Milzbrand-Brief Sozialstrafe für makabren Scherz

Ein belgischer Angestellter legte seinem Kollegen einen Brief mit weißem Pulver auf den Schreibtisch. Nun erhielt er dafür die Rechnung: Für den bösen Anthrax-Scherz muss er 120 Arbeitsstunden am Gemeinwesen ableisten.


Milzbrand-Brief: Weißes Pulver war Zucker
AP/ FBI

Milzbrand-Brief: Weißes Pulver war Zucker

Brüssel - Auf dem Höhepunkt der weltweiten Furcht vor dem Milzbrand-Erreger hatte der Mitarbeiter eines Reise-Unternehmens in Brüssel seinem Kollegen nach Feierabend einen Brief mit weißem Pulver auf dem Schreibtisch hinterlassen. Als der Empfänger am anderen Morgen misstrauisch wurde und Alarm schlug, rückten die Polizei, die Feuerwehr und der Zivilschutz aus. Das Büro des Unternehmens wurde weiträumig abgesperrt. Das weiße Pulver war jedoch nichts anderes als Zucker.

Da der Absender seine Verfehlung einsah und Reue zeigte, verurteilte ihn das Gericht lediglich zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Er hätte mit bis zu drei Jahren Haft und etwa 1000 Mark Geldbuße bestraft werden können, berichtete die Agentur Belga am Montag.

Auch in Deutschland ist das Verursachen eines Milzbrand-Alarms teuer. Ein arbeitsloser Sozialpädagoge bescherte seiner schleswig-holsteinischen Heimatstadt Neumünster Kosten von 30.000 Mark. Anlässlich seines 30. Geburtstags hatte er 30 weiße Pakete verschickt.



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