Analyse zu Absturzursache MH370 soll unkontrolliert ins Meer gestürzt sein

Seit 32 Monaten rätseln Experten über die Absturzursache des Flugs MH370 der Malaysia Airlines. Eine neue Analyse aus Australien legt nahe: Die Boeing versank nach einem unkontrollierten Sturzflug im Meer.

Teil eines Steuerruders von Flug MH370
DPA/ Blaine Alain Gibson

Teil eines Steuerruders von Flug MH370


Am 8. März 2014 verschwand Flug MH370 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord vom Radar der Flugverkehrskontrolle. Das Wrack wird im Indischen Ozean westlich von Australien vermutet.

Jetzt haben Experten der australischen Behörde für Transportsicherheit (ATSB) eine neue Analyse vorgelegt. Darin heißt es, MH370 sei wahrscheinlich nach einem unkontrollierten Sturzflug im Meer versunken. Die neue Theorie zum Absturz widerspricht vorausgegangenen Hypothesen, wonach die Maschine kontrolliert an Höhe verloren habe. Der kanadische Flugunfallermittler Larry Vance etwa sagte dem SPIEGEL, er sei überzeugt, dass einer der Piloten die Maschine gezielt auf der Oberfläche des Ozeans habe landen wollen - damit sie untergeht.

Die australischen Experten zogen ihre neuen Schlüsse unter anderem aus der Untersuchung einer Landeklappe der Boeing, die in Tansania in Ostafrika angespült worden war. Sie sei wahrscheinlich nicht ausgefahren gewesen, teilte die australische Behörde mit. Piloten fahren die Klappe bei Landungen aus, um die Geschwindigkeit zu reduzieren.

"Dies bedeutet, dass die Maschine nicht auf eine kontrollierte Landung ausgerichtet war", sagte ATSB-Experte Peter Foley in Canberra. "Jeder kann seine eigenen Schlüsse daraus ziehen, ob jemand das Flugzeug am Ende unter Kontrolle hatte." Niemand weiß, was sich an Bord der Maschine abgespielt hat. Spekuliert wurde unter anderem, ob ein Pilot versuchte, die Maschine auf dem Meer zu landen. Warum die Maschine aber vom Kurs abwich, ist völlig ungeklärt.

SPIEGEL TV Magazin (23.03.2014)

ala/dpa

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