Mietrecht Sexsucht ist kein Kündigungsgrund

Ein Kölner Amtsrichter hat die Räumungsklage eines Vermieters zurück gewiesen. Er hatte einem Mieter wegen angeblicher "Sexsucht" kündigen wollen.


Köln - Eine vermeintliche "Sexsucht" des Mieters und damit die "Ausübung außerehelicher sexueller Vorlieben in den eigenen vier Wänden" sei kein Grund für eine fristlose Kündigung, hieß es in der Urteilsbegründung des Richters. (Az: 211 C 256/01).

Der Vermieter hatte behauptet, sein Mieter habe die Wohnung an Prostutierte untervermietet. In der Beweisaufnahme gab es dafür jedoch keine Anhaltspunkte. Vielmehr zeigte sich, dass der Mieter selbst mit mehreren Damen verkehrt haben könnte.

"Bloßes moralisches Unwerturteil" reiche für ein Räumungsurteil nicht aus, heißt es in der Begründung. Außerdem sei zu bedenken, dass sich die Wohnung in einem Viertel der Stadt befinde, das für sein Nachtleben bekannt sei. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.



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