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11. März 2011, 08:48 Uhr

Minutenprotokoll

Nachbeben lassen Japan wieder zittern

Am Morgen nach der Katastrophe werden in Japan die dramatischen Verwüstungen sichtbar: Noch immer brennen Feuer, eine 25.000-Einwohner-Stadt wurde von dem Tsunami fast komplett zerstört - und die Erde bebt immer wieder von Neuem. Lesen Sie die Ereignisse im Minutenprotokoll nach.

+++ USA schicken Katastrophenhelfer nach Japan +++

[00.25 Uhr] Um die Such- und Rettungsmaßnahmen nach dem gewaltigen Erdbeben zu unterstützen, entsenden die USA rund 140 Katastrophenhelfer nach Japan. Die Teams würden zudem 75 Tonnen Hilfsmaterial und Suchhunde mit in das Land bringen, teilte die US-Behörde für Internationale Entwicklung mit.

+++ Auch in zweiter Atomanlage machen Reaktoren Probleme +++

[00.12 Uhr] Laut Betreiberunternehmen Tepco weisen jetzt auch drei Reaktoren an der zweiten Anlage, Fukishima 2 (Daini), Störungen auf. Dem Unternehmen zufolge könne der Druck in einigen Reaktoren nicht mehr kontrolliert werden. Die japanische Regierung hat daraufhin auch dieser Anlage den Notstand ausgerufen. Fukushima 2 liegt rund elf Kilometer von der Anlage Fukushima 1 (Daiichi) entfernt, in der von einem beschädigten Reaktor Druck abgelassen werden soll.

+++ Evakuierungsbereich um Atomkraftwerk wird ausgeweitet +++

[23.33 Uhr] Japans Premierminister Naoto Kan hat den Evakuierungsbereich um das Atomkraftwerk Fukushima ausgeweitet. Er forderte die Menschen in einem Radius von 10 Kilometern um das Kraftwerk auf, sich in Sicherheit zu bringen. Zuvor waren die Menschen bereits in einem Umkreis von drei Kilometern aufgerufen worden, ihr Haus zu verlassen.

+++ Die Erde bebt am Morgen immer wieder +++

[23.22 Uhr] Am Morgen (Ortszeit) nach dem verheerenden Beben zittert die Erde in weiten Teilen des Inselreiches Japan immer wieder. Der Großraum Tokio wurde kurz nach 6.00 Uhr morgens (Freitag 22 Uhr MEZ) von einer weiteren schweren Erschütterung heimgesucht. Auch die Provinz Nagano wurde von starken Nachbeben erschüttert. An mehreren Stellen brannten weiter Feuer. Das japanische Fernsehen zeigte kurz nach Sonnenaufgang Bilder von großflächigen Überschwemmungen an der Küste des Landes. Die Stadt Rikuzentakata mit etwa 25.000 Einwohnern wurde nach Angaben der Feuerwehr fast vollständig von dem verheerenden Tsunami am Vortag zerstört.

+++ Radioaktivität steigt in und außerhalb des Atomkraftwerks +++

[23.15 Uhr] Im Kontrollraum des japanischen Atomkraftwerks Fukushima Nummer 1 ist die Radioaktivität auf das 1000-Fache des normalen Werts gestiegen. Möglicherweise könne Radioaktivität auch aus der Anlage ausgetreten sein, berichtete die Agentur Kyodo am Samstagmorgen (Ortszeit) und berief sich auf die nationale Atomsicherheitsbehörde. Außerhalb der Atomkraftwerks sei die Strahlenbelastung um das achtfache höher als normal.

+++ Im beschädigten Atomreaktor wird Druck abgelassen +++

[22.50 Uhr] Japan hat sich entschlossen, in dem vom Erdbeben beschädigten Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima Druck abzulassen. Dies berichtete die Internationale Atomenergiebehörde IAEA am Freitagabend in Wien unter Berufung japanische Behörden. Der kontrolliert freigesetzte Dampf solle demnach gefiltert werden, um Radioaktivität in der Anlage zu halten. Nach einer Experteneinschätzung aus Wien ist es aber unwahrscheinlich, dass in solch einer Situation keinerlei Radioaktivität freigesetzt wird.

+++ Ecuador ruft Ausnahmezustand aus +++

[22.36 Uhr] Aus Angst vor einer Tsunami-Welle hat Ecuadors Präsident Rafael Correa laut BBC den Ausnahmezustand ausgerufen und die Menschen aufgefordert, sich ins Landesinnere zu begeben. Das Risikogebiet betreffe auch die Galapagos-Inseln, Heimat vieler vom Aussterben bedrohter Tierarten. Die staatliche Ölgesellschaft Petroecuador hat vorsichtshalber ihren Schiffstransport unterbrochen.

+++ Feuer wüten in japanischer Stadt +++

[22.25 Uhr] Die Stadt Kesennuma im Nordosten Japans steht in Flammen: Nach dem verheerenden Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami breiten sich jetzt Feuer in der 74.000-Einwohner-Stadt aus. Ein Drittel von Kesennuma sei bereits betroffen, meldet die japanische Nachrichtenagentur Jiji.

+++ Kalifornier werden von Welle ins Meer gerissen +++

[22.15 Uhr] Tsunami-Wellen haben am Freitag an der kalifornischen Küste Schäden angerichtet: Der nordkalifornische Ort Crescent City wurde von über zwei Meter hohen Wellen getroffen. "Über 30 Boote im Hafen wurden beschädigt, Anlegestellen sind zu Bruch gegangen", sagte Joe Young von der örtlichen Katastrophenbehörde. Auch im Hafen von Santa Cruz, südlich von San Francisco, drückten die Flutwellen Yachten in die Holzstege, zahlreiche Boote wurden losgerissen. Tausende Schaulustige ignorierten Warnungen der Behörden und schauten sich das Naturspektakel entlang der Küste an. An einem Strand in Nordkalifornien wurden drei Männer von einer Welle ins Meer gerissen, berichtete der Radiosender KCBS. Zwei konnten sich an Land retten, einer wird offenbar noch vermisst.

Vorsorgliche Evakuierungen in Chile und Ecuador

+++ Vorsorgliche Evakuierungen in Chile und Ecuador +++

[20.37 Uhr] Angesichts der Tsunami-Gefahr an der Westküste Südamerikas haben in Chile und Ecuador vorsorglich tausende Menschen ihre Wohnorte am Pazifik verlassen. In Chile wurden etwa 4500 Bewohner der wegen ihrer Steinfiguren weltberühmten Osterinsel auf den Flughafen der Insel gebracht. Dort seien die Menschen in Sicherheit, "da das Gelände 47 Meter über dem Meeresspiegel liegt", sagte der Minister für öffentliche Bauten, Hernán de Solminihac.

+++ Starkes Nachbeben erschüttert Japan +++

[20.08 Uhr] Der Norden Japans ist in der Nacht zum Samstag von einem weiteren schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Beben habe eine Stärke von 6,6 gehabt, meldete der Fernsehsender NHK. Es brachte Gebäude in Tokio ins Wanken. Sein Zentrum lag etwa 170 Kilometer nördlich der Hauptstadt in zehn Kilometern Tiefe.

+++ Japan bittet Europäische Union um Hilfe +++

[19.45 Uhr] Japan hat die Europäische Union offiziell um Katastrophenhilfe gebeten. Die Regierung in Tokio brauche vordringlich Such- und Rettungstrupps, vor allem Suchhunde zum Aufspüren von Verschütteten, teilte die EU-Kommission am Freitagabend in Brüssel mit. Zugleich aktivierte die EU-Kommission den sogenannten "Zivilschutzmechanismus". Dies bedeutet, dass sie für 31 Staaten (die 27 EU-Länder sowie Island, Kroatien, Liechtenstein und Norwegen) die Hilfeleistungen koordiniert. Damit soll verhindert werden, dass sich Hilfen überschneiden oder vorhandene Fähigkeiten ungenutzt bleiben.

+++ Japanische Regierung warnt vor weiteren Tsunamis +++

[19.34 Uhr] Die japanische Regierung hat in der Nacht zu Samstag vor weiteren Tsunamis gewarnt. Das meldete der Fernsehsender NHK.

+++ Raffinerie in Flammen +++

[19.25 Uhr] In der Stadt Ichihara an der Bucht von Tokio ist nach einem Bericht der Zeitung "Asahi" in einem Erdölkombinat ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen springen demnach auf weitere der kugelförmigen Tanks über. Immer wieder kommt es zu Explosionen. Das Feuer ist in der Nacht weit zu sehen und hat offenbar auch schon auf Wohnhäuser übergegriffen. Hier hat vor wenigen Stunden der Tsunami gewütet. Die Löschfahrzeuge der Feuerwehr sind überfordert, es ist nicht zu sehen, wo die Grenzen zwischen Meer, Schlamm und Festland verlaufen.

+++ Sieben Millionen Haushalte ohne Strom +++

[19.09 Uhr] Nach Angaben der Polizei in der Präfektur Miyagi sitzen im Sportstadion Shitsugawa Bayside Arena etwa achthundert Menschen fest, während Flammen von Feuern in der Umgebung näher rücken. Die Zeitung "Mainichi" berichtet, dass in der Stadt Sendai in 362.000 Haushalten die Gasversorgung unterbrochen sei. Im Nordosten Japans und der Gegend um Tokio seien 80.000 Menschen ohne Wasserversorgung. Das Mobilfunknetz sei stark eingeschränkt, weil 4400 Sendemasten außer Betrieb seien. In sieben Millionen Haushalten sei der Strom ausgefallen.

+++ Merkel sagt Hilfe aus Deutschland zu +++

[19.03 Uhr] Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Japan die Hilfe Deutschlands zugesagt. "Wir sind bereit, alle uns mögliche Hilfe zu leisten", sagte Merkel nach einem EU-Gipfel am Freitag in Brüssel. "Deutschland wird alles dafür tun, nicht nur in den nächsten Tagen, sondern sicherlich auch längerfristig am Wiederaufbau mitzuarbeiten." Es gebe viele Tote zu beklagen und das gesamte Ausmaß der Katastrophe werde sicherlich erst in den kommenden Stunden sichtbar.

+++ USA entsenden Flugzeugträger +++

[18.58 Uhr] Nach Aussage von US-Präsident Barack Obama schicken die USA unter anderem einen Flugzeugträger nach Japan, um die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.

+++ Obama bietet Japan Unterstützung an +++

[18.48 Uhr] US-Präsident Barack Obama hat nach eigener Aussage dem japanischen Premierminister Naota Kan jede Hilfe angeboten, die das Land brauche, um mit den Folgen des Erdbebens fertig zu werden. Die US-Regierung verfolge die Tsunami-Gefahr für die Vereinigten Staaten genau.

+++ Flugverkehr zwischen Frankfurt und Japan unbeeinträchtigt +++

[18.43 Uhr] Im Luftverkehr zwischen Frankfurt und Japan sind für Samstag keine Flugausfälle absehbar. Richtung Japan fliegen morgen ebenfalls fünf Maschinen wie geplant von Deutschlands größtem Flughafen los, drei davon nach Tokio. Am Freitag landete eine ursprünglich für 14.10 Uhr angekündigte Lufthansa-Maschine aus Tokio nach Angaben des Frankfurter Flughafens erst um 17.40 Uhr. Die übrigen vier Flüge aus Japan sollen planmäßig in Frankfurt ankommen.

+++ Radioaktivität in beschädigtem AKW steigt +++

[18.28 Uhr] Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima steigt die Radioaktivität in einem Turbinengebäude des Reaktors Nummer 1. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreibergesellschaft. Die Zeitung "Nikkei" berichtet in ihrer Onlineausgabe, in der Anlage 1 des AKW Fukushima sei das Dieselnotaggregat zur Abkühlung nicht angesprungen. Momentan werde die Stromversorgung aus Batterien gespeist.

Nach Angaben des Fernsehsenders NHK ist zudem auch der Druck in einem der Reaktoren gestiegen. Es werde derzeit überlegt, "ein wenig" Luft rauszulassen, um den Druck zu senken. Laut dem Betreiber werde - wenn überhaupt - nur "wenig" Luft abgelassen, was einem Experten zufolge ein "üblicher Vorgang" sei. In zwei Reaktoren des AKW war die Kühlung ausgefallen. Auch sämtliche vier Notgeneratoren waren ausgefallen. Als Folge war das Kühlwasser bedrohlich zurückgegangen. Im äußersten Fall droht laut Experten die Gefahr einer Kernschmelze.

+++ Tausende Schüler sitzen fest +++

[18.09 Uhr] Allein in Tokio sitzen mehr als 14.000 Schüler in den öffentlichen Schulen fest, berichtet "Asahi", sie kommen wegen der Flut- und Erdbebenschäden nicht nach Hause. In der Stadt Sendai retten Einsatzkräfte mit Hubschraubern 140 Menschen vom Dach einer Grundschule.

+++ TV-Moderatoren tragen Schutzhelme +++

[18.06 Uhr] Im japanischen Fernsehsender TBS tragen die Moderatoren weiße Schutzhelme. Die Regierungsmitglieder, auch der Ministerpräsident Naoto Kan, geben Pressekonferenzen inzwischen nur noch in blauer Arbeitskleidung - so dass sie sich optisch nicht mehr von einfachen Fabrikarbeitern unterscheiden.

+++ Möglicherweise mehr als tausend Tote +++

[18.03 Uhr] Die Meldungen über das Ausmaß der Erdbebenkatastrophe werden immer dramatischer: Es seien wahrscheinlich mehr als tausend Menschen ums Leben gekommen, meldet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Den Angaben zufolge sind allein in der Präfektur Fukushima mehr als 1800 Häuser zerstört worden.

Mehrere Länder im pazifischen Raum geben Entwarnung

+++ Schwere Schäden auf Militärstützpunkt +++

[18.02 Uhr] 28 Kampf- und Trainingsflugzeuge der japanischen Luftwaffe im Wert von über 1,9 Milliarden Euro wurden beschädigt, als der Stützpunkt Matsushima in der Präfektur Miyagi überflutet wurde. Das berichtet die Tageszeitung "Asahi" auf ihrer Website. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, dass einige der Maschinen nach dem Kontakt mit Salzwasser nicht mehr in Betrieb genommen werden können.

+++ Deutschland leistet erste Hilfe +++

[17.58 Uhr] Ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) ist auf dem Weg nach Tokio, die Helfer werden in der Nacht in der japanischen Metropole eintreffen, sich zunächst in der deutschen Botschaft ein Bild der Lage machen und "schnell den Hilfsbedarf abstecken", sagte ein Sprecher SPIEGEL ONLINE. Wahrscheinlich werden weitere Helfer in die Erdbeben- und Tsunamigebiete entsendet. Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte, Japan habe Deutschland offiziell um zusätzliche Hilfe gebeten; eine Hundestaffel des THW wird in den Katastrophengebieten nach Opfern suchen. Nach Angaben der "Rheinischen Post" wird die Bundesregierung ein 40-köpfiges THW-Rettungsteam nach Japan beordern.

+++ Beben schickt Dax auf Sinkflug +++

[17.55 Uhr] Die Katastrophe in Japan hat den Dax auf eine Talfahrt geschickt. Der deutsche Leitindex beendete den Xetra-Handel 1,2 Prozent tiefer bei 6981,49 Punkten. Dies ist der tiefste Stand seit acht Wochen.

+++ Mehrere Länder geben Entwarnung +++

[17.45 Uhr] Die meisten Länder im pazifischen Raum werden die Flutwelle wohl glimpflich überstehen: Nach Angaben des US-Tsunami-Warnzentrums wurde in Australien und Neuseeland der Alarm aufgehoben. China, Indonesien und die Philippinen gaben ebenfalls Entwarnung. Die USA und Taiwan hatten bereits mitgeteilt, die größte Gefahr sei vorbei.

+++ Weitere Nachbeben erschüttern Japan +++

[17.39 Uhr] Immer wieder bebt der Boden: Der Nordosten Japans ist der United States Geological Survey zufolge zuletzt von sechs weiteren Nachbeben erschüttert worden - eines habe die Stärke 6,1 erreicht.

+++ US-Flugzeugträger könnte eingesetzt werden +++

[17.33 Uhr] Starten schon bald Maschinen von einem US-Flugzeugträger, um bei der Löschung von Bränden in Japan zu helfen und um Evakuierungsmaßnahmen zu unterstützen? Der BBC zufolge gibt es entsprechende Pläne - der britische Nachrichtensender beruft sich bei seinem Bericht auf einen Vertreter der japanischen Regierung.

+++ Mindestens 137 Todesopfer +++

[17.30 Uhr] Das Ausmaß der Erdbebenkatastrophe ist noch nicht zu erfassen - immer wieder wird die Zahl der Todesopfer nach oben korrigiert: Der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge kamen bei dem Erdbeben mindestens 137 Menschen ums Leben.

+++ Spezialeinheit der Polizei am AKW Fukushima +++

[17.17 Uhr] Ins Katastrophengebiet wurden laut der Zeitung "Nikkei" 8000 Soldaten entsandt, zum AKW Fukushima eine Spezialeinheit der Polizei. Die Einheit ist ausgebildet für den Fall eines Anschlags mit chemischen oder nuklearen Waffen.

+++ Französisch-Polynesien bereitet sich auf Tsunami vor +++

[17.14 Uhr] Die Inselgruppe Französisch-Polynesien in der Südsee hat eine Tsunami-Warnung herausgegeben und die Bewohner in den Küstenregionen aufgefordert, sich in höher liegende Gegenden zu begeben. Die ersten hohen Wellen dürften die nordwestlichsten Inseln der Gruppe um 6.50 Uhr Ortszeit (17.50 Uhr MEZ) treffen. Die höchsten Wellen werden auf den Marquesas-Inseln erwartet. Sie könnten eine Höhe bis zu drei Metern erreichen.

+++ USA liefern Kühlmittel an beschädigtes Atomkraftwerk +++

[17.03 Uhr] Die USA transportieren laut Außenministerin Hillary Clinton Kühlmittel zum beschädigten Atomkraftwerk Fukushima. Nach Angaben japanischer Medien wird sich die Situation dort aber bald wieder normalisieren. Nachdem in dem Reaktor das Kühlwasser auf einen beunruhigend niedrigen Stand abgesunken war, sei ein Lastwagen mit dem notwendigen Gerät eingetroffen, um das Problem zu beheben, berichtete am Freitag die Nachrichtenagentur Jiji. Laut Behördenangaben ist nach dem Erdbeben aus keiner Anlage im Land radioaktives Material ausgetreten.

+++ Senioren aus Pflegeheim vermisst +++

[16.55 Uhr] In der Stadt Ôfunatoshi werden 30 Bewohner eines Pflegeheims für Senioren vermisst, berichtet die Tageszeitung "Yomiuri" auf ihrer Website.

+++ USA geben Entwarnung +++

[16.50 Uhr] Die USA bleiben offenbar von schweren Verwüstungen durch die vom Erdbeben in Japan ausgelöste Tsunami-Welle verschont. In Hawaii, das bereits von der Welle erreicht wurde, habe es keine gravierenden Schäden gegeben, sagte Bill Daley, Stabschef im Weißen Haus. Es gebe noch gewisse Risiken für die Westküste des Landes, aber die großen Sorgen, die es noch vor wenigen Stunden gegeben habe, würden seiner Meinung nach nicht mehr bestehen, sagte Daley.

+++ Japanische Autoproduktion unterbrochen +++

[16.48 Uhr] Japanische Autohersteller haben von der Naturkatastrophe betroffenen Gebieten die Produktion unterbrochen. In einer Honda-Fabrik im Nordosten des Landes sei ein Arbeiter getötet worden, als eine Wand und Deckenteile zusammengestürzt seien, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Dabei seien mehr als 30 Personen verletzt worden. Toyota hat zwei Fabriken vorübergehend geschlossen, Nissan fünf Produktionsstätten.

+++ Regierung schickt Truppen zum AKW Fukushima +++

[16.42 Uhr] Die Regierung hat Truppen zum Atomkraftwerk Fukushima entsandt, sagte Kabinettssekretär Yukio Edano im japanischen Fernsehen. Es handele sich um einen Einsatzbefehl aufgrund des nuklearen Notstands. Die Luftwaffe wurde aktiviert, sie soll zu Aufklärungsflügen und Rettungseinsätzen starten, berichtet die Zeitung "Nikkei" in ihrer Online-Ausgabe.

Erste deutsche Helfer brechen nach Japan auf

+++ Erste deutsche Helfer nach Japan unterwegs +++

[16.35 Uhr] Die Bundesregierung schickt erste Helfer nach Japan. Vier Experten des Technischen Hilfswerks (THW) seien bereits unterwegs nach Tokio, teilte das Auswärtige Amt mit. Die Fachleute sollten die Arbeit der Botschaft unterstützen sowie Möglichkeiten für den Einsatz in Japan prüfen. In Deutschland seien Mannschaften des THW für den Einsatz in Japan mobilisiert worden. Sie stünden sofort bereit, falls die japanische Regierung um Hilfe bitten sollte. Auch private Hilfsorganisationen wie das Bündnis "Aktion Deutschland hilft" bereiteten sich in Deutschland auf die Reise ins Erdbebengebiet vor.

+++ Kalifornier räumen ihre Häuser +++

[16.23 Uhr] Bewohner kalifornischer Küstenorte haben in Erwartung der durch das Erdbeben ausgelösten Flutwelle ihre Häuser geräumt. Die kalifornischen Behörden gehen davon aus, dass die Welle an der US-Westküste bis zu zwei Meter hoch werden könnte.

+++ "Es war wie im Kino" +++

[16.13 Uhr] Im Flughafen von Sendai, einen Kilometer von der Küste entfernt, warten rund 1300 Menschen auf Hilfe, berichtet die große Tageszeitung "Mainichi" auf ihrer Website. Es sind verängstigte Fluggäste, Terminalmitarbeiter, Bewohner und Angestellte aus Altenheimen und Kindergärten in der Nähe - die meisten flüchteten nach den ersten Alarmmeldungen in das dritte Obergeschoss des Gebäudes. Heizung und Licht funktionieren nicht, das Notstromaggregat fiel dem Bericht nach aus. Die Nachrichten verfolgen die Menschen über ihre Mobiltelefone. Ein Flughafen-Angestellter berichtet: "Die Wellen kamen mit einer unglaublichen Kraft angerollt, es war wie im Kino."

+++ Queen Elizabeth II kondoliert +++

[16.02 Uhr] Großbritanniens Königin Elizabeth II hat dem japanischen Volk ihr Mitgefühl ausgedrückt. Gemeinsam mit ihrem Mann Prinz Philip schickte sie einen Brief an Japans Kaiser Akihito. "Die Nachricht vom tragischen Verlust von Leben, ausgelöst durch das Erdbeben, das den Nordosten Japans getroffen hat, hat mich mit großer Traurigkeit erfüllt", heißt es darin. Ihre eigenen Gedanken und Gebete und auch die von Philip seien bei den Opfern.

+++ Virgin Atlantic streicht London-Tokio-Verbindung +++

[15.58 Uhr] Das heftige Erdbeben in Japan hat auch Auswirkungen auf den Luftverkehr: Die britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic kündigte an, dass es weder am Samstag noch am Sonntag die planmäßig tägliche Verbindung von London nach Tokio anbiete, berichtet der britische Rundfunksender BBC.

+++ Küstenwache sucht nach Schiff +++

[15.54 Uhr] Die japanische Küstenwache sucht nach einem Schiff mit 80 Hafenarbeitern, das im Bezirk Miyagi von dem Tsunami weggeschwemmt wurde. Die Gegend ist die von dem massiven Erdbeben am schlimmsten betroffene.

+++ Kalifornien schließt Strände +++

[15.51 Uhr] Im von der Tsunami-Welle bedrohten US-Bundesstaat Kalifornien haben die Behörden die Strände weiträumig abgesperrt. Die durch das Erdbeben in Japan ausgelöste Welle wird in rund 90 Minuten an der Westküste der USA erwartet.

+++ Behörde in Oregon alarmiert Bürger an der Küste +++

[15.48 Uhr] Küstenbewohnern im US-Bundesstaat Oregon wird empfohlen, ihre Häuser zu verlassen und in sichere Gebiete zu reisen - die Behörden in Oregon haben eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen, berichtet der britische Rundfunksender BBC. Nach dem Erdbeben in Japan gilt eine umfassende Tsunami-Warnung im Pazifikraum.

+++ AKW Fukushima nur noch per Batterie gekühlt +++

[15.41 Uhr] Im Atomkraftwerk Fukushima läuft das Notkühlsystem nach japanischen Informationen nur noch im Batteriebetrieb. Die Batterien lieferten nur noch Energie für wenige Stunden, erklärte die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln unter Verweis auf japanische Angaben. "Im allerschlimmsten Fall droht dann eine Kernschmelze", sagte GRS-Sprecher Sven Dokter. Was genau passieren könne, sei aber aufgrund der unklaren Lage noch nicht zu beurteilen.

+++ Nachbeben erschüttern Japans Ostküste +++

[15.35 Uhr] Japan ist von vier Nachbeben erschüttert worden, berichtet der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf das US-amerikanische Geological Survey. Sie hätten eine Stärke von 5,1 bis 5,8 gehabt.

+++ Explosion in Erdölfraffinerien +++

[15.30 Uhr] In einer Erdölraffinerie des Konzerns Cosmo Oil in Shiogama, einem Vorort der Hafenstadt Sendai, hat sich eine heftige Explosion ereignet. Im Fernsehen war zu sehen, wie riesige Flammen über der Fabrik hochschlugen. Das Beben hatte zudem einen Großbrand in einer Raffinerie in der Stadt Iichihara im Großraum Tokio ausgelöst. Der Industriekomplex stand komplett in Flammen.

Uno stellt Hilfe in Aussicht

+++ Ban Ki Moon stellt Uno-Hilfe in Aussicht +++

[15.29 Uhr] Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat dem japanischen Volk nach dem Erdbeben sein Beileid ausgesprochen. Die Welt sei "geschockt und traurig" angesichts der Bilder von der Katastrophe in dem Land. Die Uno werde alles tun, um Japan zu helfen, sagte Ban.

+++ Autobahn verschlammt und nicht befahrbar +++

[15.22 Uhr] Bis zu fünf Kilometer ins Landesinnere schwappte der Tsunami an einer Flussmündung nahe der Stadt Rikuzentakashi, berichtet die Zeitung "Yomiuri" online. Die Welle überschwemmte dort die Autobahn mit Schlamm, sie ist unpassierbar. Laut der Zeitung "Asahi" meldet die Polizei inzwischen 88 Todesopfer, 349 Vermisste, 330 Verletzte.

+++ Menschen flüchten auf Supermarkt-Dach +++

[15.20 Uhr] In der Stadt Ôfune harren auf dem Dach eines Supermarktes 50 Kunden und Angestellte aus und warten auf Hilfe. Laut der Zeitung "Yomiuri" plant das japanische Militär, sie mit einem Hubschrauber zu retten. Die lokalen Behörden geben der Zeitung zufolge an, allein in Ôfune sind bereits 400 Häuser weggespült worden. Die Zeitung "Asahi" berichtet von 200 Menschen, die sich auf das Dach einer Shoppingmall in der Stadt Shiogama geflüchtet haben.

+++ Britische Rettungsteams stehen bereit +++

[15.18 Uhr] Die britische Regierung hat Japan Unterstützung mit Rettungsteams, Suchtrupps und Experten zur Opfer-Identifikation angeboten. Die Hilfsgruppen seien "zum Einsatz bereit", derzeit werde noch geprüft, wie genau den Opfern des Erdbebens und des Tsunamis am besten geholfen werden könnte, sagte Großbritanniens Außenminister William Hague. Man stehe in engem Kontakt mit der japanischen Regierung. Hilfe solle je nach Entwicklung der Lage auch in die Länder gesendet werden, die noch von dem sich ausbreitenden Tsunami getroffen werden könnten.

+++ USA raten von Reisen nach Japan ab +++

[15.05 Uhr] Das US-Außenministerium rät US-Bürgern, von allen nicht erforderlichen Reisen nach Japan abzusehen, berichtet der britische Sender BBC.

+++ Tsunami-Wellen höher als zehn Meter +++

[14.59 Uhr] In den Städten Miyako, Ôfune und Kamaishi in der Präfektur Miyagi sind Messanlagen ausgefallen, mit denen sich die Fluthöhe messen lässt. Sie sind auf Tsunami-Wellen bis zu einer Höhe von zehn Metern ausgelegt, berichtet die auflagenstärkste Tageszeitung "Yomiuri". Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass die Wellen höher waren.

+++ Erdbebenexperte spricht von gutem Katastrophenmanagement +++

[14.57 Uhr] Die japanischen Behörden haben nach Auffassung von Erdbebenexperte John Elliott von der Universität in Oxford bislang gut auf die Katastrophe reagiert. Das Land habe in der Vergangenheit viele Erdbeben erlebt, daraus habe Japan gelernt. "Es ist aber viel schwieriger, mit dem Tsunami umzugehen", sagte Elliott dem britischen Rundfunksender BBC.

+++ Lufthansa fliegt trotz Erdbebens nach Tokio +++

[14.55 Uhr] Die Lufthansa sieht nach dem Tsunami nur geringe Auswirkungen auf ihren Flugbetrieb: Für eine am Nachmittag angesetzte Verbindung von München sei mit einem planmäßigen Abflug zu rechnen, sagte ein Sprecher.

+++ Tsunami trifft Hawaii +++

[14.46 Uhr] Der vom mächtigen Erdbeben vor Japan ausgelöste Tsunami hat Hawaii getroffen. Die Flutwelle prallte nach Fernsehberichten zunächst auf die Küste der Insel Kauai. Über das Ausmaß der Flut und die Folgen gab es zunächst keine Berichte. Bereits in der Nacht waren die Menschen in den niedrig gelegenen Gebieten der Hawaii-Inseln aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Gäste in Hotels wurden in höhere Stockwerke gebracht.

+++ Kalifornien rüstet sich für Tsunami-Welle +++

[14.37 Uhr] In Kalifornien erwarten die Behörden als Folge des schweren Erdbebens einen bis zu zwei Meter hohen Tsunami. Am stärksten werde er vermutlich in der Nähe von Crescent City im Norden des US-Bundesstaates ausfallen, sagte ein Sprecher des kalifornischen Katastrophenschutzes. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es zu einigen Evakuierungen komme.

+++ Bis zu 300 Tote +++

[14.36 Uhr] Polizeiangaben zufolge sind in der Küstenstadt Sendai zwischen 200 und 300 Leichen gefunden worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Jiji.

+++ Ansturm auf hawaiianische Geschäfte +++

[14.28 Uhr] Sein Haus ist sicher: Damian Davila lebt auf Hawaii - sein Grundstück befindet sich außerhalb der Gefahrenzone. Aber er brauchte an diesem Freitag lange, um nach Hause zu kommen. Auf den Straßen sei viel los, "hier ist viel Hektik", sagte Davila dem US-Sender CNN, viele Menschen würden Nahrungsmittelvorräte einkaufen. Die US-Inselkette im Pazifik bereitet sich derzeit auf die Tsunami-Welle vor, die durch das Erdbeben in Japan ausgelöst wurde.

+++ Mindestens 90 Tote +++

[14.27 Uhr] Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender NHK berichtet inzwischen von mindestens 90 Toten. Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, nach vorläufigem Stand gebe es 60 Tote, 56 Vermisste und 241 Verletzte.

+++ Mini-Tsunami an indonesischer Küste +++

[14.25 Uhr] Der vor der Küste Japans ausgelöste Tsunami hat die Küste Indonesiens mit einer Höhe von nur zehn Zentimetern erreicht. Nach Angaben des indonesischen Meteorologieamtes war eine zweite, höhere Welle aber nicht auszuschließen. Zuvor waren wegen entsprechender Warnungen Tausende Anwohner aus dem Küstenabschnitt im Nordosten Indonesiens panikartig geflohen.

+++ Aktuelle Zahlen nach dem Beben +++

[14.19 Uhr] Die japanische Polizei gibt die Zahl der Todesopfer aktuell mit 59 an, berichtet die große Tageszeitung "Asahi" auf ihrer Internetseite. Die bestätigte Anzahl der Verletzten liegt demnach bei 241, die der Vermissten bei 55. Bislang stürzten demnach 70 Häuser ein, 63 weitere wurden schwer beschädigt.

+++ Strahlengefahr im Umfeld des AKW Fukushima +++

[14.15 Uhr] Im Umkreis des Atomkraftwerks Fukushima werden die Städte und Ortschaften im Radius von drei Kilometern evakuiert, meldet die Tageszeitung "Yomiuri" auf ihrer Internetseite. Etwa 2000 Menschen werden demnach aus der Gefahrenzone gebracht. Es bestehe die Gefahr, dass Strahlung austritt.

+++ "Wenn Sie die Welle sehen, ist es zu spät" +++

[14.14 Uhr] Aus dem Leitfaden des Roten Kreuzes, was im Falle einer Tsunami-Warnung zu tun ist: "So hoch wie möglich, so weit ins Inland wie möglich" ist die Faustregel für die Flucht vor einem Tsunami. "Sich an Kliffs oder in Küstennähe aufzuhalten ist lebensgefährlich - wenn Sie die Welle sehen können, ist es schon zu spät. Die Gefahr wird nicht nach der ersten Welle vorüber sein. Die nächste könnte größer sein als frühe Wellen."

Eisenbahnzug vermisst, Tokio-Tower verbogen

+++ Tsunami-Warnsirenen schrillen auf Hawaii +++

[14.10 Uhr] Die durch das Erdbeben in Japan ausgelöste Tsunami-Welle wird schon bald in Hawaii erwartet. Die US-Inselkette im Pazifik hat bereits die Warnsirenen eingeschaltet, berichtet der US-Sender CNN. Gefährdete Küstenregionen wurden evakuiert. Helfer brachten Hotelbewohner im Touristenressort Waikiki in höher gelegene Etagen. Es entstanden lange Schlangen von Anwohnern, die sich mit Benzin, Wasser und Konserven eindeckten. Der Tsunami soll Hawaii gegen 6 Uhr Ortszeit (15 Uhr MEZ) erreichen.

+++ Immense Kosten: Beben würde Milliarden Euro kosten +++

[14.07Uhr] Ein besonders heftiges Erdbeben würde den weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück mit maximal zwei Milliarden Euro treffen. Ein Beben, das in Japan nur ein Mal in 200 Jahren vorkomme, könnte zu einer solchen Belastung führen, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard bei einer Analystenkonferenz in London. Im vergangenen Jahr verdiente der Dax-Konzern unter dem Strich rund 2,4 Milliarden Euro und peilt dies auch 2011 sowie 2012 an. Ob das schwere Erdbeben vom Freitag ein solch seltenes Großereignis werde, sei noch unklar. Es sei unmöglich, jetzt schon den Schaden zu schätzen.

+++ Feuer in Atomkraftwerk gelöscht +++

[13.58 Uhr] Das Feuer im Atomkraftwerk Onagawa in der Provinz Miyagi ist nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA gelöscht. Dies habe die Atomsicherheitsbehörde NISA der IAEA mitgeteilt, gab die UN-Behörde in Wien bekannt. Mehrere Atomreaktoren seien heruntergefahren worden.

+++ Eisenbahnzug vermisst +++

[13.44 Uhr] Mehr als 700 Flüge von Japan aus wurden nach Angaben des Transportministeriums gestrichen. 13.000 Passagiere sind laut der Agentur Kyodo am Tokioter Flughafen Narita gestrandet, 10.000 am Flughafen Haneda. In der japanischen Küstenregion Miyagi wird ein Zug vermisst.

+++ Zahl der Todesopfer auf mehr als 60 gestiegen +++

[13.39 Uhr] Nach Angaben der Polizei kamen bei dem Erdbeben und dem Tsunami mindestens 60 Menschen ums Leben, 56 weitere wurden vermisst.

+++ "Wie ein Expresszug" +++

[13.29 Uhr] Der gesamte Pazifikraum bereitet sich auf Tsunamiwellen vor. Ein Meteorologe in Auckland, Neuseeland, spricht von Wellen, die sich dem Inselstaat mit Geschwindigkeiten von 500 bis 600 Meilen pro Stunde nähern. "Es ist, als ob ein Expresszug auf uns zurollt."

+++ Tokio-Tower verbogen +++

[13.22 Uhr] Schäden sind auch zu sehen an einem der Wahrzeichen der japanischen Hauptstadt: Die Spitze des Tokio-Towers verbog sich. Die Betreiber des Fernsehturms untersuchen, ob davon eine Gefahr ausgeht, berichtet die auflagenstärkste Tageszeitung des Landes, "Yomiuri", auf ihrer Internetseite. Sie berichtet auch von den Dramen, die sich in den anderen Landesteilen ereiognet haben: Demnach haben Tsunami-Wellen ganze Wohnhäuser fortgespült, in der Präfektur Miyagi schlugen die Tsunami-Wellen hoch bis zum dritten Stockwerk einer Polizeistation. In der Stadt Sendai (Hokkaido) wurden vier Menschen unter ihrem Haus lebend begraben. In Ishinomaki wurde ein Fünfjähriger erschlagen, als die Decke eines Hauses einstürzte.

+++ Wulff schickt Kaiser Akihito Beileidsschreiben +++

[13.16 Uhr] Bundespräsident Christian Wulff hat an Kaiser Akihito ein Beileidsschreiben gesandt. Er habe "mit außerordentlicher Bestürzung" von dem Erdbeben und dem Tsunami erfahren, schrieb Wulff. Auch im Namen der Deutschen äußerte er seine "tief empfundene Anteilnahme". Der Bundespräsident betonte: "Bitte übermitteln Sie unser Beileid den Angehörigen der Opfer, denen in diesen Tagen unser Mitgefühl gilt. Deutschland steht in dieser schwierigen Zeit an Ihrer Seite."

Entwarnung in Taiwan, Ölpreise im Tiefflug

+++ Ölpreise sinken deutlich +++

[13.13 Uhr] Die Preise für Öl sind deutlich gesunken: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im April kostete im Mittagshandel 112,62 US-Dollar und damit 2,81 Dollar weniger als am Vortag. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) büßte 3,34 Dollar auf 99,36 Dollar ein.

+++ Taiwan gibt Entwarnung +++

[13.10 Uhr] In Taiwan ist der befürchtete Tsunami ausgeblieben. Die Wellen seien klein geblieben und hätten keine Schäden angerichtet, berichtete die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA. Der Tsunami-Alarm wurde wieder aufgehoben.

+++ Obama will Japan in "Tragödie" beistehen +++

[13.04 Uhr] US-Präsident Barack Obama sprach den Betroffenen des Erdbebens und der Flutwellen sein Mitgefühl aus. "Die USA stehen bereit, um dem japanischen Volk in dieser Zeit der schweren Belastung zu helfen", sagte er in Washington. Die Freundschaft beider Länder sei "unerschütterlich" und die nun eingetretene "Tragödie" verstärke die Entschlossenheit der USA, Japan beizustehen.

+++ Hunderttausende Japaner sitzen in Zügen fest +++

[13.00 Uhr] Eine Delegation australischer Abgeordneter, die in einem japanischen Schnellzug etwa 200 Kilometer südlich von Tokio feststeckt, twittert aus der Katastrophenregion: "Als der Erdstoß uns erwischte, machte der Zug einen gewaltigen Ruck." Der Zug sei vollbesetzt, Wasser und Verpflegung werde knapp. Die Stromversorgungen für Züge sei landesweit gekappt, sagten Bahnmitarbeiter - landesweit dürften "Hunderttausende Japaner" in Regional- und Schnellzügen feststecken.

+++ EU sichert Hilfe zu +++

[12.58 Uhr] Die Europäische Union hat Japan ihre Solidarität zugesichert. "Wir sind zutiefst besorgt über die Nachricht von dem verheerenden Erdbeben", sagten EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in einer gemeinsamen Erklärung. "Falls nötig, stehen wir für jede Unterstützung bereit", heißt es darin. Der britische Premierminister David Cameron sagte: "Wir sollten daran denken, dem japanischen Volk unsere Anteilnahme und unser Beileid zukommen zu lassen." Auch Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte Japan Unterstützung zu.

+++ Schiff mit hundert Menschen vermisst +++

[12.52 Uhr] Japans Nachrichtenagentur Kyodo meldet, dass ein Schiff mit mehr als hundert Menschen an Bord von den Wellen des Tsunamis davongespült wurde. Einzelheiten liegen noch nicht vor.

+++ Menschenmassen auf Tokios Straßen +++

[12.49 Uhr] BBC-Korrespondent Roland Buerk berichtet aus Tokio von "Menschenmassen, die sich auf den Straßen und Gehwegen drängeln. Die Kreuzungen sind verstopft mit Autos, Hunderttausende Menschen gehen zu Fuß, weil der öffentliche Nahverkehr lahm liegt. Dennoch geht es seltsam ruhig und geordnet zu - Leute warten noch immer geduldig, wenn sie eine Straße überqueren müssen." Das Epizentrum des schweren Bebens war 400 Kilometer von der Metropole entfernt, die Auswirkungen verheerend: An mehreren Stellen der Stadt brennt es, vier Millionen Menschen sind ohne Strom.

"Ich sah die Angst in den Augen der Menschen"

+++ Tsunami-Warnung für Südamerikas Westküste +++

[12.44 Uhr] Die Behörden der südamerikanischen Pazifikanrainer Ecuador, Peru und Chile haben Tsunami-Alarm ausgelöst. In Chile wird kurz vor Mitternacht Ortszeit (Samstag 04.00 Uhr MEZ) mit einer Flutwelle gerechnet, in Ecuador und Peru dürfte sie noch etwas früher eintreffen.

+++ Zahl der Toten steigt auf 44 +++

[12.37 Uhr] Der Fernsehsender NHK berichtet, bislang seien 44 Todesopfer durch das Beben und den Tsunami bestätigt worden. Zahlreiche Menschen würden vermisst.

+++ "Ich sah die Angst in den Augen der Menschen" +++

[12.29 Uhr] Dass er eines Tages ein Erdbeben in Japan erleben könnte, war Jonathan Hammill schon lange klar. Der US-Bürger wohnt in der Hauptstadt Tokio. Als aber am Freitag der Boden bebte, wusste er schnell, dass Ungewöhnliches passierte. Auch wenn das Epizentrum rund 400 Kilometer entfernt lag, war die Erschütterung in der Millionenmetropole sehr heftig. "Ich sah die Angst in den Augen der Menschen", sagte Hammill dem US-Sender CNN.

+ ++ Notstand in Atomanlage ausgerufen +++

[12.24 Uhr] Nach dem Versagen des Kühlsystems in einer Atomanlage in der Region Fukushima ist der Notstand ausgerufen worden. Zu einem Austritt von Radioaktivität kam es den Angaben zufolge nicht. Regierungschef Naoto Kan habe den atomaren Notfall deswegen ausgerufen, damit die Behörden leicht Notfallmaßnahmen ergreifen können, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Anwohner von Atomkraftwerken müssten aber keine besonderen Maßnahmen ergreifen.

+ ++ Merkel sichert Unterstützung zu +++

[12.18 Uhr] Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Japan deutsche Unterstützung in Aussicht gestellt. "Seien Sie versichert, dass Deutschland in diesen tragischen Stunden an der Seite Japans steht und zu Hilfe bereit ist", schrieb Merkel nach Angaben des stellvertretenden Regierungssprechers Christoph Steegmans an den japanischen Premierminister Naoto Kan.

+++ Hilfesuchende Menschen schwenken weiße Tücher +++

[12.08 Uhr] Ihre Häuser stehen noch, aber die ganze Gegend ist vom Wasser überflutet: Der US-Sender CNN zeigt Bilder von Menschen im Erdbebengebiet, die sich in die oberen Stockwerke ihrer Häuser geflüchtet haben, um der vom Beben ausgelösten Tsunami-Welle zu entgehen. Sie stehen an geöffneten Fenstern und schwenken weiße Tücher, um Helfer auf sich aufmerksam zu machen.

+++ Behörden sprechen von mindestens 32 Toten +++

[12.05 Uhr] Beim schlimmsten Erdbeben in der Geschichte Japans sind mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen, wie die Nachrichtenseite Kyodo News unter Berufung auf die Polizei berichtet. Es habe zudem zahlreiche Verletzte gegeben. In der Präfektur Iwate seien zehn Menschen in den Fluten der Tsunami-Welle gestorben. In der Präfektur Ibaraki sei eine Frau von einem einstürzenden Hausdach erschlagen worden.

+++ Tsunami trifft auch Taiwan +++

[12.02 Uhr] Die Regierung von Taiwan erklärte, der Tsunami habe inzwischen auch Teile des Inselstaates getroffen. Man habe zwar noch keinen Überblick über die Lage, gehe aber noch nicht von allzu großen Schäden aus, sagte ein Regierungssprecher. Es könnte jedoch sein, dass jederzeit weitere Riesenwellen die Küsten träfen. Die taiwanischen Behörden hatten zuvor eine Tsunami-Warnung für die Nord- und Ostküste herausgegeben.

Daimler holt Mitarbeiter nach Hause

+++ Westerwelle: Wohl keine Deutschen betroffen +++

[11.56 Uhr] Nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sind nach bisherigen Erkenntnissen keine Deutschen vom Erdbeben betroffen. Dies sei allerdings nur eine vorläufige Lageeinschätzung, weil die Kommunikationsleitungen in das Katastrophengebiet sehr eingeschränkt seien, sagte Westerwelle. Im Nordosten Japans lebten etwa hundert Bundesbürger. Die deutsche Botschaft sei mit Nachdruck dabei, Kontakte aufzunehmen.

+++ "Ich konnte mich nicht auf den Beinen halten" +++

[11.48 Uhr] Die Erschütterungen durch das verheerende Erdbeben im Nordosten Japans waren auch in der Hauptstadt Tokio zu spüren. "Ich konnte mich nicht auf den Beinen halten", sagte Matt Alt dem US-Sender CNN. Der US-Bürger lebt seit Jahren in Tokio. Er habe noch nie eine derart heftige Erschütterung erlebt, sagte Alt. In Tokio sei keine Panik ausgebrochen. Allerdings würden derzeit viele Menschen in Supermärkte strömen, um sich mit Nahrungsmittelreserven zu versorgen.

+++ Daimler holt Mitarbeiter nach Hause +++

[11.45 Uhr] Mehrere große Unternehmen aus Baden-Württemberg schicken einen Großteil ihrer Mitarbeiter sofort nach Hause. Daimler hat Standorte vor allem in Tokio und Kawasaki. Rund 12.800 Beschäftigte sind für den Premiumhersteller in Japan insgesamt im Einsatz. "In Tokio und Kawasaki sind nach bisherigen Erkenntnissen keine Mitarbeiter zu Schaden gekommen", erklärte ein Sprecher. In Kawasaki gebe es nur leichte Gebäudeschäden.

+++ "Der Ort meiner Mutter wurde weggerissen" +++

[11.42 Uhr] Der US-Sender CNN berichtet über erste Reaktionen von Betroffenen im Erdbebengebiet. Er habe soeben erfahren, dass der gesamte Ort seiner Mutter von der Tsunami-Welle weggerissen worden sei, sagt Tokuya Homma.

+++ Hawaii und Philippinen evakuieren +++

[11.35 Uhr] Nach der Tsunami-Warnung haben der US-Bundesstaat Hawaii und die Philippinen Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet. "Wir haben etwa vier Stunden, um die Küste zu räumen", sagte John Cummings vom Katastrophenschutzamt in Honolulu. Die ersten Wellen sollten die Inselkette Hawaii gegen 2.55 Uhr Ortszeit treffen. Die Behörden organisierten Busse, um die Menschen in Sicherheit zu bringen. Auch auf den Philippinen wurden die Menschen aufgefordert, sich "weiter ins Landesinnere" zu begeben.

+++ Vier Atomkraftwerke abgeschaltet+++

[11.25 Uhr] Der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge wurden vier Atomkraftwerke in der Nähe des Erdbebengebietes aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. In einer Atomanlage in Onagawa brennt es. Der Brandherd befindet sich in einem Turbinengebäude des Kraftwerks.

+++ Hotel in Sendai eingestürzt +++

[11.19 Uhr] In der Millionenstadt Sendai brennt es an nahezu jeder Ecke: Ein Hotel stürzte ein, Gäste wurden verschüttet.

+++ Menschen flüchten sich auf Flughafen-Dach +++

[11.15 Uhr] Das Wasser ist überall: Das heftige Erdbeben hat Japans Hafenstadt Sendai besonders stark getroffen. Die von dem Beben ausgelöste Flutwelle hat sich durch die rund 130 Kilometer östlich vom Epizentrum gelegene Stadt gedrückt. Auf Bildern des US-Nachrichtensenders CNN sind Menschen zu sehen, die sich auf das Dach des Flughafens geflüchtet haben.

+++ Nachbeben können laut Forschern Wochen dauern +++

[11.11] Erdbebenforschern zufolge können sich die Nachbeben nicht nur über Tage, sondern sogar über Wochen hinziehen. Darauf haben Wissenschaftler vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam hingewiesen. "Es werden Spannungen über teilweise Hunderte von Jahren aufgebaut, die sich dann schlagartig abbauen. Genau das ist jetzt passiert", sagte der Seismologe und Geophysiker Michael Weber am Freitag. "Die Pazifische Platte taucht unter die Eurasische Platte", erläuterte GFZ-Forscher Birger-Gottfried Lühr. Mit solchen Beben müsse man im Bereich des Pazifischen Feuerrings rechnen. Dieser Bereich ist ein Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umringt. Dort konzentrieren sich starke Erdbeben und dadurch ausgelöste Tsunamis.

Schiffe, Häuser, Autos werden fortgeschwemmt

+++ Flutwelle schwemmt Häuser, Autos und Schiffe weg +++

[11.02] Der US-Sender CNN zeigt Bilder der Flutwelle, die nach dem Erdbeben die japanische Küste erreichte: Die Wassermassen haben in der Präfektur Miyagi eine solche Kraft, dass sie Häuser, Autos und Schiffe mit sich reißen.

+++ Südkorea sagt Japan nach Erdbeben Hilfe zu +++

[10.59 Uhr] Japans Nachbarland Südkorea hat schnelle Hilfe zugesagt: Die Regierung wolle "jede mögliche Unterstützung leisten", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul am Freitag. "Unsere Regierung bringt angesichts des Verlustes von Leben und umfangreicher Schäden Worte tiefen Mitgefühls und des Trostes für die japanische Regierung und Bevölkerung zum Ausdruck", sagte der Sprecher. Rund 40 südkoreanische Bergungskräfte stünden bereits zur Entsendung nach Japan bereit, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

+++ Heftiges Wackeln im CNN-Büro +++

[10.51 Uhr] Der US-Sender CNN zeigt Aufnahmen aus seiner Redaktion in Japans Hauptstadt Tokio zum Zeitpunkt des Bebens. Heftiger Lärm ist zu hören, das gesamte Gebäude scheint zu wackeln. Eine Frau kauert auf dem Boden und versucht, ihr Telefonat fortzusetzen.

+++ Vier Atomanlagen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet +++

[10.47] Es ist eine Sicherheitsmaßnahme: Vier japanische Atomanlagen, die sich in der Nähe des Erdbebenzentrums befinden, wurden der Uno-Atomenergiebehörde in Wien zufolge, abgeschaltet.

+++ Feuer im Atomkraftwerk Onagawa +++

[10.45 Uhr] Im Atomkraftwerk Onagawa der Firma Tohuko Elec ist ein Feuer ausgebrochen, wie die Agentur Kyodo meldet. Die japanische Regierung hat Berichten zufolge beschlossen, den atomaren Notstand auszurufen. Dieser tritt dann ein, wenn der Austritt von Radioaktivität sich bestätigt oder ein Kühlsystem eines AKW ausfällt.

+++ Meteorologische Behörde korrigiert Erdbebenstärke +++

[10.42 Uhr] Das heftige Erdbeben in Japan hatte die Stärke 8,8. Zuvor war von einer Stärke von 8,9 die Rede gewesen. Das Meteoroligische Institut korrigierte die Angaben am Freitag. Hirofoni Yokoyama vom Meteoroligischen Institut warnte in einer Pressekonferenz vor weiteren Nachbeben.

+++ Keine Radioaktivität freigeworden +++

[10.39 Uhr] Die Kühlsysteme der Atomkraftwerke in der Region Fukushima funktionieren nach Behördenangaben wieder, wie die Agentur Jiji meldet. Jiji zufolge ist keine Radioaktivität freigeworden.

+++ AKW-Kühlsystem ausgefallen +++

[10.24 Uhr] Die Agentur Jiji meldet, dass im AKW Tepco Fukushima Daiichi das Kühlsystem ausgefallen ist.

+++ Zahl der Toten steigt +++

[10.05 Uhr] Noch ist völlig unklar, wie viele Menschen bei dem Erdbeben ums Leben gekommen sind. Japanische Medien berichten derzeit von mindestens 19 Toten - aber Beobachter gehen davon aus, dass die Zahl der Opfer deutlich steigen wird. CNN-Reporterin Kyung Lah zufolge ist die Situation in der Hafenstadt Sendai besonders dramatisch, das Epizentrum lag rund 130 Kilometer östlich der Stadt. Fischer und viele Arbeiter seien zur Zeit des Bebens im Hafengelände gewesen. "Die Zeit reichte überhaupt nicht, um schnell zu evakuieren", sagte Lah.

+++ Tsunami-Warnung auf gesamten Pazifikraum ausgeweitet +++

[9.51] Die US-Meteorologiebehörde NOAA hat ihre Tsunami-Warnung auf den gesamten Pazifikraum mit Ausnahme von Kanada und dem Festland der USA ausgeweitet. Riesenwellen sind demnach unter anderem in Russland, Taiwan, Indonesien, den Philippinen, Australien, Neuseeland und an den Westküsten Mittel- und Südamerikas zu befürchten. Nach Russland und den Philippinen hat nun auch Hawaii Evakuierungen angeordnet. Das internationale Rote Kreuz und der Rote Halbmond warnt vor schweren Schäden auf den Inseln im Pazifik: Der Tsunami sei höher als manches Eiland. "Er könnte sie einfach überspülen", sagte ein Sprecher.

+++ Ruckelnde Tische und wackelnde Monitore beim Sender NHK +++

[9.40] Der US-Nachrichtensender CNN zeigt Bilder aus dem Newsroom des japanischen Rundfunksenders NHK in Tokio - auch in der japanischen Hauptstadt ist das starke Erdbeben deutlich zu spüren: Tische ruckeln hin und her, Monitore wackeln, Angestellte rufen durch den Raum, dann fällt der Strom aus und es wird dunkel.

+++ Dutzende Brände in Japans Nordosten +++

[9.35 Uhr] Nach Regierungsangaben sind im Nordosten Japans rund 50 Feuer ausgebrochen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. In einer brennenden Raffinerie in Chiba nördlich von Tokio habe es Explosionen gegeben. Fernsehbilder zeigen Feuerwehrleute, die versuchen, das Feuer zu löschen. Meterhohe schwarze Rauchwolken verdunkeln weiter den Himmel in der Region.

+++ Hilferuf aus Präfektur Miyagi +++

[9.30 Uhr] Der Gouverneur der Präfektur Miyagi appellierte an die Regierung in Tokio, Truppen der Selbstverteidigungskräfte zu schicken, wie es in Fernsehberichten hieß. In Aufnahmen aus Hubschraubern war zu sehen, wie eine massive Flutwelle Schiffe, Lastwagen, Autos und Trümmer vor sich her in die Stadt schob. An anderen Stellen Sendais waren Feuer ausgebrochen.

+++ Russland bringt 10.000 Menschen in Sicherheit +++

[9.25 Uhr] Die Behörden im äußersten Osten Russlands haben mehr als 10.000 Menschen wegen drohender Tsunamis in Sicherheit gebracht. Auf der Inselgruppe der Südkurilen sowie auf der Insel Sachalin seien mehrere Siedlungen in Ufernähe evakuiert worden. Das teilte der russische Katastrophenschutz am Freitag nach Angaben von Agenturen mit. Schiffe kehrten schnell in die Häfen zurück, hieß es.

Etwa 15 bis 20 Minuten lang seien auf den Südkurilen mindestens vier unterirdische Beben mit der Stärke 5 gemessen worden, meldete die Agentur Interfax. "In den Wohnungen schepperte das Geschirr und wankten Inneneinrichtungen. Es sind aber keine Häuser zerstört. Alle lebenswichtigen Einrichtungen arbeiten wie gewohnt", sagte ein Mitarbeiter des russischen Zivilschutzes. Alle Landwirtschaftsarbeiten seien jedoch eingestellt worden.

+++ Japans Atommeiler offenbar unbeschädigt +++

[9.23 Uhr] Nach dem Erdbeben haben sich die Atomkraftwerke an Japans Pazifikküste in den Präfekturen Miyagi und Fukushima automatisch abgeschaltet, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. An den Atomkraftwerken im Erdbebengebiet seien keine Schäden zu verzeichnen, sagte Ministerpräsident Naoto Kan.

+++ Zahl der Toten steigt +++

[9.20 Uhr] Der japanische Radiosender NHK berichtet, dass mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen seien. Es gebe viele Verletzte, zahlreiche Häuser seien eingestürzt.

+++ Japanische Behörden warnen vor weiteren Tsunamis und Beben +++

[9.15 Uhr] Die japanischen Behörden riefen die Menschen an der Küste auf, sich in höher gelegene Gebiete oder in ihren Häusern in die oberen Stockwerke zu begeben. Es drohten weitere Tsunamis. Auch könne es weitere starke Nachbeben geben. Man gehe vom möglicherweise schlimmsten Erdbeben in der Geschichte Japans aus, sagte der Chefsekretär des Kabinetts, Yukio Edano, nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Tsunami-Warnungen im gesamten Pazifikraum +++

[9.01 Uhr] Außer Japan und Taiwan haben jetzt auch Indonesien, Russland, die Philippinen und die pazifische Inselgruppe der Marianen Tsunami-Warnungen ausgegeben. Indonesien rechnet gegen 12 Uhr MEZ mit dem Eintreffen der Wellen in seinen östlichen Gebieten. Die Philippinen rechnen mit Wellen von einem Meter Höhe und haben die Evakuierung von Siedlungen an der Ostküste veranlasst. Das US-Tsunamiwarnzentrum dehnte seine Warnung auch auf Australien und Südamerika aus.

+++ Börsen reagieren mit teils starken Verlusten +++

[9.00 Uhr] Die Aktien der beiden Rückversicherer Munich Re und Hannover Rück haben am Freitag vorbörslich mit deutlichen Verlusten auf das Erdbeben in Japan reagiert. Während es für die Anteile der Munich Re bei Lang & Schwarz (L&S) um 4,5 Prozent abwärts ging, sackten die Titel der Hannover Rück um annähernd sechs Prozent ab. Der Nikkei-Index rutschte um 1,72 Prozent auf 10 254,43 Punkte ab. Auf Wochensicht verlor der japanische Leitindex damit 4,11 Prozent an Wert. Der breit gefasste Topix-Index gab am Freitag 1,42 Prozent auf 930,84 Zähler ab.

+++ Krisensitzung des japanischen Kabinetts +++

[8.54 Uhr] Japans Regierung ist unmittelbar nach dem schweren Erdbeben zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Es sei ein Notfallschutzplan-Zentrum eingerichtet worden, sagte Ministerpräsident Kan nach dem Treffen vor Journalisten. Er stehe an der Spitze des Headquarters. Der Regierungschef rief seine Landsleute auf, Ruhe zu bewahren. Die Regierung werde alles tun, um für rasche Hilfe zu sorgen.

+++ Japans Regierungschef verspricht schnelle Hilfe +++

[8.46 Uhr] Japans Ministerpräsident Naoto Kan hat nach dem schweren Erdbeben an die Solidarität seiner Landsleute appelliert. Die Menschen sollten sich nach dem verheerenden Beben gegenseitig helfen, um den Schaden möglichst gering zu halten. Kan versprach zudem schnelle Hilfe der Regierung. Sie werde hart arbeiten, um "das Desaster" zu bekämpfen.

+++ Medien berichten über erstes Todesopfer +++

[8.45 Uhr] Die Nachrichtenagentur Jiji meldete ein erstes Todesopfer aus der Region um die Stadt Sendai östlich von Tokio. Aus der an der Küste gelegenen Präfektur Miyagi wurden zudem zahlreiche Verletzte gemeldet. Inzwischen haben außer Japan und Taiwan auch Indonesien, Russland, die Philippinen und die pazifische Inselgruppe der Marianen eine Tsunami-Warnungen ausgegeben. Indonesien rechnet gegen 12 Uhr MEZ mit dem Eintreffen der Wellen in seinen östlichen Gebieten.

+++ Augenzeugin berichtet von der Insel Oshima +++

[8.40 Uhr] Irina Scheibal wohnt auf der Insel Oshima vor der Bucht von Tokyo - sie hat das Beben miterlebt. "Hier auf Oshima hat es gerüttelt und gewankt. Bis jetzt - über eine Stunde danach - hört es nicht auf", schreibt Scheibal. "Viele stärkere Nachbeben sind darunter. Ein Vier-Meter-Tsunami traf die Insel. Es brennen tatsächlich mehrere Gebäude in den Küstengebieten, Leute haben sich auf Dächer geflüchtet und schauen hilflos auf die Wassermassen unter ihnen. Ganze Piers und Autokolonnen schwimmen in den Straßen."

+++ Verkehrschaos in Tokio +++

[8.33 Uhr] Züge fahren nicht mehr, freie Taxis sind kaum mehr zu bekommen: Auch in Japans Millionenmetropole Tokio sind die Folgen des verheerenden Erdbebens im Nordosten des Landes einer CNN-Reporterin zufolge zu spüren: Die Straßen seien voller Menschen - sie würden zu Fuß versuchen, zur Arbeit zu kommen.

+++ Zehn-Meter-Tsunami trifft Hafen von Sendai +++

[8.11 Uhr] Ein Zehn-Meter-Tsunami trifft den Hafen von Sendai im Norden, berichtet die Agentur Kyodo. Die westjapanische Präfektur Wakayama fordere rund 20.000 Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. In der Stadt traten die Flüsse durch einströmendes Meerwasser über die Ufer. Wohngebiete seien überflutet, berichtete Kyodo.

+++ Westerwelle sichert Japan Unterstützung zu +++

[8.05 Uhr] Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat dem von einer Erdbeben-Katastrophe betroffenen Japan seine Anteilnahme ausgedrückt und Unterstützung zugesichert. "Wenn Hilfe erforderlich sein sollte, werden wir Deutschen natürlich unserem Partnerland Japan zu Hilfe kommen", sagte er am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Bisher seien allerdings noch keine Hilfsappelle eingegangen.

+++ Taiwan gibt Tsunami-Warnung +++

[8.02 Uhr] Nach Japan hat auch Taiwain vor Tsunamis gewarnt. Der Wetterdienst hat Riesenwellen an der Nord- und Ostküste der Insel angekündigt. Sie sollen um 10.30 Uhr deutscher Zeit eintreffen.

+++ Forscher setzen Stärke des Bebens auf 8,9 herauf +++

[7.59 Uhr] Die Stärke des Erdbebens war zunächst mit 7,9 angegeben worden. Das Epizentrum lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio. Japanische Geologen veröffentlichten danach eine Stärke von 8,4, der US-Geologiedienst USGS geht inzwischen von einem Wert von 8,9 aus.

+++ Japanische Behörden warnen vor Zehn-Meter-Tsunami +++

[7.32 Uhr] - Eine Tsunami-Warnung von zehn Metern wird dem Sender NHK zufolge auf die größten Teile der Honshu-Küste ausgeweitet. Kurz nach dem Beben traf demnach ein Vier-Meter-Tsunami die japanische Pazifikküste. Fernsehbilder zeigten, wie Schiffe und Autos an der Küste mitgerissen wurden. Laut dem Bericht gab es im Norden des Landes viele Verletzte. Mehrere Menschen sollen auch bei Erdrutschen verletzt worden sein. Die japanischen Behörden gaben eine Tsunami-Warnung für bis zu zehn Meter hohe Wellen heraus. Militärflugzeuge sind im Einsatz, um einen Überblick über die Schäden des Bebens und des Tsunamis zu bekommen.

ulz/jjc/mbe/hen/otr/dpa/AFP/Reuters

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