trifft der Sturm voraussichtlich am Montag auf Land. "Ingrid" hat bereits im Küsten-Bundesstaat Veracruz mindestens 20 Brücken beschädigt und mehr als 70 Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Die Behörden hatten dort bereits mehr als 6000 Menschen in Sicherheit gebracht, nachdem zwei Flüsse über die Ufer getreten waren.

Für den Küstenstreifen zwischen Cabo Rojo in Veracruz und La Pesca in Tamaulipas sprachen die Behörden eine Katastrophenwarnung aus. In mehreren Ortschaften wurden die Feierlichkeiten zum mexikanischen Unabhängigkeitstag abgesagt. Das Zentrum von "Ingrid" befand sich am Sonntagabend 110 Kilometer östlich von Tampico, die stärksten Windböen erreichten eine Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern. An der Küste wurde mit einem Hochwasser von 1,5 Meter über normal gerechnet.

ulz/dpa/AFP

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