Michael Schumachers Familie "Wir sind zuversichtlich"

Mut machend: So beschreibt Michael Schumachers Familie den Gesundheitszustand des verunglückten Ex-Rennfahrers. Seit mehr als 70 Tagen beschäftigt sein folgenschwerer Skiunfall die Öffentlichkeit - und sorgt immer wieder für Spekulationen. Ein Überblick über die Fakten.

Ex-Formel-1-Pilot Michael Schumacher (2012): Kleine Anzeichen der Besserung
DPA

Ex-Formel-1-Pilot Michael Schumacher (2012): Kleine Anzeichen der Besserung


Grenoble - "Wir sind und bleiben zuversichtlich, dass Michael da durchgehen und aufwachen wird." Es ist eine verhalten positive Nachricht, ein Lebenszeichen, das Michael Schumachers Familie aus Grenoble sendet. Es gebe regelmäßig kleine Anzeichen, die Mut machten, heißt es in einer Mitteilung. Man brauche nun Zeit und vor allem Geduld.

Vor rund zweieinhalb Monaten hatte sich der 45-Jährige beim Skifahren im ostfranzösischen Méribel eine schwere Kopfverletzung zugezogen. Seither gibt es ständig Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, den Unfallhergang, die Ermittlungen. Was stimmt, was nicht?

Die Fakten im Überblick:

  • Was geschah genau?
    Am 29. Dezember stürzte Schumacher etwa viereinhalb Meter abseits der markierten Skipisten über einen Stein und schlug mit dem Kopf auf einen Felsen auf.
    Felsen auf der Unglückspiste: Als er verunglückte, fuhr Schumacher zwischen der "blauen", leichten Abfahrt (links) und der "roten", mittelschweren Abfahrt (rechts)
    AFP

    Felsen auf der Unglückspiste: Als er verunglückte, fuhr Schumacher zwischen der "blauen", leichten Abfahrt (links) und der "roten", mittelschweren Abfahrt (rechts)



    Sein Helm zersplitterte, er zog sich ein lebensgefährliches Schädel-Hirn-Trauma zu, woraufhin er in die Universitätsklinik von Grenoble gebracht wurde. Dort wurde er sofort notoperiert. Auch Wochen nach dem Unglück kann Schumachers Familie die schweren Folgen des Unfalls nur langsam begreifen - "weil es eine so banale Situation war, in der Michael verunglückte, nachdem er zuvor so viele brenzlige Situationen überstanden hatte", teilte seine Managerin Sabine Kehm nun mit.
    Rettungskräfte am Unfallort: Schumacher wurde nach Grenoble ins Krankenhaus geflogen
    Bulls Press/ News International/ The Sun

    Rettungskräfte am Unfallort: Schumacher wurde nach Grenoble ins Krankenhaus geflogen

  • Was haben die Ermittlungen ergeben?
    Die französische Staatsanwaltschaft hat die Untersuchungen zu Schumachers Skiunfall eingestellt. Es gebe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden, hieß es von den Ermittlern. Demnach waren die geliehenen Skier des Ex-Formel-1-Weltmeisters in gutem Zustand, die Pistenmarkierungen im Skigebiet korrekt. Schumacher sei nicht zu schnell gefahren und er sei absichtlich abseits der Piste unterwegs gewesen.

  • Wie ist Schumachers jetziger Zustand?
    Nach zwei Operationen versetzten die Ärzte Schumacher in eine Langzeitnarkose. Über weitere medizinische Eingriffe wurde nichts bekannt. Ende Januar leiteten die Mediziner seine Aufwachphase ein. Das heißt, seine Narkosemittel werden langsam herabgesetzt. Dieser Prozess kann sehr lange dauern. "Es war von Anfang an klar, dass dies ein langer und schwerer Kampf sein wird. Wir kämpfen ihn gemeinsam mit dem Ärzteteam, dem wir vertrauen", heißt es in der Mitteilung zu dem Gesundheitszustand von Schumachers Angehörigen. "Die Dauer spielt für uns keine Rolle."

  • Welche Informationen sind vertrauenswürdig?
    Angesichts der vielen Spekulationen um Schumachers Gesundheitszustand hat Managerin Kehm klargestellt, dass nur Informationen, die direkt von den behandelnden Ärzten oder Schumachers Management kommen, zu vertrauen ist. Immer wieder hatte sie Berichte angeblicher Freunde und Experten korrigieren müssen.

    Kehm bat die Öffentlichkeit zudem, die Privatsphäre der Familie zu berücksichtigen. "Man darf nicht vergessen, dass dies eine sehr intime und auch fragile Angelegenheit für Michaels Familie ist", so die Managerin. Schumacher sei ein Mann gewesen, der "sein Privatleben und seine Familie in all den Jahren aus der Öffentlichkeit herausgehalten und konsequent geschützt" habe. Gleichzeitig wisse es die Familie sehr zu schätzen, wie viel Anteilnahme ihr entgegengebracht werde.

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Schumachers Skiunfall: Folgenschwerer Sturz am Felsen

gam/dpa

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