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15. Juni 2002, 14:15 Uhr

Mick Jagger wird Ritter

Satisfaction

Mick Jagger (58) wird von Königin Elizabeth II. (76) wegen seiner "Verdienste um die Popmusik" zum Ritter geschlagen. Der Rock-Veteran, der sich künftig "Sir" nennen darf, zeigte sich am Samstag "glücklich und hocherfreut" über die Ehrung.

Ritterlich: Mick Jagger
REUTERS

Ritterlich: Mick Jagger

London - Ein Termin für die Verleihungszeremonie im Buckingham-Palast steht noch nicht fest. Jagger bereitet sich gegenwärtig auf seine nächste Konzert-Tournee im September vor.

Nach Paul McCartney, Elton John und Cliff Richard ist Jagger eine der letzten britischen Rock-Größen der 60-und 70er Jahre, denen die Ehrung zuteil wird. Die Verleihung des Adeltitels an Jagger zeigt nach Ansicht der "Times", dass das System der Ehrenauszeichnungen "lange nicht mehr so verstaubt ist, wie es einmal war."

"Ich werde mich deswegen nicht ändern und schon gar nicht zur Ruhe setzen", sagte Jagger der britischen Agentur Press Association. Er freue sich auf die US-Tournee mit seinem "Kindheitsfreund" Keith Richards und anderen Bandkollegen. "Die Ehrung ist eine große Anerkennung für das, was die Band über die Jahre hinweg erreicht hat."

Das System ist tot

Zu Zeitungsberichten, wonach seine Vorliebe für "Drogen, Sex und Rock'n'Roll§" den Adelstitel bisher verhindert habe, sagte Jagger: "Ich bin sehr glücklich über die Ehrung. Ob ich sie verdient habe oder nicht, ist nicht meine Sache." Seine Kinder hätten die Erhebung in den Adelsstand "lustig" gefunden. Der vier Jahre alte Gabriel, das jüngste Kind aus Jaggers Ehe mit dem Fotomodel Jerry Hall, habe in der Schule erzählt, sein Vater müsse nun immer in Ritterrüstung herumlaufen.

Die Ehrung stieß keineswegs auf ungeteilte Zustimmung. Rolling- Stones-Biograf Philip Norman kritisierte, Jagger habe "nie auch nur irgendetwas für dieses Land getan". Er könne sich nicht benehmen und sei nur aufs Geld aus: "Als er einmal Prinz Charles vorgestellt wurde, blieb er mit einer Hand in der Hosentasche stehen."

Die konservative Zeitung "Daily Mail" kommentierte: "Hier haben wir ein gutes Beispiel dafür, wie das System der Ehrenauszeichnungen von der Regierung von Tony Blair entstellt worden ist. Mit dieser Auszeichnung für Mick Jagger ist das System endgültig tot." Der Rockstar sei kein geeignetes Vorbild: "Sieben Kinder von vier Frauen und ständige Flirts machen ihn zu einem ungeeigneten Rollenmodell."

Ebenfalls mit dem Ritterschlag geehrt werden der ehemalige englische Fußball-Nationaltrainer Bobby Robson, der Theaterregisseur Trevor Nunn und der Künstler Peter Blake.

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