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Minutenprotokoll Japan im Zeichen der Katastrophe

Am Tag nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami ist in Japan das Ausmaß der Katastrophe greifbar geworden. Zur Trauer um vermutlich mehr als 10.000 Tote kommt die Angst vor einer nuklearen Katastrophe im AKW Fukushima. Lesen Sie die Ereignisse im Minutenprotokoll nach.

Die Zusammenfassung zur aktuellen Lage finden Sie hier

+++ Bis zu 160 Personen Radioaktivität ausgesetzt +++

[22.37 Uhr] Die Zahl der Personen, die am AKW Fukushima Radioaktivität ausgesetzt worden sind, könnte nach Angaben der japanischen Atomaufsichtsbehörde bis zu 160 betragen. Bei neun Personen war bereits vermutet worden, dass sie der Strahlung ausgesetzt waren. Die Angaben stützen sich auf lokale Behörden.

+++ Bühnen und Parks geschlossen +++

[22.09 Uhr] Das öffentliche Leben in Japan ist nahezu vollständig zum Stillstand gekommen: Vorerst bleiben zahlreiche Museen, Theater und Konzerthallen aus Sicherheitsgründen geschlossen. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntagmorgen (Ortszeit). Demnach gab die Oriental Land Company, der Betreiber von Tokyo Disneyland und Tokyo Disney Sea, bekannt, die Themenparks für etwa zehn Tage zu schließen, um die Sicherheit der Gebäude zu kontrollieren. Mehrere Veranstalter von Konzerten, Musicals, Theater und Ausstellungen sagten ihre Veranstaltungen aus dem gleichen Grund ab.

+++ IAEA spricht von 140.000 Evakuierten +++

[21.55 Uhr] Die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA hat mitgeteilt, insgesamt seien bislang 140.000 Personen aus dem Gebiet des Atomkraftwerks Fukushima evakuiert worden. Innerhalb eines 20-Kilometer-Radius um die Anlage Fukushima 1 (Fukushima-Daiichi) seien etwa 110.000 Personen in Sicherheit gebracht worden. Im Umkreis von zehn Kilometern um die Anlage Fukushima-Daini seien 30.000 Personen evakuiert worden. "Die Evakuierungsmaßnahmen sind noch nicht komplett", teilte die IAEA mit. Sie berief sich bei ihren Auskünften auf Angaben der japanischen Behörden.

+++ Satellitenbilder zeigen Tsunami-Folgen +++

[21.34 Uhr] Satellitendaten aus Deutschland helfen bei der Bewältigung der Naturkatastrophe in Japan - und zeigen zudem, dass der Tsunami stellenweise bis zu fünf Kilometer ins Land vorgedrungen ist. "Wir können die schweren Schäden an Straßen, Brücken, Gebäuden gut erkennen. Dies sind wichtige Informationen für die Helfer vor Ort", erklärte Stefan Voigt, Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

+++ Deutsche Helfer in Japan angekommen +++

[21.29 Uhr] Die ersten deutschen Helfer sind in der Katastrophenregion eingetroffen. Sechs Experten des Technischen Hilfswerks (THW) sollen die Einsatzoptionen sondieren, damit das zweite THW-Team sofort mit der Arbeit beginnen kann.

+++ Greenpeace: Fünf von zehn Reaktoren ohne Kühlung +++

[21.19 Uhr] Neben der möglichen Kernschmelze in Reaktor 1 drohe in einem weiteren Reaktor des gleichen Kraftwerks ein ähnliches Szenario, sagte ein Greenpeace-Sprecher. Fünf der zehn Reaktoren in den beiden Kraftwerken seien ohne Kühlung, sagte er unter Verweis auf Informationen aus der Krisenregion. Angesichts der Verkettung unterschiedlicher Ereignisse sei die Lage womöglich außer Kontrolle. "Es ist dramatisch, weil derzeit scheinbar unkontrolliert Radioaktivität austritt."

+++ Mehr als 1800 Tote +++

[21.11 Uhr] Bei dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami kamen vermutlich mehr als 1800 Menschen ums Leben. Diese Zahl ergibt sich nach Meldungen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo vom Sonntagmorgen (Ortszeit) aus der bisher von der Polizei bestätigten Zahl von 687 Toten und der Zahl der Vermissten. Allerdings wird erwartet, dass die Zahl der Todesopfer steigen wird: Allein in der Ortschaft Minamisanriku in der schwer betroffenen Provinz Miyagi gab es von 9500 Menschen und damit von jedem zweiten Bewohner kein Lebenszeichen.

+++ Putin verspricht Japan Gas-Hilfe +++

[20.54 Uhr] Russlands Regierungschef Wladimir Putin hat versprochen, Japan notfalls mit Flüssiggas auszuhelfen. "Japan ist ein freundlicher Nachbar, und trotz einiger Probleme müssen wir gute Partner sein und alles Mögliche dafür tun, die Energieressourcen aufzufüllen", sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax. Nach Ansicht der staatlichen russischen Wetterbehörde Rosgidromet droht derzeit keine Gefahr für Russland. Der Wind wehe mögliche radioaktive Wolken auf den Pazifik hinaus, sagte der Chef der Behörde. "Es gibt keinen Grund zur Panik."

+++ ISU lässt Absage der Eiskunstlauf-WM offen +++

[20.40 Uhr] Der Eislauf-Weltverband ISU hat eine mögliche Absage der Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen in Tokio (21. bis 27. März) offen gelassen. Erst im Laufe der kommenden Woche solle eine Entscheidung getroffen werden, sagte ISU-Präsident Ottavio Cinquanta. Einige Teams seien bereits vor Ort.

+++ RWE-Vorstand: "Höchste Sicherheitsstandards für AKWs" +++

[20.29 Uhr] Der Technikvorstand des Energiekonzerns RWE, Gerd Jäger, sieht keinen Grund, die Laufzeitverlängerung für deutsche Meiler bis 2035 zu überdenken. In Deutschland würden "höchste Sicherheitsstandards für Kernkraftwerke angesetzt, und sie werden von uns erfüllt", sagte er der "Welt am Sonntag". Die Anlagen würden zudem "regelmäßig überprüft und kontinuierlich auch weiterentwickelt".

+++ Drohende Energiekrise +++

[19.59 Uhr] Der Tokio Tower, der Tsutenkaku Tower in Osaka, die Rainbow Bridge in Tokio und die Bay Bridge in Yokohama sind normalerweise über Nacht beleuchtet - doch alle Sehenswürdigkeiten Japans bleiben vorerst lichterlos. Die Regierung hat die Bevölkerung zum Stromsparen aufgerufen und Russland um erhöhte Energielieferungen gebeten, um eine Energiekrise abzuwenden.

+++ "Unglaubliche Katastrophe" +++

[19.49 Uhr] Die drohende Kernschmelze in Japan hat die Diskussion um die hessischen Atommeiler in Biblis neu belebt. Die Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke forderten erneut die baldige Abschaltung des AKW und wandten sich gegen die Verlängerung der Laufzeiten deutscher Reaktoren. "Das ist eine unglaubliche Katastrophe für die Menschen in Japan", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel. "Kein Atomkraftwerk der Welt ist gegen eine Kernschmelze ausgelegt - auch kein deutsches", betonte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin im Sender n-tv.

+++ Rettungsteams im Einsatz +++

[19.46 Uhr] Die japanische Armee hat für die Rettungsarbeiten bislang 50.000 Soldaten, Dutzende Schiffe und Hunderte Flugzeuge mobilisiert. Einem kurzfristigen Hilfsfonds für die Opfer hatte Japans Regierung jedoch eine Absage erteilt. Deutschland hat Dutzende THW-Mitarbeiter nach Tokio geschickt. Die USA schickten 150 Rettungshelfer, 75 Tonnen Bergungsausrüstung sowie eine Marine-Flotte in das Katastrophengebiet. Zahlreiche weitere Staaten stellten Hilfe bereit.

+++ Gute Nachrichten aus Miyagi +++

[19.29 Uhr] Laut der Zugbetreibergesellschaft Japan Rail sind die in der Präfektur Miyagi vermissten fünf Züge alle wieder aufgetaucht, nachdem jeglicher Kontakt abgebrochen war. Es gibt keine Meldungen über Verletzte, alle Fahrgäste sind in Sicherheit, die Zugbesatzung ist wohlauf.

+++ Möglicherweise deutscher Kerntechniker in Fukushima +++

[19.20 Uhr] Das Auswärtige Amt geht Hinweisen nach, wonach sich ein deutscher Kernenergietechniker im Katastrophengebiet rund um das AKW Fukushima aufhalten könnte. Man stehe mit dessen Angehörigen in engem Kontakt, sagte eine Sprecherin.

+++ Erste Maschine aus Tokio landet in München +++

[19.13 Uhr] In München ist eine erste Lufthansa-Maschine aus Tokio gelandet. Die etwa 300 Passagiere kamen mit der LH 715 gegen 19 Uhr an. Der Flieger war mit knapp eineinhalbstündiger Verspätung gestartet, da man derzeit etwa die vierfache Zeit brauche, um zum Airport zu kommen, so ein Sprecher. "Am Flughafen gibt es nach den Informationen, die wir haben, keine chaotischen Szenen. Es herrscht ruhiger, geordneter Betrieb. Aber die Wege dorthin sind sehr aufwendig."

+++ Merkel lässt deutsche AKW überprüfen +++

[19.11 Uhr] Merkel nach der Lagebesprechung mit dem Krisenstab: "Ich verstehe jeden, der sich in Deutschland Sorgen macht." Nach "menschlichem Ermessen" sei es jedoch nicht vorstellbar, dass Deutschland von der Katastrophe in Japan betroffen sei. "Wir sind zu weit entfernt." Zugleich kündigte sie eine Überprüfung der Sicherheitsstandards bei den deutschen Atomkraftwerken an. "Die Geschehnisse in Japan sind ein Einschnitt für die Welt." Wenn in einem hoch entwickelten Land wie Japan ein solcher Unfall passiere, könne "auch Deutschland nicht einfach zur Tagesordnung übergehen".

+++ Deutsches Team bricht Einsatz ab +++

[19.01 Uhr] Eine deutsche Hilfsorganisation hat wegen der Gefahr durch das schwerbeschädigte AKW ihren Einsatz in Japan vorerst abgebrochen. Ein Team der I.S.A.R. Germany (International Search and Rescue) aus Duisburg fliege aus Tokio wieder ab, ohne in die zerstörten Gebiete nahe des Erdbebenzentrums zu reisen, sagte ein Helfer. "Wir wissen nicht, was in den nächsten Tagen passiert mit den Atomkraftwerken. Da hat die Einsatzleitung entscheiden, dass Sicherheit vorgeht und wir nicht in das Land einreisen werden."

+++ Merkel drückt Mitgefühl aus +++

[18.58 Uhr] Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Japan - auch im Namen Deutschlands - ihr Mitgefühl ausgedrückt. "Wir sehen mit Schrecken, wie ein Erdbeben, ein Tsunami, Urgewalten der Natur, ein Land in die Katastrophe führt." Merkel sprach von einem "Stück Demut und Ehrfurcht" vor der Natur. Japan habe Tausende Tote zu beklagen. Das Ausmaß der Schäden und das Leiden seien enorm. "Wir stehen an der Seite Japans. Wir stehen bereit und helfen, wo wir helfen können."

+++ China hält an rasantem Atomausbau fest +++

[18.55 Uhr]: China will trotz des schweren Atomunfalls in Japan seine Kernkraftförderung vorantreiben, ließ die Regierung über die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua erklären. Das energiehungrige China will bis 2015 Dutzende AKW aus dem Boden stampfen, die zusammen eine Energieleistung von 40 Millionen Kilowatt erreichen sollen.

+++ Angst vor Atomkatastrophe +++

[18.44 Uhr] Noch immer ist unklar, ob und wie viel Radioaktivität ausgetreten ist. Nach Angaben der japanischen Regierung ist keine erhöhte Strahlung im Umfeld des Reaktorgebäudes Fukushima nachweisbar. Dagegen berichtete NHK, in der Nähe des Blocks 1 seien 1015 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden - eine doppelt so hohe Strahlendosis wie der Grenzwert bei einem atomaren Notfall. Betroffen vom Ausfall der Kühlanlage ist auch ein zweiter Reaktor der Anlage, die aus insgesamt sechs Meilern besteht. Die Weltgesundheitsorganisation geht bislang von einem "ziemlich geringen" Gesundheitsrisiko aus.

+++ Seniorenheim weggespült +++

[18.14 Uhr] In der Stadt Ofunato in der Präfektur Iwati wurde laut Behördenangaben ein Seniorenpflegeheim mit 30 Menschen von dem Tsunami weggespült, berichtet Kyodo.

+++ Millionen Menschen ohne Strom +++

[18.05 Uhr] Mehr als fünf Millionen Japaner bleiben in Folge des Erdbebens ohne Stromzufuhr, die japanische Regierung rief die Bewohner zum Energiesparen auf.

+++ Brennstäbe liegen zur Hälfte frei +++

[17.40 Uhr] Der Kühlwasserspiegel im Problemreaktor ist auf einen Stand von 1,7 Metern gesunken - die Brennstäbe sind etwa vier Meter hoch, liegen somit zur Hälfte frei, meldet die japanische Tageszeitung Asahi. Kernkraftbetreiber Tepco hatte angekündigt, den Reaktor mit Meerwasser runterkühlen zu lassen. Der Druck im Behälter ist der japanischen Atomaufsicht zufolge noch immer relativ hoch, die Temperatur nimmt den Angaben zufolge aber ab.

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Erdbeben in Japan: Der Tag nach dem Tsunami

Foto: AP/ Kyodo News

+++ Papst betet für Katastrophenopfer +++

[17.22 Uhr] Papst Benedikt XVI. spricht den Opfern der Erdbebenkatastrophe sein Beileid aus und sichert ihnen Beistand im Gebet zu. Er bete für die Toten und Trauernden, hieß es am Samstag in einem Beileidstelegramm.

+++ Nisa sieht "lokale Folgen" +++

[17.16 Uhr] Die japanische Atomaufsicht hat die Explosion in Fukushima als "Unfall" auf der internationalen Störfallskala eingestuft. Der Vorfall werde in die Kategorie Nummer vier der von null bis sieben reichenden Skala eingeordnet, teilte die Behörde mit. Nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz können Vorfälle in dieser Kategorie eingestuft werden, wenn es zu einer geringen Freisetzung von radiaktivem Material gekommen ist und "begrenzte Schäden am Reaktorkern" aufgetreten sind. Das Atomunglück von Tschernobyl war Stufe sieben, ein sogenannter "katastrophaler Unfall".

Experten sehen Kernschmelzen-Gefahr

+++ Experten sehen weiter Kernschmelzen-Gefahr +++

[17.07 Uhr] Der AKW-Betreiber Tepco und Strahlenschutzexperten der Atom- und Industriesicherheitsbehörde Nisa sind auf dem Reaktorgelände. Sie haben die Uran-Kernspaltungsprodukte Cäsium und Jod festgestellt. Daraus schätzen Tepco und Nisa die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze als hoch ein, berichten japanische Medien übereinstimmend.

+++ Japan bittet Russland um Energie +++

[16.28 Uhr] Energiekrise nach dem Beben: Russlands Vizepremier Igor Sechin teilt mit, Japan habe Moskau gebeten, seine Energielieferungen an Japan anzukurbeln. Sechin sagte, Russland könne seine Flüssiggaslieferung kurzfristig um 150.000 Tonnen erhöhen, auch erhöhte Kohle-Lieferungen seien in Planung. Das rohstoffarme Land gewinnt rund 30 Prozent seines Stroms aus den landesweit 54 Atomkraftwerken, elf davon sind seit dem Erdbeben vom Netz.

+++ Reaktor sollte im März vom Netz gehen +++

[16.23 Uhr] Der Problemreaktor im AKW Fukushima stand nach Angaben einer internationalen AKW-Datenbank kurz vor der Stilllegung. Der Reaktor 1 des Meilers Fukushima 1 sollte nach etwa 40 Jahren in diesem Monat den Betrieb einstellen; eine Datenbank des Forschungszentrums "Nuclear Training Centre" in Slowenien nennt als "erwartetes Datum der Stilllegung" den März 2011.

+++ Strahlenschutzteam eingetroffen

[15.45 Uhr] Die Lage in der Krisenregion Fukushima bleibt angespannt: Lange Schlangen bilden sich bei der Ausgabe von Trinkwasser, Verletzte werden per Helikopter abtransportiert. Ein Team von Strahlenschutzexperten untersucht die Situation rund um den Unglücksreaktor, berichtet der Sender NHK.

+++ Tsunami zerstört Küstenabschnitt auf Neuguinea +++

[15.31 Uhr] Der Tsunami im Pazifik hat in Indonesien einen Menschen getötet und etliche Häuser zerstört. Die Welle war etwa zwei Meter hoch, als sie gegen Mitternacht einen Küstenabschnitt in Papua auf der Insel Neuguinea überflutete, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Antara. Stunden zuvor hatte die Regierung die Tsunami-Warnung aufgehoben.

+++ AKW-Unfall treibt Atomkraftgegner auf die Straße +++

[15.08 Uhr] Etwa 60.000 Atomkraftgegner demonstrieren in Baden-Württemberg mit einer Menschenkette für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Auf einer Strecke von 45 Kilometern zwischen Stuttgart und dem Atomkraftwerk Neckarwestheim kamen damit etwa 20.000 Menschen mehr als erwartet.

+++ Drei Opfer radioaktiver Strahlung +++

[15.04] Wie der japanische Sender NHK berichtet, werden Menschen in einem Radius von zehn Kilometern um den Unglücksreaktor auf Strahlenschäden getestet. Von neunzig untersuchten Menschen sei bislang bei drei Patienten ein gesundheitsschädliches Strahlenniveau festgestellt worden.

+++ Westerwelle rät Deutschen zur Ausreise +++

[14.59 Uhr] Außenminister Westerwelle warnt Deutsche, die sich in Japan aufhalten: "Eine Ausreise mit kommerziellen Mitteln sollte in Erwägung gezogen werden, insbesondere mit Kindern". Westerwelle hat wegen der Ereignisse in Asien seine Ungarn-Reise abgebrochen.

+++ Neues Nachbeben gemeldet +++

[14.44 Uhr] Ein Nachbeben erschüttert den Nordosten Japans, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Die angegebenen Stärken schwanken zwischen 4,8 und 6,0. Es ist später Abend in Japan, Zehntausende Menschen werden die Nacht in Notunterkünften verbringen.

+++ Röttgen geht von Kernschmelze aus +++

[14.35 Uhr] Umweltminister Röttgen vermutet, dass es in Fukushima zu einer Kernschmelze gekommen ist. "Anhand der uns vorliegenden Informationen neigen wir dazu, dass dort eine Kernschmelze im Gange ist", sagte Röttgen dem WDR. Die japanische Regierung weist Berichte über eine Kernschmelze zurück: Bei der Explosion in Fukushima sei nur der Betonmantel, jedoch nicht die Stahlhülle um den Reaktor beschädigt worden, so die offizielle Ansage.

Sender meldet 10.000 Vermisste in Hafenstadt

+++ TV meldet 10.000 Vermisste +++

[14.32 Uhr] In der Hafenstadt Minamisanriku im Nordosten Japans werden 10.000 Menschen vermisst, berichtet der öffentlich-rechtliche Sender NHK - das wäre mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung von 17.000 Menschen in der Stadt.

+++ IAEA: Behörden verteilen Jod +++

[14.22 Uhr] Der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge geben die japanischen Behörden Jod an die Anwohner des AKW Fukushima 1 aus. Die IAEA erneuerte ihr Hilfsangebot an die japanische Regierung.

+++ US-Marine steuert japanische Küste an +++

[14.16 Uhr] Die US-Streitkräfte und amerikanische NGOs bereiten sich auf einem massiven Hilfseinsatz in den Krisenregionen vor. Mehrere Schiffe der Marine steuern Japan an, Hilfsorganisationen sammeln Spenden zur Unterstützung der Menschen in den am stärksten verwüsteten Gebieten. Rund 70 Rettungsteam auf der ganzen Welt stehen nach Uno-Informationen für Bergungsaktionen bereit.

+++ Krisengipfel in Brüssel +++

[14.14 Uhr] EU-Energiekommissar Günther Oettinger lädt Anfang kommender Woche zu einem Krisentreffen in Brüssel ein. Aufseher für die Nuklearsicherheit und Atomkraftwerkbetreiber werden über den Unfall und die Konsequenzen für Europa beraten, teilte die EU-Kommission mit.

+++ Wulff legt Schweigeminute ein +++

[14.11 Uhr] Bundespräsident Christian Wulff legte eine Gedenkminute für die Opfer des Erbebens und des Tsunamis in Japan ein. "Unser Mitgefühl gilt allen von dieser Naturkatastrophe betroffenen Menschen", sagte Wulff zum Auftakt einer Veranstaltung im oberfränkischen Naila. Das schreckliche Ereignis habe unendliches Leid verursacht. "Die Welt bietet unseren japanischen Freunden jegliche Hilfe an", betonte der Bundespräsident.

+++ Deutschland verspricht Katastrophenhilfe +++

[14.02 Uhr] Kanzlerin Merkel spricht angesichts der drohenden Atomkraftkatastrophe von einer "ungewöhnlichen, außergewöhnlich schwierigen Situation". Sie will auf einem Krisentreffen mit mehreren Bundesministern und Experten am Abend über die Lage in Japan beraten, für 18.45 Uhr ist ein öffentliches Statement geplant. Merkel sagte weiter, sie stehe in Kontakt zur japanischen Regierung. Katastrophen-Spezialisten seien auf dem Weg. "Wir denken an die Menschen und die Opfer in Japan".

+++ Frostiges Wetter für Erdbebenopfer +++

[13.53 Uhr] Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge müssen sich Hilfskräfte und Erdbeben-Opfer auf kalte, teils frostige Nächte einstellen. In der Nacht zum Samstag waren die Temperaturen nördlich von Tokio auf bis minus fünf Grad gesunken. Ab Montag erwartet der DWD Regen und Schnee. Die Temperaturen sollen fallen und im Norden tagsüber nur knapp über dem Gefrierpunkt liegen.

+++ Japan zieht sich von Tourismusmesse zurück +++

[13.47 Uhr] Der offizielle Japan-Stand auf der weltweit größten Reisemesse ITB ist seit dem Mittag geschlossen. Die Tourismusbranche des Landes hatte sich in Berlin auf 170 Quadratmetern präsentiert.

+++ Salzwasser soll Reaktorgehäuse runterkühlen +++

[13.40 Uhr] Die Betreibergesellschaft des beschädigten Atomkraftwerks Tepco erklärt, das Reaktorgehäuse des Meilers sei durch die Explosion nicht beschädigt worden. Die kritischen Brennstäbe würden nun mit Meereswasser runtergekühlt, teilte Japans Regierung mit. Der Füllvorgang werde fünf bis zehn Stunden dauern. Nach dem schwersten Erdbeben in der Geschichte Japans war die Kühlung des Reaktors ausgefallen. Dadurch droht eine Kernschmelze.

+++ Deutscher Atomexperte auf dem Weg nach Japan +++

[13.30 Uhr] Das Bundesumweltministerium wird noch im Laufe des Tages einen Experten für Reaktorsicherheit nach Japan schicken, berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf Regierungskreise.

+++ Zahl der Todesopfer steigt weiter +++

[13.17 Uhr] Während das Ausmaß der Katastrophe in den erschütterten und überschwemmten Regionen noch immer schwer zu kalkulieren ist, beziffert die japanische Nachrichtenagentur Kyodo die Zahl der Toten im Katastrophengebiet auf derzeit 1700. Die Agentur beruft sich auf Angaben der Polizei. 3000 Menschen konnten den Angaben zufolge bislang lebend gerettet werden.

Auswärtiges Amt rät von Japan-Reisen ab

+++ Millionenschäden an US-Westküste +++

[13.05 Uhr] Tsunamiwellen haben an der Westküste der USA Schäden in Millionenhöhe verursacht. Am schwersten betroffen war die US-Staaten Oregon und Kalifornien. Dort wurden noch am Freitag Boote und Hafenanlagen zerstört. In Crescent City im Norden Kaliforniens rollte eine etwa 2,5 Meter hohe Welle in den Hafen, 35 Boote wurden zerstört. Teile der hölzerne Hafenanlage gingen zu Bruch. Es gab keine Berichte von Verletzten.

+++ Unklare Infos zur Kernschmelze +++

[13.01 Uhr] Die Angaben zur Situation in Japan sind widersprüchlich: Die ARD meldet, die japanische Behörde für Kernkraftsicherheit habe offiziell eine Kernschmelze bestätigt. Japans Premier Naoto Kan weist diese Berichte jedoch zurück: "Nicht eine einzige Person wird wegen radioaktiver Strahlung gesundheitlich zu Schaden kommen", lässt er über seinen Sprecher mitteilen. Der japanische Fernsehsender NHK berichtet, die Außenhülle des Reaktorgebäudes in Fukushima sei schwer beschädigt.

+++ 45.000 Vermisstenmeldungen in 24 Stunden +++

[12.38 Uhr] Etliche Menschen in der Tsunami- und Erdbebenregion werden vermisst, der Google Personenfinder  verzeichnet mittlerweile 45.600 Einträge. Die Seite sammelt Informationen über den Aufenthaltsort oder Gesundheitszustand der Vermissten. Angehörige können eine Suchanzeige aufgeben, wer Informationen zu Personen hat, kann sie dort online stellen.

+++ Merkel beruft Krisengipfel ein +++

[12.28 Uhr] Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Guido Westerwelle und Umweltminister Norbert Röttgen wollen am Samstagabend bei einem Krisentreffen die Konseqenzen aus dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima erörten. Anschließend wird die Kanzlerin ein Statement zur Lage abgeben, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

+++ Japanische Atomaufsicht: Wohl keine schweren Schäden am AKW +++

[12.27 Uhr] Beamte der japanischen Atomsicherheitsbehörde glauben nicht, dass es am Gehäuse des Reaktors Nummer 1 im Kernkraftwerk Fukushima 1 zu ernsten Schäden gekommen ist. Zu dieser Einschätzung seien sie nach Prüfung jüngster Radioaktivitätswerte nach der Explosion vom Nachmittag (Ortszeit) gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Ein Regierungssprecher sagte: "Es hat eine Explosion gegeben, aber wir wissen nicht, ob der Reaktor selbst betroffen ist."

+++ Deutsche Helfer in Tokio eingetroffen +++

[12.19 Uhr] Ein Vorausteam der I.S.A.R. Germany Stiftung aus Duisburg ist am Samstag in der Erdbebenregion eingetroffen und soll die Lage erkunden. Die Helfer könnten auch einen möglichen Einsatz weiterer Spezialisten vorbereiten, erläuterte die Organisation. Auch Helfer des Technischen Hilfswerks und internationale Rettungskärfte sind bereits im Land.

+++ THW schickt weitere Helfer nach Japan +++

[12.14 Uhr] Das Technische Hilfswerk schickt weitere 40 Helfer nach Japan, gegen 13 Uhr wird das Team vom Frankfurter Flughafen starten, sagte Sprecher Oliver Hochedez SPIEGEL ONLINE. Damit sind vorerst 80 deutsche Helfer im Erdbeben- und Tsunamigebiet im Einsatz, "wir rechnen aber damit, dass noch mehr Mitarbeiter gebraucht werden", so der Sprecher.

+++ Behörden raten zur Einnahmen von Kaliumiodid-Tabletten +++

[11.58 Uhr] Die japanischen Behörden haben die Bevölkerung in der Umgebung des Kraftwerks Fukushima 1 dazu aufgerufen, Kaliumiodid-Tabletten einzunehmen, berichtet das ZDF. Die Tabletten sollen verhindern, dass sich radioaktives Iod, das über die Luft eingeatmet wird, in der Schilddrüse anlagert.

Laut Wolfgang Renneberg, ehemaliger Chef der Atombundesaufsichtsbehörde, seinen Schutzmaßnahmen bei einer Atomkatastrophe aber nur von begrenzter Wirkung. Die Bevölkerung bliebe nicht viel übrig, als sich in verschlossenen Häusern aufzuhalten und versuchen, die Häuser abzudichten, sagte Renneberg den Sender.

+++ Auswärtiges Amt rät von Japan-Reisen ab +++

[11.43 Uhr] Das Auswärtige Amt rät von nicht erforderlichen Reisen in den Großraum Tokio und den Nordosten Japans ab. Die Region um das beschädigte Kernkraftwerk Fukushima solle großräumig gemieden werden. "Deutschen wird dringend empfohlen, den Anweisungen der japanischen Behörden Folge zu leisten", heißt es in den am Samstag aktualisierten Reisehinweisen weiter. Hinweise auf deutsche Opfer der Erdbebenkatastrophe gebe es bislang nicht. Für Angehörige der rund 5000 in Japan lebenden Deutschen hat der Krisenstab des Auswärtigen Amts eine Telefonnummer eingerichtet: 030 - 5000 3000.

+++ Strahlung in Kraftwerksnähe steigt stark an +++

[11.35 Uhr] In der Nähe des Kraftwerkes messen die Behörden eine Strahlungsdosis von 1015 Mikrosievert. Das entspricht 1,015 Millisievert und damit knapp der Hälfte der durchschnittlichen Jahresdosis, der Menschen auf der Erde ausgesetzt sind. Innerhalb von zwei Stunden nehmen Menschen in der Umgebung des Kraftwerkes demnach nach derzeitigem Kenntnisstand die übliche Jahresdosis Strahlung auf.

+++ Behörden räumen 20-Kilometer-Radius um Unglücksreaktor +++

[11.14 Uhr] Evakuierungszone wird um die Atomanlage von Fukushima auf 20 Kilometer ausgeweitet, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Unterdessen hat die Behörde für Nuklear- und Industriesicherheit laut Fernsehsender NHK erklärt, zwei radioaktive Substanzen, Caesium und Jod, seien in der Nähe des Kraftwerkes Fukushima 1 festgestellt worden. Das deute darauf hin, dass einige der Metallbehälter mit Uranbrennstoff zu schmelzen begonnen haben.

+++ Ärzteteams richten Notfallzentrum ein +++

[11.06 Uhr] Die Regierung hat ein medizinisches Notfallteam zu dem Kraftwerk entsandt, für den Fall dass Menschen dort radioaktiver Strahlung ausgesetzt werden sollten. Zu dem Team gehören Ärzte, Pflegepersonal und Fachleute für die Messung von Radioaktivität. Sie sollen ihre Arbeit in einem Nuclear Desaster Response Center, fünf Kilometer vom Kraftwerk entfernt, aufnehmen, meldet der Fernsehsender NHK.

+++ Weitere Tsunamis könnten die Küste treffen +++

[10.58 Uhr] Der japanische Wetterdienst hat die Bevölkerung an der Pazifikküste vor weiteren möglichen Tsunamis gewarnt. "Die Wahrscheinlichkeit eines Tsunami mit einer Höhe von zehn oder mehr Metern wird geringer, aber wir fordern die Bevölkerung auf, sich weiter in Acht zu nehmen", sagte ein Sprecher. Wellen von drei Metern oder mehr könnten weiterhin die Küste von Tohoku treffen.

+++ Nissan und Honda stoppen Produktion +++

[10.40] Die japanischen Autokonzerne Nissan und Honda stellen nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami in Japan die Produktion in sämtlichen heimischen Fabriken ein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Hamsterkäufe und Flucht in Japans Süden +++

[10.36 Uhr] Augenzeugen in Japan berichten von Hamsterkäufen. Einige Bürger seien bereits Richtung Süden aufgebrochen, um sich vor der Atomkatastrophe im Nordosten des Landes in Sicherheit zu bringen.

+++ Regierungssprecher: "vermutlich sehr ernste Situation" +++

[10.28 Uhr] Ein japanischer Regierungssprecher hat die Lage nach der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima als eine "vermutlich sehr ernste Situation" bezeichnet. Er rief die Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben, meldete der Fernsehsender NHK.

+++ Atomenergiebehörde fordert "dringend" Aufklärung +++

[10.21 Uhr] Die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) verlangt von der japanischen Regierung "dringend" eine Stellungnahme zu den Medienberichten über eine Explosion im Atomkraftwerk von Fukushima. Das sagte eine Sprecher der Uno-Organisation in Wien. "Wir kennen die Medienberichte, und wir fordern dringend Informationen", sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Fernsehaufnahmen zeigen unterdessen eine hohe Dampfsäule, die über dem 40 Jahre alten Meiler aufsteigt.

+++ Radioaktivität entweicht +++

[10.06 Uhr] Kabinetts-Chef Yukio Edano bestätigt das Entweichen von Radioaktivität aus dem AKW Fukushima 1.

+++ Schlamm in den Straßen der Küstenstädte, kein Telefon, kein Strom +++

[10.01 Uhr] In den vom Tsunami getroffenen Städten an der japanischen Ostküste versuchen die Menschen, sich mit dem Nötigsten zu versorgen: In der Straßen der Stadt Sendai 130 Kilometer nördlich von Tokio steht das Wasser, Rettungskräfte sind mit Booten unterwegs. Nach wie vor gibt es keinen Strom, auch das Telefonnetz ist zusammengebrochen. Hunderte Menschen warten geduldig vor den wenigen Supermärkten, die am Samstag wieder geöffnet haben. Auch vor Tankstellen drängen sich Kunden - und so sieht es in vielen Städten nahe der verwüsteten Küste aus.

+++ Warnung an die Bewohner Fukushimas +++

[09.40 Uhr] Der japanische Fernsehsender NHK rät den Leuten in Fukushima, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Zudem sollten Türen und Fenster geschlossen sowie Klimaanlagen abgeschaltet bleiben. Menschen im Freien sollten sich wenn möglich die Atemwege mit Masken, Hand- oder Taschentüchern schützen. Der Sender hatte zuvor von einer Explosion im Kernkraftwerk Fukushima 1 berichtet, die Radioaktivität um die Anlage herum ist derzeit 20-mal höher als gewöhnlich.

+++ Reaktordach eingestürzt +++

[09.33 Uhr] Nach einer Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1 ist das Dach des Reaktorgebäudes eingestürzt. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji unter Berufung auf die Präfektur. Vier Personen seien nach der Explosion in ein Krankenhaus gebracht worden. Über ihren Zustand gibt es keine Angaben.

Schwere Explosion im AKW Fukushima

+++ Explosion in Kernkraftwerk - Kernschmelze befürchtet +++

[8.59 Uhr] In dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk in Fukushima hat sich am Samstagabend, Ortszeit, eine Explosion ereignet. Es habe Explosionsgeräusche gegeben, danach sei weißer Rauch aufgestiegen, berichtete der öffentlich-rechtliche TV-Sender NHK. In der Nähe des Atomkraftwerks sei radioaktives Cäsium festgestellt worden, berichtete Kyodo am Samstag unter Berufung auf die Atomsicherheitskommission. Es sei möglich, dass in dem Reaktor eine Kernschmelze ablaufe.

+++ Regierung korrigiert Angaben zum Erdbebengebiet +++

[08.58 Uhr] Laut dem japanischen Fernsehsender NHK World hat sich das Erdbeben in einem weitaus größeren Gebiet ereignet als zunächst angenommen. Dies gehe aus Informationen der Regierung hervor.

+++ Finanzminister hält Notetat für unwahrscheinlich +++

[08.22 Uhr] Trotz der schweren Schäden, die der Tsunami und das Erdbeben in Japan angerichtet haben, sei ein Notetat für die Opfer im März unwahrscheinlich. Das erklärte Finanzminister Yoshihiko Noda.

+++ Beben legt Autoindustrie lahm +++

[08.19 Uhr] In zwei hauptsächlich für den Export arbeitenden Toyota-Fabriken ruht die Arbeit. Über die Wiederaufnahme sei noch nicht entschieden, teilte der weltgrößte Autobauer mit. Nissan Motor und Honda Motor stoppten die Arbeit in je vier Inlandswerken, die im Katastrophengebiet liegen.

+++ Japanisches Militär unterstützt Rettungsaktionen +++

[07.33 Uhr] Japan stellt ein großes Militäraufgebot für Rettungsaktionen auf. Ministerpräsident Naoto Kan schickt 50.000 Soldaten, 190 Militärflugzeuge und 25 Schiffe in die vom Erdbeben betroffenen Gebiete. "Die meisten Häuser an der Küstenlinie sind weggespült worden", sagte Kan nach einem Helikopterflug über die Unglücksregion. Ganze Dörfer waren vom Tsunami hinweggespült worden, viele Zufahrtswege sind blockiert oder zerstört.

+++ Cäsium tritt aus AKW Fukushima 1 aus +++

[06.29 Uhr] In der Nähe des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima wird radioaktives Cäsium festgestellt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Atomsicherheitskommission. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kernbrennstäbe des Reaktors schmölzen, sei hoch, meldet die Agentur Jiji unter Berufung auf die Atombehörde. Möglicherweise seien sie sogar schon geschmolzen. Der Betreiber hat daran gearbeitet, den Druck aus dem Reaktorgehäuse abzulassen, um eine Kernschmelze zu verhindern.

Nach der Naturkatastrophe war das Kühlsystem des AKW ausgefallen. Bis Samstag war es nicht gelungen, die Störung zu beheben. Ein Stromausfall kann für Atomkraftwerke gefährlich sein, weil für Turbinen, Ventile und die Zuleitung von Kühlwasser Energie benötigt wird - entweder von außen oder mit Hilfe eines eigenen Notstromaggregates. Insgesamt gilt für fünf Reaktoren in zwei Atomkraftwerken der Notstand. Tausende Menschen wurden evakuiert.

+++ Neuseeland und Japan stellen Suchtrupps bereit +++

[06.21 Uhr] Neuseeland sendet ein Team mit 48 Rettungskräften nach Japan. Sie sollen nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami bei der Suche nach Überlebenden helfen, teilt Premierminister John Key mit. Auch Australien bietet der japanischen Regierung Rettungstrupps sowie Polizisten und medizinisches Personal an. "Wir stehen an der Seite Japans und tun alles, um zu helfen", sagte Premierministerin Julia Gillard.

+++ Japanische Behörden veröffentlichen Opferzahlen +++

[05.59 Uhr] Nach vorläufigen Angaben der Polizei gibt es insgesamt rund 1400 Todesopfer und Vermisste. Mindestens 613 Menschen starben demnach in den verschiedenen vom Erdbeben und Tsunami betroffenen Regionen im Norden und Osten Japans. 784 Menschen wurden als vermisst gemeldet, die Zahl der Verletzten gibt die Polizei mit 1128 an. Mehr als 215.000 Menschen fanden nach dem Unglück Zuflucht in Notunterkünften.

+++ Neuer Erdstoß erschüttert Nordosten Japans+++

[05.44 Uhr] Ein Erdstoß der Stärke 6,8 erschüttert Japan. Das Epizentrum liegt laut US-Erdbebenwarte praktisch in der gleichen Gegend vor der Nordostküste des Landes wie das Erdbeben der Stärke 8,9 vom Freitag. Über weitere Schäden ist zunächst nichts bekannt. Insgesamt gab es mehr als 50 Nachbeben. Sie erschwerten die Rettungsarbeiten.

jjc/amz/cht/suc/csi/han/dpa/dapd/Reuters
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