Mögliche MH370-Trümmer Wrackteil zur Analyse in Toulouse angekommen

Die Gendarmerie eskortierte das Trümmerteil von Paris nach Toulouse: Das auf La Réunion gefundene Wrackteil ist in Frankreich angekommen. Ab Mittwoch soll geprüft werden, ob es zum Unglücksflug MH370 gehört.

Transport des mutmaßlichen Trümmerteils von MH370: Von Paris nach Toulouse
DPA

Transport des mutmaßlichen Trümmerteils von MH370: Von Paris nach Toulouse


Das auf der französischen Insel La Réunion angeschwemmte Flugzeug-Wrackteil ist zur Untersuchung in Balma bei Toulouse eingetroffen. Experten wollen am Mittwoch mit der Analyse beginnen. Die Untersuchung soll klären, ob es vom Malaysia-Airlines-Flug MH370 stammt, der am 8. März 2014 vom Radar verschwand.

Das Trümmerteil - wahrscheinlich eine Flügelklappe - kam am frühen Samstagmorgen mit einem von La Réunion aus gestarteten Air-France-Flug auf dem Flughafen Orly bei Paris an. Anschließend brachte eine Polizeieskorte das Fundstück in das mehr als 650 Kilometer entfernte Toulouse in Südfrankreich.

Das Technikzentrum gehört zum französischen Verteidigungsministerium. Die Experten arbeiten im Auftrag der französischen Justiz, die im vergangenen Jahr ein Ermittlungsverfahren zum Fall MH370 eröffnet hat. Unter den 239 Menschen an Bord waren vier Franzosen.

Unter anderem könnte eine Analyse der an dem Wrackteil haftenden Muscheln zeigen, aus welchem Gebiet des Indischen Ozeans sie stammen. Auch könnte die Bruchstelle an dem Steuerruder nach Angaben von Jean-Paul Troadec, ehemals Chef der der französischen Behörde für die Untersuchung von Flugunfällen (BEA), Aufschluss darüber geben, ob es beim Aufprall auf dem Meer abgerissen war oder bereits in der Luft.

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Unterdessen haben Menschen auf der Insel La Réunion für die Opfer des abgestürzten Fluges MH370 eine Messe abgehalten. Die etwa 400 Teilnehmer des Gottesdienstes zeigten sich sehr bewegt. "Wir können diesem Fund in unmittelbarer Nähe unserer Gemeinde nicht gleichgültig gegenüberstehen und wollen unsere Unterstützung zum Ausdruck bringen und an die Opfer erinnern", sagte Pfarrer Guy Hoarau.

Nur wenige Hundert Meter von der Kirche Saint-André entfernt war vor wenigen Tagen das mutmaßliche Trümmerteil der seit knapp 17 Monaten vermissten Boeing 777 gefunden. Das Flugzeug der Linie Malaysia Airlines war am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Es wird vermutet, dass die Maschine vom Kurs abwich und nach stundenlangem Flug mit leerem Tank in den Indischen Ozean stürzte. Mehr als die Hälfte der Opfer waren Chinesen.

mka/dpa/Reuters/AFP

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