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Vermisste Boeing Chinesisches Flugzeug sichtet verdächtige Objekte

Bei der Suche nach der vermissten Boeing gibt es möglicherweise einen ersten Erfolg. Eine chinesische Militärmaschine habe verdächtige Objekte gesichtet, meldet die Nachrichtenagentur Xinhua. Bislang ist unklar, ob es sich um Trümmerteile eines Flugzeugs handelt.

Peking - Auf der Suche nach dem vermissten Flugzeug der Malaysia Airlines im südlichen Indischen Ozean hat die Besatzung einer chinesischen Militärmaschine "einige verdächtige Objekte" gesichtet. Das berichtet die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Wie der Xinhua-Reporter aus dem Flugzeug berichtete, seien "zwei vergleichsweise große, schwimmende Teile" sowie "viele kleinere, weiße Teile" verteilt in einem Radius von einigen Kilometern gesehen worden. Die größeren Objekte seien weiß und viereckig. Man habe die genauen Koordinaten an das australische Kommandozentrum und den chinesischen Eisbrecher "Schneedrache" weitergegeben, hieß es. Das Schiff habe seinen Kurs geändert und sei auf dem Weg in das Seegebiet.

Die beiden chinesischen Flugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76 hätten sich wieder auf den Rückweg nach Australien machen müssen, da der Treibstoff nicht länger ausreiche, schrieb Xinhua weiter. Die australische Seite sei gebeten worden, weitere Flugzeuge in das Gebiet zu schicken.

Keine Bestätigung aus China

Unklar ist bislang, ob es sich bei den gesichteten Teilen um Überreste von Flug MH370 handelt. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte, es gebe bislang keine Bestätigung für eine Verbindung zu dem verschollenen Flugzeug.

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Verschollenes Flugzeug: "Einige verdächtige Objekte"

Foto: Paul Kane/ Getty Images

Die australische Seesicherheitsbehörde Amsa teilte unterdessen mit, die chinesische Flugzeugbesatzung habe sie über ihre Sichtung informiert. Die möglichen Trümmerteile befänden sich innerhalb des aktuellen Suchgebiets, meldete Amsa per Twitter . Man werde nun versuchen, sie zu finden. Amsa koordiniert die Suchaktion, an der inzwischen mehrere Länder beteiligt sind.

Bereits zuvor hatte Australien angekündigt, das Suchgebiet ausdehnen zu wollen. Grund hierfür sind neue französische Satellitenbilder, die ihrerseits Trümmerteile zeigen sollen - allerdings in einem Gebiet etwa 850 Kilometer nördlich der bisher abgesuchten Seeregion. Australiens Vize-Ministerpräsident Warren Truss sprach von vielversprechenden Hinweisen, warnte aber gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen. Voraussichtlich werde sich das Wetter in der Region verschlechtern. "Es wird eine Herausforderung, aber wir werden dranbleiben."

Bereits seit Donnerstag überfliegen Flugzeuge aus den USA, Japan und Australien die entlegene Gegend 2500 Kilometer südwestlich der australischen Stadt Perth. Am Montag kam China mit zwei Militärmaschinen dazu, von denen eine nun offenbar die vielversprechenden Sichtungen meldete. China verstärkte zudem mit sieben Schiffen die Suche zu Wasser, an der auch australische und britische Marineschiffe beteiligt sind.

Spezialgerät zur Black-Box-Ortung eingeflogen

Die US Navy schickte unterdessen ein Spezialgerät zur Ortung des Flugschreibers in die Region. Dieser Schritt sei allerdings nicht als Bestätigung eines Fundes zu verstehen, teilte Kommandant Chris Budde in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters mit. Vielmehr handele es sich um eine vorsorgliche Maßnahme. "Wenn Trümmer gefunden werden, können wir auf diese Weise schnellstmöglich reagieren." Das Ortungssystem, das im Einsatz bei geringer Geschwindigkeit per Schiff durchs Wasser geschleppt wird, kann die Black Box in bis zu 6000 Metern Tiefe aufspüren.

Die Auswertung der Daten der Black Box, in der sich der Flugdatenschreiber und der Stimmenrecorder befinden, ist entscheidend für die Aufklärung eines Flugzeugunglücks. Darin wird neben den technischen Daten wie Flughöhe und Geschwindigkeit auch die Kommunikation im Cockpit aufgezeichnet. Die Black Box kann aber nur bis zu 30 Tage nach einem Unglück ein Signal aussenden - es bleiben daher weniger als zwei Wochen.

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Die Boeing 777-200 der Malaysia Airlines war am 8. März mit 239 Menschen an Bord auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Über die Ursachen gibt es nur Mutmaßungen. Sie reichen von technischen Problemen über Sabotage bis hin zu einer Entführung.

Seit Tagen wird nach Teilen gesucht, die auf chinesischen und australischen Satellitenbildern zu sehen waren. Am Samstag wurde zudem bei einem Überflug eine Holzpalette gesichtet. Am Sonntag teilte dann das malaysische Verkehrsministerium mit, neue französische Satellitenaufnahmen zeigten schwimmende Gegenstände im Suchgebiet. Das französische Außenministerium sprach später von "durch Satelliten erzeugten Radarechos". Es gebe aber noch keine genauen Bilder. Ein Radarecho ist ein elektronisches Signal, das Informationen über die Lage und die Entfernung eines Gegenstands enthält.

rls/wal/dpa/Reuters/AFP/AP
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