Milliardenerbe Gericht erkennt Anna Nicole Smiths Anspruch nicht an

Der Kampf um das Milliardenerbe ist noch nicht entschieden, doch Ex-Model Anna Nicole Smith hat eine wichtige Schlacht verloren. Nun steht ihr Vermögen auf der Kippe.


Anna Nicole Smith
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Anna Nicole Smith

Houston - Im Streit um das Milliardenerbe des Öl-Magnaten J. Howard Marshall sprach ein texanisches Geschworenengericht Marshalls jüngstem Sohn Pierce das alleinige Erbrecht des auf 1,6 Milliarden Dollar (rund 3,3 Milliarden Mark) geschätzten Vermögens zu. Die Geschworenen erkannten die Aussage des ehemaligen Playmates Smith, ihr Mann habe ihr die Hälfte seines Vermögens versprochen, nicht an. Der Entscheid hat jedoch vorerst keinen Einfluss auf ein Urteil eines kalifornischen Gerichts, das Smith zuvor ein Drittel von Marshalls Vermögen zugesprochen hatte.

Pierce Marshall hatte die Entscheidung des kalifornischen Gerichts bereits angefochten. Seine Anwälte erklärten nun, erst das Urteil des texanischen Gerichts mache eine Berufung gegen den Gerichtsentscheid möglich. Smiths Anwalt Tom Cunningham sieht seine Mandantin jedoch weiterhin im Recht. "Ich glaube nicht, dass sie damit Erfolg haben werden."

Im Jahre 1994 hatte die damals 26 Jahre alte Smith den 89-jährigen Marshall geheiratet. 14 Monate später erlag Marshall einem Herzinfarkt. Smith, die in Deutschland mit Dessous-Werbung für den schwedischen Mode-Konzern Hennes und Mauritz bekannt wurde, konnte vor dem Gericht in Houston jedoch keine Beweise für das Erbversprechen ihres Mannes erbringen. Die Geschworene Celia Mayfield sagte im Hinblick auf Smith: "Ich glaube, sie war nur auf sein Geld aus."

Auch der älteste Sohn des 1995 verstorbenen Milliardärs, Howard, wurde vom Gericht nicht als Erbe anerkannt. Er war von seinem Vater nach einem Streit enterbt worden. "Mein Bruder hatte 15 Jahre Zeit, um sich mit unserem Vater auszusöhnen. Doch er weigerte sich stets", teilte Pierce mit. Der jüngste Sohn hatte zunächst das gesamte Vermögen von Marshall Senior erhalten.

Das texanische Gericht entschied außerdem, dass Howard Marshall seinem Bruder, dessen Familie und Anwälten 35 Millionen Dollar (rund 73 Millionen Mark) an Schadenersatz und für Gerichtskosten zahlen müsse. Die Anwälte Howard Marshalls kündigten an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.



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