Minutenprotokoll Benedikt ruft Katholiken zu Verbleib in der Kirche auf

Trotz Missständen sollten die Deutschen nicht aus der Kirche austreten - das war die Botschaft von Benedikts Predigt im Berliner Olympiastadion. Zehntausende lauschten den Worten des Papstes andächtig. Alle Höhepunkte im Liveticker.

Benedikt im Olympiastadion: Messe mit Zehntausenden Gläubigen
DPA

Benedikt im Olympiastadion: Messe mit Zehntausenden Gläubigen


+++ Merkel und Wulff verlassen das Stadion +++

[20:15] Nun haben auch Angela Merkel, Christian Wulff und die anderen Ehrengäste ihre Plätze verlassen. Es war eine Messe der Superlative: Mehr als 60.000 Gläubige kamen, 800 Priestern und Helfer verteilten die Hostien auf den Tribünen. 1500 Ministranten begleiteten die Feier, zwei große Chöre, ein Bläserensemble und eine moderne Band sorgten für die Musik. Die Menschen lauschten andächtig den Worten des Papstes, es gab keine Störungen.

+++ Ende der Messe +++

[20:08] Mit dem bekannten Kirchenlied "Großer Gott, wir loben dich" geht die Messe im Berliner Olympiastadion zu Ende. Benedikt hat den Segen gesprochen und winkt zum Schluss noch einmal ins Publikum. Die Gläubigen klatschen. Dann verlässt der Pontifex den Innenraum.

+++ Gläubige empfangen Kommunion +++

[19:48] Zehntausende Gläubige empfangen im Berliner Olympiastadion die Kommunion. Eine Frau in einem Krankenbett bekommt Brot und Wein von Benedikt persönlich. 80.000 Hostien lagen für die Teilnehmer der Messe bereit. Nach korrigierten Angaben sind rund 61.000 Menschen gekommen.

+++ Teil der Liturgie wird in lateinischer Sprache gehalten +++

[19:35] Einen Teil der Liturgie hält Benedikt in lateinischer Sprache. In Deutschland ist das heute nur noch in konservativen Kreisen üblich.

+++ Fürbitten werden vorgetragen +++

[19:24] Die Fürbitten werden von den Mitgliedern ausländischer Gemeinden vorgelesen.

+++ Stille im Olympiastadion +++

[19:22] Selten ist ein Fußballstadion so still: Nach der Predigt halten die Menschen im Olympiastadion inne.

+++ Benedikt predigt +++

[19.18] In seiner Predigt ruft der Papst die Katholiken auf, zur Kirche zu stehen. "In Christus bleiben heißt, auch in der Kirche bleiben", sagt Benedikt. Die Kirche sei das schönstes Geschenk Gottes. Sie dürfe nicht nur nach den Maßstäben und Gesetzen der vielen Organisationen innerhalb einer demokratischen Gesellschaft beurteilt und behandelt werden. Wer tiefer sehe, könne erkennen, dass die Kirche als "universales Heilssakrament" die Gläubigen mit Jesus Christus verbinde.

Kirchenfrust sei daher auch eine Folge falscher Erwartungen, predigte Benedikt. "Wenn dann auch noch die leidvolle Erfahrung dazukommt, dass es in der Kirche gute und schlechte Fische, Weizen und Unkraut gibt, und der Blick auf das Negative fixiert bleibt, dann erschließt sich das große und schöne Mysterium der Kirche nicht mehr."

Benedikt fügte hinzu: "Es verbreiten sich Unzufriedenheit und Missvergnügen, wenn man die eigenen oberflächlichen und fehlerhaften Vorstellungen von Kirche, die eigenen 'Kirchenträume' nicht verwirklicht sieht." Stattdessen sollten sich die Christen ermutigen: "Wir halten gemeinsam Stand gegen den Sturm und geben einander Schutz."

+++ "Große Freude" +++

[19.09] Benedikt sagt, der Besuch in Berlin und die Messe im Olympiastadion erfülle ihn mit "großer Freude" und "großer Zuversicht". Die Menschen im Olympiastadion lauschen den Worten des Pontifex andächtig.

+++ Benedikt spricht +++

[18:53] "Friede sei mit euch", ruft Benedikt den Gläubigen zu. Und die Menschen antworten : "Und mit deinem Geiste". Zuvor waren die Besucher im Olympiastadion aufgefordert worden, den Ablauf der Messe nicht zu stören und keine Protestplakate hochzuhalten.

+++ "Berlin ist keine gottlose Stadt" +++

[18:45] Erzbischof Woelki spricht auch deutliche Worte aus: "Heiliger Vater, Sie kommen heute in eine Stadt, in der nur noch etwa jeder Dritte einer christlichen Kirche angehört. Sie kommen in eine Stadt, die auch geprägt ist von Gottvergessenheit und von Atheismus." Allerdings suchten auch viele Menschen nach dem Glauben, so der Berliner Erzbischof. "Unsere Stadt ist also keine gottlose Stadt."

+++ Erzbischof dankt Benedikt +++

[18:35] Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki begrüßt den Papst. "Wir haben ihren Besuch ersehnt und erhofft. Danke, dass Sie gekommen sind, danke, dass Sie da sind", sagte Woelki. Die Besucher applaudieren laut. Ein deutscher Papst zu Besuch in Deutschland - das sei ein Jahrtausendereignis, so Woelki.

+++ Messe im Olympiastadion beginnt +++

[18.30] Die Messe in Berlin beginnt. Neben Merkel sind auch Bundespräsident Christian Wulff, Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) und viele Kabinettsmitglieder zum Papst-Gottesdienst gekommen. Wegen eines drohenden Regenschauers wurden an Besucher Regenumhänge verteilt. Die Messe wird von rund 800 Priestern und Helfern mitgestaltet.

+++ Merkel im Olympiastadion +++

[18:25] Kurz vor dem Start der Messe richten sich die Gäste auf Regen ein und ziehen Capes über. Ganz vorne sitzen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert (beide CDU).

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Staatsbesuch: Benedikt XVI. im Bundestag
+++ Wowereit nimmt Papst in Empfang +++

[18:15] Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit trifft mit dem Pontifex zusammen. Der SPD-Politiker, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, hatte bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dass er das Thema bei dem kurzen Treffen nicht ansprechen wird. Die katholische Kirche hält homosexuelle Beziehungen für Sünde.

+++ Proteste in Berlin +++

[18:13] Fast zeitgleich mit der Ankunft des Papstes im Olympiastadion ziehen mehrere tausend Demonstranten durch das Zentrum Berlins. Die Polizei spricht von 4000 Teilnehmern, die Veranstalter von 10.000. Ein Bündnis von knapp 70 Organisationen hatte unter dem Motto "Keine Macht den Dogmen" zu der Kundgebung aufgerufen. Laut Polizei blieb es friedlich.

+++ Benedikt segnet Kinder +++

[18:11] Auf seiner Runde durch das Stadion segnet der Papst mehrere Kinder in seinem Papamobil.

+++ Papst fährt im Papamobil ins Olympiastadion ein +++

[18:05] Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt seiner Messe im Berliner Olympiastadion die rund 70.000 Gäste begrüßt. Im schusssicheren Papamobil fuhr der 84-Jährige auf der Innenbahn einen sogenannten Giro - eine Runde, um den Gläubigen zuzuwinken. Das Olympiastadion, in dem sonst der Bundesligist Hertha BSC spielt, ist Kirchenangaben zufolge bis auf den letzten Platz ausverkauft.

insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
new-yorker 22.09.2011
1. Hier koennte ihr Sarkasmus stehen.
Zitat von sysopDie Rede im Bundestag ist absolviert, schon geht es für Benedikt XVI. weiter: In seinem Papamobil ist er*ins Berliner Olympiastadion eingefahren, wo er eine Messe halten wird. 70.000 Menschen feierten den Papst begeistert. Verfolgen Sie*das Geschehen im*Liveticker. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,787907,00.html
Und in China faellt alle paar Sekunden nen Sack reis um... Bei den Statistiken, wer ueberhaupt noch in der Kirche ist wundert mich, dass soein Trara um den Papst gemacht wird. Interessant ja, von nationaler Bedeutung, nein!
Spiegel-ohne-Leine 22.09.2011
2. .
Na ja, die Gläubigen sollen wohl unter sich bleiben in diesem Forum, warum sonst wurde meine ironische Kritik nicht gezeigt? Was in puncto Religion abgeht hierzulande, ist kaum mehr fassbar. Warum wird dieser Quatsch so promotet? Egal um welche Religion es sich handelt.
john_doe77 22.09.2011
3.
Zitat von new-yorkerUnd in China faellt alle paar Sekunden nen Sack reis um... Bei den Statistiken, wer ueberhaupt noch in der Kirche ist wundert mich, dass soein Trara um den Papst gemacht wird. Interessant ja, von nationaler Bedeutung, nein!
Steht ihnen ja frei das zu ignorieren.
Kassander, 22.09.2011
4. Woher dieses Fenster?
Ich sah gerade, dass die Katholische Kirche Berlins dem Herrn Benedikt ein Gefängnisfenster als Geschenk überreicht hat. Abgesehen von aller gewollter und ungewollter Symbolik: Woher hat die Kirche dieses Fenster? Stibitzt? Der Gefängnisverwaltung Berlins aus den Rippen geleiert? Wieso kann die katholische Kirche staatliches Eigentum verschenken?
ALG III 22.09.2011
5. Schweigen
Im BT hat er zu allen relevanten Fragen geschwiegen. Hoffentlich packt er wenigstens im Olympia-Stadion ein paar heisse Eisen an. Die grausame Tierquälerei in den Massenzuchtbetrieben Ostdeutschlands. Das Ausbluten der Hartz-IV-Generation. Die Not schlecht integrierter Migranten. Ich könnte noch mehr Themen nennen, die den Deutschen mehr unter den Nägeln brennen als Kelsens Unterscheidung zwischen Sein und Sollen.
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