Angeschwemmt in Tansania Trümmerteil stammt höchstwahrscheinlich von Flug MH370

Experten gehen davon aus, dass ein in Tansania gefundenes Wrackteil von der verschwundenen Malaysia-Airlines-Maschine stammt. Angehörige der Passagiere protestieren gegen das geplante Ende der Suche nach dem verschwundenen Flugzeug.

In Tansania gefundenes Wrackteil
DPA/ATSB

In Tansania gefundenes Wrackteil


In Tansania ist ein Teil einer Flugzeugtragfläche angeschwemmt worden. Das Wrackteil stammt nach Einschätzung australischer Experten höchstwahrscheinlich von dem verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeug. Das teilte das australische Verkehrsministerium mit.

Das mehr als zwei Meter lange Trümmerstück wird in Australien von Luftfahrtexperten untersucht. Es war im Juni auf der Insel Pemba im ostafrikanischen Sansibar-Archipel entdeckt worden. Die Inselgruppe liegt Tausende Kilometer von der angenommenen Absturzregion entfernt. Die Untersuchungen an dem mutmaßlichen Wrackteil sollen weitergehen.

Die Boeing mit 239 Insassen wich am 8. März 2014 eine Stunde nach dem Start in Kuala Lumpur vom Kurs nach Peking ab und verschwand. Satelliten fingen Signale auf, die nahelegen, dass die Maschine noch sieben Stunden Richtung Süden flog. Wahrscheinlich stürzte sie, als der Treibstoff ausging, im Indischen Ozean westlich von Australien ab.

Es gibt Vermutungen, der Pilot könnte die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht haben.

Das 120.000 Quadratkilometer große Suchgebiet ist fast vollständig abgesucht. Bislang sind nur Trümmerteile an Küsten im südlichen Afrika angespült worden. Experten haben einige mit großer Wahrscheinlichkeit als Teile des Flugzeugs identifiziert.

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Die Suche soll voraussichtlich bis Dezember abgeschlossen sein. Forscher haben allerdings jüngst vorgestellt, wo sie weitergehen könnte.

Die Verkehrsminister der beteiligten Länder Malaysia, China und Australien hatten vor einer Woche angekündigt, die bislang mehr als 120 Millionen Euro teure Aktion danach bis auf Weiteres zu unterbrechen, wenn es keine neuen Erkenntnisse gebe.

Dagegen protestierten nun Angehörige der chinesischen Passagiere vor dem Außenministerium in Peking. "Mein Sohn ist in dem Flugzeug. Wie kann sich ein so großes Flugzeug einfach auflösen?", sagte der Vater Li Eryou (59). "Führende Politiker brechen ihr Versprechen, weiterzusuchen, bis sie Antworten finden."

Rund zwei Dutzend Familienmitglieder hatten sich versammelt, um Politikern einen Beschwerdebrief zu übergeben. "Wir sind sehr traurig und wütend über die gemeinsame Entscheidung der drei Länder", hieß es darin. "Wir wollen wissen, wer verantwortlich ist."

SPIEGEL TV Magazin (23.03.2014)

ulz/dpa

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jupiter_jones 29.07.2016
1. Zuordnung der Teile
Ich wundere mich, dass man die an Land gespuelten Teile nicht 100% zuordnen kann? Ich dachte immer es waere genau dokumentiert, welche seriennummern verbaut werden?
Hans58 29.07.2016
2.
Zitat von jupiter_jonesIch wundere mich, dass man die an Land gespuelten Teile nicht 100% zuordnen kann? Ich dachte immer es waere genau dokumentiert, welche seriennummern verbaut werden?
Wenn es sich nicht um ganze Baugruppen oder "Großteileteile" handelt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes um Bruchstücke, ist die exakte Zuordnung häufig sehr schwierig. Das auf Reunion gefundene Teil hatte im Innern eine Seriennummer, die der Boeing 777-200ER zugeordnet werden konnte.
rambazamba1968 29.07.2016
3. Crew und Passagiere
Es wird jedes Mal davon gefaselt, die Maschine wäre 7 Stunden in Richtung Süden unterwegs gewesen. Ich verstehe eine Sache nicht, die mal bitte ein Experte aufklären soll. Ich unterstelle den Passagieren Smartphones zu haben. Wie kann es sein, dass in sieben Stunden kein einziger Passagier das Smartphone gezückt hat, es angemacht hat und es geortet wurde. Genauso die Crew. Die muss doch spätestens nach zwei Stunden versucht haben, Hilfe zu rufen. Die bekommen doch am ehesten mit, wenn der Pilot durchdreht. Kein Zeichen von denen. Man kann heutzutage überall Smartphones orten. Nur diese Smartphones nicht? Für mich wurde das Flugzeug abgeschossen.
pythagoräische Bohne 29.07.2016
4. Seriennummer?
Zitat von Hans58Wenn es sich nicht um ganze Baugruppen oder "Großteileteile" handelt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes um Bruchstücke, ist die exakte Zuordnung häufig sehr schwierig. Das auf Reunion gefundene Teil hatte im Innern eine Seriennummer, die der Boeing 777-200ER zugeordnet werden konnte.
Ob es wirklich eine Seriennummer war, ist bis jetzt nicht klar, die Rede war von einer Nummer im Inneren, die mit der Seriennummer verknüpft werden konnte.
gierig_master 30.07.2016
5.
@rambazamba: In der Höhe, in der ein Flugzeug fliegt, kann man mit Handys nichts machen. Zudem befand sich das Flugzeug mitten über dem indischen Ozean. Es gibt einfach keine Empfangsmasten, die das Handy erreichen kann. Höchstens mit einem Satellitentelefon wäre es möglich irgendeine Verbindung mit der Außenwelt herzustellen, wobei man dazu freie Sicht zum Himmel braucht. Und da ich mal unterstelle, dass kein Passagier mal eben so ein Gerät griffbereit hat, gab es keine Kommunikation. Ich war von Anfang an der Meinung, dass es nur ein erweiterter Suizid sein kann, da alles andere unlogisch ist. Ein technischer Defekt ist auszuschließen, da die Maschine noch längere Zeit flog. Aus diesem Grund, kann es nur ein Suizid sein. Und wie man sieht, hat der Pilot seinen Flug auch fleißig geübt...
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