#MilkCrateChallenge Ärzte warnen eindringlich vor neuem TikTok-Trend

Die jüngste TikTok-Challenge alarmiert Mediziner: Zahlreiche Menschen versuchen derzeit, eine Pyramide aus Milchkisten zu erklimmen. Die Folgen – ausgerenkte Schultern, gebrochene Handgelenke, Rückenmarksverletzungen.
Ein Mann fällt von einer Milchkisten-Pyramide in Kalifornien

Ein Mann fällt von einer Milchkisten-Pyramide in Kalifornien

Foto:

APU GOMES / AFP

Das Setting ist jedes Mal recht ähnlich: Aus Dutzenden Plastikmilchkisten wird eine Pyramide gebaut, die schon mal drei Meter hoch werden kann. Dann versucht eine Person, die wacklige Konstruktion auf der einen Seite zu erklimmen – und auf der anderen heil wieder herunterzukommen. In vielen Fällen fällt die Kistenpyramide erwartungsgemäß zusammen und die Person landet mal mehr, mal weniger sanft auf dem Boden. Meistens weniger.

Zahlreiche Videos von solchen Aktionen werden derzeit bei TikTok und anderen sozialen Plattformen hochgeladen und mit dem Hashtag #MilkCrateChallenge versehen, übersetzt etwa Milchkisten-Herausforderung. Was bei Nutzerinnen und Nutzern der Plattformen teils für viel Gelächter und Nachahmungsdrang sorgt, alarmiert nun allerdings Ärzte.

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»Es ist womöglich noch schlimmer als ein Sturz von einer Leiter«, sagte Shawn Anthony der »Washington Post« , er arbeitet als Unfallchirurg in einem New Yorker Krankenhaus und ist auf Sportverletzungen spezialisiert. Die Menschen, die er in den Videos gesehen habe »setzen ihre Gelenke einem noch höheren Verletzungsrisiko aus«, sagte Anthony.

Er verwies auch darauf, dass Krankenhäuser derzeit wegen der Coronapandemie ohnehin am Limit seien. Jeder müsse dazu beitragen, Ersthelfer und Gesundheitsdienstleister zu unterstützen, sagte Anthony. Und dazu gehöre auch, sich nicht an Aktionen zu beteiligen, »die das Gesundheitssystem zusätzlich belasten«.

Kolleginnen und Kollegen hätten über zahlreiche Verletzungen berichtet, die auf die Milchkisten-Challenge zurückgehen, darunter: ausgerenkte Schultern, Kreuzband- und Meniskusrisse, gebrochene Handgelenke und sogar Rückenmarksverletzungen.

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Die Zeitung sprach auch mit Henry Schuitema, der die Notfallaufnahme in einem Krankenhaus in New Jersey leitet. Er berichtete unter anderem von Patienten mit gebrochenen Rippen. Und machte TikTok und andere soziale Netzwerke dafür verantwortlich, gefährliche Trends wie die Milchkisten-Challenge zu bewerben. »Es sieht aus wie etwas Lustiges, aber echte Leute erleiden echte Verletzungen«, sagte Schuitema. So viele dieser Verletzungen ließen sich vermeiden, »wenn man bloß intelligent ist«.

TikTok selbst erklärte in einer Mitteilung an die Zeitung, man verbiete Inhalte, die gefährliche Aktionen fördern oder verherrlichen.

Tatsächlich ist die Milchkisten-Aktion nur das jüngste Beispiel von gefährlichen Trends auf der chinesischen Plattform. In den vergangenen Monaten ging dort beispielsweise auch die sogenannte Blackout-Challenge viral, bei der Nutzerinnen und Nutzer so lange die Luft anhielten, bis sie bewusstlos wurden. Vor etwa einem Jahr rannten junge Menschen für die »Kulikitaka-Challenge«  wild tanzend auf Kühe zu und luden Videos davon hoch.

aar
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