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Japans Katastrophengebiete: Rückkehr in die Verwüstung

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Minutenprotokoll So verlief der Freitag in Japan

Mit Wasserwerfern kämpfte die Feuerwehr am Unglücks-AKW gegen die Überhitzung der Reaktoren. Die Zahl der Toten durch Beben und Tsunami ist auf über 7000 gestiegen - 400 Quadratkilometer waren überschwemmt. Lesen Sie die Ereignisse vom Freitag im Minutenprotokoll nach.

+++ Versicherer AIG rechnet mit Milliarden-Verlust durch Beben +++

[23.57 Uhr] Der US-Versicherungskonzern AIG muss sich wegen der jüngsten Naturkatastrophen wie den Erdbeben in Japan und Neuseeland auf Verluste einstellen. AIG kalkuliere wegen der Umweltdesaster für das erste Quartal Belastungen von geschätzt rund einer Milliarde Dollar vor Steuern ein, teilte das Unternehmen mit. Nach Steuern belaufe sich die Summe auf etwa 900 Millionen Dollar. Die Belastungen fielen bei Chartis an, dem Sachversicherer von AIG. Dieser zählt zu den größten Immobilienversicherern in Japan und der Welt. Rund 70 Prozent des genannten erwarteten Fehlbetrags vor Steuern kämen durch das Erdbeben in Japan zustande.

+++ Forscher messen Rekordzahl an Nachbeben +++

[23.49 Uhr] Seit dem verheerenden Erdbeben vom vergangenen Freitag hat es in Japan 262 Nachbeben mit der Stärke 5 oder höher gegeben. Dies teilte das Meteorologische Institut in Japan am Freitag mit.

Die Zahl der Nachbeben dieser Stärke war die höchste, die jemals aufgezeichnet wurde. Sie habe um das Zweieinhalbfache höher gelegen als nach dem Beben der Stärke 8,2 im Osten der Insel Hokkaido 1994. Mittlerweile sei die Wahrscheinlichkeit weiterer starker Nachbeben gesunken, hieß es.

+++ Chile und USA besiegeln Atom-Abkommen +++

[23.36 Uhr] Drei Tage vor dem Besuch von US-Präsident Barack Obama in Chile haben beide Seiten ein umstrittenes Abkommen über eine nukleare Zusammenarbeit unterzeichnet. Die Vereinbarung, die eigentlich während des Obama-Besuchs besiegelt werden sollte, wurde angesichts der Atom-Katastrophe in Japan vorgezogen. Umweltschützer kritisierten, dass Investitionen in die Atomkraft angesichts der häufigen und schweren Erdbeben in Chile keinen Sinn machten. Auch der frühere Präsident Ricardo Lagos sprach sich gegen die Vereinbarung aus.

+++ Strahlungs-Check für Nissan-Neuwagen +++

[23.25 Uhr] Nissan lässt alle Autos, die Japan verlassen, auf radioaktive Strahlung überprüfen. Laut der Agentur AP gab ein Sprecher des US-Ablegers des Konzerns an, so wolle man eine mögliche Gesundheitsgefährdung der Autokäufer ausschließen.

+++ Massive Verluste für Japans Autoindustrie +++

[22.56 Uhr] Nissan, Honda, Toyota - bei den japanischen Autoherstellern stehen nach der Erdbeben-Katastrophe die Bänder still. Der Produktionsstopp führt bei den Firmen zu massiven finanziellen Einbußen. Laut der Agentur AP verliert die japanische Autobranche rund 150 Millionen US-Dollar pro Tag.

+++ Youtube-Clips sollen bei Vermissten-Suche helfen +++

[22.45 Uhr] Der US-Internetkonzern Google will die Suche der Erdbeben- und Tsunamiopfer in Japan nach ihren verschollenen Angehörigen mit Youtube-Videos erleichtern. Das Unternehmen stellte auf seinem Videodienst dazu am Freitag bereits kurze Filme von Katastrophenopfern online, die auf Nachrichten von Freunden und Familienmitgliedern warten. Die Videos, die meist kürzer als eine Minute sind, wurden in Notunterkünften gedreht und sind über die Internetseite youtube.com/shousoku abrufbar.

+++ Radioaktive Emissionen erreichen US-Küste +++

[22.32 Uhr] Erste radioaktive Teilchen aus den beschädigten Fukushima-Reaktoren sind an der Westküste der USA festgestellt worden. Allerdings sei bei den Messungen in Sacramento, Kalifornien keine beunruhigend hohe Strahlung gemessen worden. Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht laut US-Behörden nicht.

+++ Oettinger: AKW-Stresstest soll "verbindliche Richtschnur" sein +++

[22.19 Uhr] Die Ergebnisse der geplanten Stresstests für die rund 140 europäischen Atomkraftwerke sollen nach den Worten von EU-Energiekommissar Günther Oettinger "für alle Mitgliedsstaaten eine verbindliche Richtschnur" bilden. Die Kriterien für die Untersuchung der 143 Anlagen würden von den Staaten mit erarbeitet und die betroffenen 14 Länder und Energieversorgungskonzerne hätten allesamt "Zustimmung signalisiert", sagte Oettinger dem "Mannheimer Morgen". Die Stresstests seien daher keine Augenwischerei.

Oettinger sprach sich zudem dafür aus, die Überprüfungen "so gründlich wie nötig, aber auch so schnell wie möglich" abzuhandeln. Bei einem Sondertreffen der EU-Umweltminister am Montag sollen demnach die generellen Linien für die Prüfung festgelegt werden.

+++ US-Armee hilft bei Rettungsaktion +++

[21.49 Uhr] Nicht nur beim Wasserwerfer-Einsatz am AKW Fukushima erhalten die japanischen Rettungskräfte Unterstützung aus den USA. Auch bei der Versorgung der vielen Flüchtlinge und Verletzten helfen US-Kräfte: Neun Frachtmaschinen und acht Hubschrauber sind nach Armee-Angaben im Einsatz.

+++ Druck in Reaktor 3 geht leicht zurück +++

[21.29 Uhr] Teilerfolg der Kühlaktion: Nach dem massiven Wasserwerfereinsatz im Block 3 des Atomkraftwerks Fukushima ist der Druck in der Reaktorkammer etwas gesunken, wie aus dem jüngsten Bericht der japanischen Atomsicherheitsbehörde (Nisa) hervorgeht. In den beiden anderen Blöcken aber, die nach dem Erdbeben vor einer Woche automatisch abgeschaltet wurden, zeigen die am Samstagmorgen (Ortszeit) veröffentlichten Werte eine leicht steigende Tendenz. Die Nisa gibt lediglich Zahlenwerte an und bewertet diese nicht.

+++ US-Behörde testen Japan-Importe auf Strahlung +++

[21.26 Uhr] Die USA prüfen importierte Nahrungsartikel aus Japan auf radioaktive Strahlung. Laut der Agentur Reuters erwarten die Behörden aber keine Bedrohung für die US-Bevölkerung. Ohnehin sei der Anteil der Japan-Importe im Nahrungsmittelsektor gering.

+++ Deutscher Forscher: Weitere große Beben zu befürchten +++

[21.09 Uhr] Dem Erdbeben von Japan werden nach Auffassung von Wissenschaftlern voraussichtlich weitere Beben folgen. "Man muss davon ausgehen, dass dieses Erdbeben andere große Erdbeben nach sich ziehen wird", sagte der Geophysiker Hans-Peter Bunge von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der Spannungszustand des gesamten Erdkörpers habe sich verändert. Andere Erdplatten müssten nun zwangsläufig reagieren. Die Wellenbewegungen des Bebens von Japan hatten sich über die ganze Erde ausgebreitet. Sogar in München, wo die "Welle" nach zehn Minuten eintraf, habe sich der Boden noch um zwei Zentimeter gehoben und gesenkt, sagte Bunge. Mess-Stationen hätten dies aufgezeichnet.

+++ Lieferprobleme bei iPad2 befürchtet +++

[21.02 Uhr] Beim iPad 2 könnte es nach Einschätzung von Analysten zu Lieferengpässen kommen. Wie die US-Marktforschungsgruppe IHS iSuppli mitteilte, stammen mindestens fünf Komponenten des neuen Tablet-Computers von japanischen Herstellern, deren Produktion durch das Erdbeben zum Teil beeinträchtigt wurde. Bei einigen Bauteilen könne Apple zwar auf andere Hersteller aus Korea oder den USA ausweichen, bei mindestens einem sei dies jedoch nicht ohne Weiteres möglich, so die Analysten.

+++ Kraftwerk-Anwohner: "Niemand geht mehr vor die Tür" +++

[20.56 Uhr] Die BBC zitiert einen besorgten Anwohner des beschädigten Kraftwerks Fukushima. "Niemand geht mehr vor die Tür. Die Straßen sind so still. Den meisten Leuten hier geht es gut, aber keiner weiß, was zu tun ist. Es ist schrecklich", sagt Paul Morris, der mit Frau und Tochter rund 40 Kilometer von den Reaktoren entfernt lebt.

+++ Hersteller verteidigt AKW-Modell +++

[20.43 Uhr] Der US-Hersteller der japanischen Krisenreaktoren hat den Vorwurf von Konstruktionsmängeln zurückgewiesen. Die Reaktoren des Typs Mark 1 entsprächen allen Vorschriften und hätten "in den vergangenen 40 Jahren gut funktioniert", teilte der Konzern General Electric (GE) mit. Laut GE wurde das Reaktormodell in den Sechziger Jahren entwickelt.

Fünf der sechs Reaktoren im japanischen Krisen-AKW Fukushima I sind vom Typ Mark 1. Das Unternehmen bezeichnete es als "verfrüht", Aussagen über den genauen Verlauf des Reaktorunglücks zu machen. Das Mark-1-Modell war in den Sechziger und Siebziger Jahren eines der weltweit beliebtesten Reaktormodelle. In den USA wurden 23 davon gebaut, in anderen Ländern 32. Kritiker hatten gewarnt, das Fabrikat könne möglicherweise nicht einer starken Druckentwicklung standhalten, wie sie bei einem Ausfall der Kühlsysteme zu erwarten sei.

+++ Kühlpumpen in Reaktoren könnten irreparabel beschädigt sein +++

[20.33 Uhr] Was bringt die neue Stromleitung zu den Reaktoren 1 und 2 beim Unglücks-AKW Fukushima I? Nicht viel, wenn man einem Bericht der "Los Angeles Times" glaubt. Demnach glauben manche Ingenieure, dass die Kühlpumpen in den Reaktoren durch die Explosionen in den Gebäuden oder durch das danach zugeführte Meerwasser irreparabel beschädigt worden sind. Wenigstens, so der Bericht, würde die Stromversorgung viele der Kontrollfunktionen an den Reaktoren wieder herstellen.

+++ AKW-Betreiber will Kühlsysteme prüfen +++

[20.24 Uhr] Die Stromversorgung zu den beschädigten Reaktoren im AKW Fukushima I steht nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco - doch damit ist noch nicht garantiert, dass die Kühlsysteme wieder laufen. Tepco hat mitgeteilt, man werde prüfen, ob Kühlwasserpumpen und andere Geräte funktionieren, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Falls nicht, werde man versuchen, beschädigte Teile zu ersetzen. Geräte, die Kühlwasser zu den Reaktoren bringen, würden vorrangig behandelt. Dabei handelt es sich beispielsweise um ein System zur Einführung von Meerwasser.

+++ 400.000 Menschen übernachten in Notunterkünften +++

[20.14 Uhr] In Japan wird es schon bald wieder hell. Nach Angaben der BBC übernachten in der Nacht zum Samstag fast 400.000 Menschen im Nordosten des Landes in Notunterkünften. Die Vorräte an Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Heizöl seien gering.

+++ Tepco übt sich in Selbstkritik +++

[19.56 Uhr] Es ist der Versuch einer Entschuldigung: Die AKW-Betreibergesellschaft Tepco hat eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin heißt es: "Wir möchten uns bei den Menschen in der Gegend des Kraftwerks aufrichtig für die Besorgnis und Belästigung durch den Vorfall am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi und das Ausströmen radioaktiver Substanzen entschuldigen."

+++ Betreiber: Stromversorgung zum AKW Fukushima I steht +++

[19.48 Uhr] Tepco, die Betreibergesellschaft des AKW Fukushima I, hat am Freitag mitgeteilt, dass eine Stromverbindung zu der Unglücksanlage hergestellt worden sei. Dem Unternehmen zufolge können die Reaktoren damit mit Strom versorgt werden. Laut Tepco ist geplant, zunächst Reaktor 2 zu versorgen, dann Reaktor 1, dann die Meiler 3 und 4. Wann der Strom fließen soll, ist unklar. Mit der Stromversorgung soll versucht werden, das durch die Katastrophe außer Betrieb gesetzte Kühlsystem für die Brennstäbe wieder in Gang setzen.

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Eine Woche danach: Schweigen für die Toten, Leid bei den Überlebenden

Foto: REUTERS/ Kyodo

+++ Verschonte Gebiete öffnen Notunterkünfte für Opfer +++

[19.34 Uhr] Die "Japan Times" berichtet, dass Gegenden Japans, die von den schweren Folgen des Erdbebens und des Tsunamis verschont blieben, Notunterkünfte für Opfer der Katastrophe öffnen. Tokio habe unter anderem die Veranstaltungshalle Budokan Arena zur Verfügung gestellt, so das Blatt.

+++ Tsunami drang kilometerweit ins Landesinnere vor +++

[19.25 Uhr] Die japanische Zeitung "Asahi" berichtet auf ihrer Facebook-Seite von Satellitenfotos, die Aufschluss über die Kraft des Tsunamis geben. Demnach drang die Riesenwelle an der Ostküste des Landes bis zu drei Kilometer ins Landesinnere vor. Der Zeitung zufolge sank die Küste in den Präfekturen Fukushima und Miyagi um bis zu 75 Zentimeter.

Feuerwehr kämpft gegen Reaktorüberhitzung

+++ Löschfahrzeuge der Feuerwehr versuchen Reaktorkühlung +++

[19.02 Uhr] 30 Löschfahrzeuge der Feuerwehr aus Tokio versuchen am AKW Fukushima I, kühlendes Wasser auf die Anlage zu sprühen. Der Sender NHK berichtet, die Einsatzkräfte seien dabei, mit starken Schläuchen und Spritzdüsen das Gebäude von Reaktor 3 mit Wasser zu besprühen. Mit den Geräten könnten 3,8 Tonnen Wasser pro Minute in 22 Meter Höhe gespritzt werden. Die Hoffnung sei, dass das Wasser das Abklingbecken für Brennmaterial erreiche. Die Fahrzeuge lösten sich angesichts der erhöhten Radioaktivität vor Ort in Fünfergruppen für kurze Einsätze ab, hieß es.

Bei der Aktion handelte es sich um einen erneuten Versuch zu verhindern, dass die Brennstäbe aus dem Wasser ragen und es zur Kernschmelze kommt. Die außergewöhnlichen Maßnahmen zur Kühlung sollen so lange fortgesetzt werden, bis die Wiederherstellung einer Stromleitung gewährleistet ist, die die Pumpstationen für das herkömmliche Kühlsystem wieder in Gang setzen kann. Seit Donnerstag versucht der AKW-Betreiber Tepco, eine temporäre Stromleitung zu installieren, um die Kühlung der Brennstäbe wieder in Gang zu setzen. Das Erdbeben und der Tsunami hatten die Motoren zum Antrieb der Kühlpumpen zerstört.

+++ Wiener Sängerknaben geben Benefizkonzert +++

[18.52 Uhr] Für die Opfer der Katastrophe in Japan geben die Wiener Sängerknaben am 14. April ein Benefizkonzert. Die Erlöse der Veranstaltung in der Wiener Stadthalle sollen Kindern in der Katastrophenregion zugutekommen. Der Chor hat vom 19. April bis 30. Juni eine Tournee durch Japan geplant. Ob diese wie geplant stattfinden wird, stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin.

+++ WM-Veranstaltung verschoben +++

[18.42 Uhr] Der Fußball-Weltverband Fifa und das Organisationskomitee (OK) der Frauen-WM 2011 in Deutschland haben in Abstimmung mit dem Japanischen Fußball-Verband (JFA) die für den 31. März vorgesehene "Welcome"-Veranstaltung in Tokio verschoben. Zwischen allen Beteiligten wurde vereinbart, zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam einen neuen Termin zu finden. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sicherte dem JFA jegliche Unterstützung beim Wiederaufbau der Fußball-Strukturen in von der Katastrophe betroffenen Regionen zu.

+++ Lufthansa fliegt Tokio bis 28. März nicht an +++

[18.23 Uhr] Die Lufthansa wird die japanische Hauptstadt Tokio wegen der Erdbeben- und Atomkatastrophe weiterhin nicht anfliegen. Die einmal täglich aus München abgehende Maschine werde bis zum 28. März in Osaka landen und die aus Frankfurt fliegende Maschine in Nagoya, sagte ein Sprecher am Freitag. Bislang sollte die Regelung bis Sonntag gelten. Osaka und Nagoya liegen einige hundert Kilometer weiter südwestlich als Tokio. Eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) erklärte, die Situation in Japan werde täglich überprüft. AUA fliegt Tokio sechsmal in der Woche an. Der Flug für Freitag sei weiterhin geplant.

+++ Feuerwehr spritzt Wasser auf Reaktorblock 3 +++

[18.12 Uhr] Die Tokioter Feuerwehr hat am frühen Samstagmorgen erneut damit begonnen, Wasser auf Reaktorblock 3 des Atomkraftwerks Fukushima I zu spritzen. Damit soll die Reaktorhülle gekühlt werden, um eine drohende Kernschmelze zu verhindern. Die Aktion begann gegen 00.45 Uhr Ortszeit (16.45 MEZ), wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete.

+++ Deutschland bietet Roboter für AKW-Einsatz an +++

[18.01 Uhr] Deutschland hat Japan die Lieferung von Robotern für den Einsatz im Atomkraftwerk Fukushima I angeboten. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit warte auf eine Entscheidung der japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA), welche Roboter konkret benötigt würden, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Japan hat nach Angaben des Sprechers über die Internationale Atomenergieorganisation (IAEA) eine Anfrage an alle Mitgliedstaaten zur Bereitstellung fernlenkbarer Gerätschaften gerichtet. Eine Liste mit Geräten für den Einsatz bei nuklearen Störfällen sei der IAEA übermittelt worden, sagte der Sprecher.

Bei den Robotern handelt es sich um Maschinen, die aus sicherer Entfernung in verstrahlte Anlagen gesteuert werden können. Sobald eine Entscheidung in Japan getroffen und über die IAEA übermittelt sei, könnten die Roboter in kurzer Zeit nach Fukushima geflogen werden. Dort sind wegen der teilweise hohen Strahlung einzelne Bereiche für Techniker und Einsatzkräfte kaum noch zugänglich.

+++ "Ich war besorgt, dass man uns hier zum Sterben zurücklässt" +++

[17.57 Uhr] Der Bürgermeister der nahezu komplett verwüsteten Stadt Minamisoma, etwa 20 Kilometer nördlich des AKW Fukushima I gelegen, hat der BBC ein Interview gegeben. Darin kritisiert er die japanische Regierung. Katsunobu Sakurai sagte: "Ich war besorgt, dass man uns hier zum Sterben zurücklässt. Das konnte ich nicht geschehen lassen." Als die Präfektur Niigata an der Westküste des Landes ihn kontaktiert habe, sei man übereingekommen, einige Personen aus Minamisoma, die den Ort verlassen wollten, dorthin zu bringen. "Das war unsere eigene Initiative, lokale Verwaltung zu lokaler Verwaltung statt über die Zentralregierung", so Sakurai.

+++ Opel-Werk Eisenach streicht Schichten +++

[17.38 Uhr] Die erste deutsche Autofabrik steht wegen der Japan-Krise bald still: Bei Opel fallen am Montag und Dienstag im Werk Eisenach jeweils zwei Schichten aus, wie ein Firmensprecher am Freitag mitteilte. Das spanische Werk Saragossa wird sogar den ganzen Montag angehalten, womit drei Schichten verlorengehen. Am darauffolgenden Freitag fällt in Saragossa außerdem eine Acht-Stunden-Schicht aus. In beiden Opel-Werken wird der Kleinwagen Corsa gebaut. Dafür fehlt ein Elektronikbauteil eines japanischen Zulieferers.

+++ Eislaufverband erwägt WM-Vergabe an anderes Land +++

[17.28 Uhr] Die Internationale Eislaufunion will die Weltmeisterschaft im Eiskunstlaufen an ein anderes Land vergeben, falls die japanischen Organisatoren bis Montag nicht zusagen, die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt auszurichten. Die Wettkämpfe sollten in der kommenden Woche in Tokio beginnen und waren wegen des Erdbebens und des Tsunamis verschoben worden. Als neuer Termin ist Ende April oder Anfang Mai im Gespräch. Mögliche andere Ausrichterländer sind die USA, Kanada, Finnland, Deutschland und Russland.

+++ Reaktoren 1 und 2 sollen am Samstag wieder Strom haben +++

[17.15 Uhr] Die japanische Nuklearbehörde geht davon aus, dass die Arbeiten zur Installation von Stromkabeln für die Reaktoren 1 und 2 des AKW Fukushima I am Samstag abgeschlossen sein sollten. Das berichtet der Fernsehsender NHK. Demnach sollen Stromkabel für die Reaktoren 3 und 4 am Sonntag installiert werden. Der Strom wird benötigt, um die Kühlung für die Reaktoren zu betreiben, die nach der Naturkatastrophe am vergangenen Freitag ausgefallen war.

+++ 262 Nachbeben registriert +++

[17.11 Uhr] Die japanische Meteorologieagentur hat mitgeteilt, dass das Land seit dem Erdbeben am vergangenen Freitag 262 Nachbeben der Stärke 5 oder höher erlebt hat. Das sei eine Rekordzahl an Nachbeben in der japanischen Geschichte, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Deutsche Autofirmen richten Krisenstäbe ein +++

[17.05 Uhr] Unternehmen aus der deutschen Automobilindustrie versuchen, sich auf die Lage in Japan einzustellen. Alle großen deutschen Autobauer und Zulieferer haben mittlerweile Krisenstäbe eingerichtet. Das berichtete der Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik am Freitag. Viele Automobilzulieferer hätten Lieferschwierigkeiten. Die Krisenstäbe müssten sich zudem damit befassen, ob Waren aus Japan kontaminiert seien. Sie müssten auch Fragen der Kontrolle an Häfen und Flughäfen klären und sich ständig über die politischen Schritte der Regierungen informieren.

+++ US-Spender geben 87 Millionen Dollar +++

[16.49 Uhr] Nach Angaben der Zeitung "The Chronicle of Philanthropy" haben die Amerikaner in der Woche seit dem Erdbeben und Tsunami in Japan 87 Millionen Dollar an Hilfsorganisationen gespendet. Drei Viertel davon sind demnach an das amerikanische Rote Kreuz gegangen. Nach dem Erdbeben 2010 in Haiti waren nach einer Woche 210 Millionen Dollar an Spenden zusammengekommen, nach dem Hurrikan Katrina 2005 457 Millionen.

+++ IAEA: Situation an Reaktoren 1, 2 und 3 "ziemlich stabil" +++

[16.36 Uhr] Echte Fortschritte scheinen die Techniker im AKW Fukushima I nicht zu machen - doch immerhin scheint sich die Situation auch nicht zu verschlechtern. Ein Sprecher der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA teilte mit, die Lage an den Reaktoren 1, 2 und 3 des Unglücks-AKW scheine "ziemlich stabil" zu bleiben. Allerdings sei die Situation weiterhin sehr ernst.

+++ US-Behörde warnt vor gefälschten Jod-Produkten +++

[16.28 Uhr] Die US-Lebensmittelsicherheitsbehörde rät Konsumenten, genau darauf zu achten, keine gefälschten Produkte zu kaufen, die angeblich Jod enthalten. Das berichtet CNN. Jodtabletten sollen bei atomaren Unfällen die Schilddrüse so stark mit Jod sättigen, dass das Gewebe keine radioaktiven Jod-Isotope mehr aufnimmt.

+++ US-Marine meidet Luftraum über AKW Fukushima I +++

[16.23 Uhr] Flugzeuge der US-Marine meiden das Gebiet des havarierten AKW Fukushima I. Nur zwingend notwendige Missionen durchfliegen demnach eine breite Trasse über der Anlage, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Ein Militärsprecher sagte, die Maßnahme diene der Sicherheit. Die Zone umfasst einen Radius von 100 nautischen Meilen (etwa 186 Kilometer).

+++ Russland bietet Japanern Umsiedlung nach Sibirien an +++

[16.12 Uhr] Russland unterbreitet seinem östlichen Nachbarn ein ungewöhnliches Hilfsangebot. Russlands Präsident Dmitrij Medwedew will Japanern eine Umsiedlung von den japanischen Inseln auf russisches Territorium anbieten. Das berichtet die Agentur Ria Nowosti. Zur Debatte stehen demnach Gebiete in Sibirien und in Russlands Region Fern-Ost. Auf einer Sitzung des russischen Sicherheitsrates sagte Medwedew, Russland wolle seinen Nachbarn im Osten unterstützen, mit "humanitärer Hilfe, Lebensmittellieferungen, Wasser, Medikamenten und anderen notwendigen Mitteln".

Zudem bot Medwedew die Aufnahme japanischer Kinder und Katastrophengeschädigter in russischen Sanatorien an. Im Übrigen, so Medwedew, müsse man auch über die "Anstellung von Teilen des Arbeitspotentials unserer Nachbarn in den besonders dünn besiedelten Gebieten Sibiriens und des Fernen Ostens" nachdenken.

Tsunami überschwemmte mindestens 400 Quadratkilometer

+++ Tsunami überschwemmte mindestens 400 Quadratkilometer +++

[16.02 Uhr] Offiziellen Angaben zufolge hat der Tsunami mindestens 400 Quadratkilometer Land überschwemmt. Das berichtet die BBC. Diese Zahl wird wohl noch steigen, da bisher nur Luftaufnahmen von etwa 20 Prozent der betroffenen Landstriche ausgewertet sind.

Welle am 11. März: 23 Meter Wasserwand

Welle am 11. März: 23 Meter Wasserwand

Foto: AP/ Kyodo

+++ Tödliche Wellen waren mindestens 23 Meter hoch +++

[15.50 Uhr] Einer Studie des Hafen- und Flughafen-Forschungsinstitutes in der Stadt Ofunato waren die Wellen, die das Erdbeben am vergangenen Freitag ausgelöst hat, bis zu 23 Meter hoch. Das berichtet die BBC unter Berufung auf die Tageszeitung "Yomiuri".

+++ Große Nachfrage nach "Die Wolke" +++

[15.40 Uhr] Nach der Reaktorkatastrophe in Japan wird Gudrun Pausewangs Jugendbuch-Klassiker "Die Wolke" vermehrt gekauft. Die Nachfrage sei in den vergangenen Tagen stark gestiegen, bestätigte eine Verlagssprecherin auf der Leipziger Buchmesse. "Nach den entsetzlichen Ereignissen in Japan steigt bei den Menschen das Bedürfnis nach literarischer Verarbeitung." Der 1987 erstmals veröffentlichte Roman, in dem Pausewang die Folgen eines möglichen Reaktorunglücks in Deutschland beschreibt, ist beim Internet-Buchhändler Amazon an die Spitze der Titel bei deutschen Kinder- und Jugendbüchern geklettert.

+++ Radioaktive Teilchen an US-Westküste entdeckt +++

[15.24 Uhr] Offenbar sind an der Westküste der USA radioaktive Teilchen festgestellt worden, die vom AKW Fukushima stammen sollen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Diplomaten. Den Angaben zufolge sei die Intensität der Radioaktivität viel zu gering, um Menschen Schaden zuzufügen.

+++ Regierung: Ausweitung der Evakuierungszone nicht notwendig +++

[15.21 Uhr] Japan hält es nicht für nötig, die Evakuierungszone um das havarierte AKW Fukushima I auszuweiten. Bisher liegt sie in einem Radius von 20 Kilometern um die Anlage. Eine Ausweitung der Zone sei nicht notwendig, teilte der stellvertretende Chef der Nuklear- und Industriesicherheitsagentur mit.

+++ Sorge um Senioren im Katastrophengebiet +++

[15.18 Uhr] Ein BBC-Reporter twittert aus Japan, er habe gerade den Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes interviewt. Es herrsche Sorge um die älteren Menschen im Katastrophengebiet. Sie bräuchten langfristige medizinische Hilfe. Es gebe keine Medikamente.

+++ "Erstes Bad in dieser Woche" +++

[15.04 Uhr] Manchmal sind es kleine Dinge, die die Zustände in Japan begreifbar machen. Die BBC berichtet von einem Tweet aus Fukushima: "Ich habe ein langes und warmes Bad genommen. Es ist das erste in dieser Woche. Jetzt fühle ich mich warm und entspannt und hoffe, der 'radioaktive' Staub ist abgewaschen."

+++ IAEA kommt Montag zu einer Sondersitzung zusammen +++

[15.02 Uhr] Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA wird am Montag eine Sondersitzung abhalten. Dann soll Generaldirektor Yukiya Amano den Mitgliedstaaten von seiner Reise nach Japan berichten, meldet die Nachrichtenagentur AFP.

+++ Generatoren, Laken, Betten auf dem Weg nach Japan +++

[14.59 Uhr] Neun EU-Mitgliedstaaten haben Japan Angebote gemacht: So könnten bereits 100.000 Bettlaken, 1300 Feldbetten, aber auch Stromgeneratoren und anderes Gerät nach Japan geflogen werden, sagte ein Sprecher. In den kommenden Tagen wollten die EU-Experten mit den lokalen Partnern und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz einen zentralen Umschlagplatz für die Verteilung der Hilfsgüter in Japan aufbauen, hieß es.

+++ Öko-Institut hält Ende der Atomnutzung 2020 für möglich +++

[14.53 Uhr] Ein Ausstieg aus der Kernenergie ist nach Ansicht des Öko-Instituts und des World Wide Funds For Nature (WWF) bis 2020 möglich, ohne dass die Strompreise explodieren oder eine Stromlücke entsteht. Auch Sonnen- und Windenergieanlagen müssten nicht über die bisher geplanten Grenzen hinaus ausgebaut werden, erklärte ein Sprecher.

+++ EU richtet Luftbrücke ein +++

[14.47 Uhr] Mit einer Luftbrücke will die EU humanitäre Hilfe für Japan leisten: Noch im Laufe des Tages wollen EU-Experten zum Schutz der Zivilbevölkerung nach Japan fliegen, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission. Ihre Aufgabe bestehe vor allem in der Koordination der Hilfsaktionen der einzelnen EU-Mitgliedstaaten.

+++ Finnland verlegt Botschaft nach Hiroshima +++

[14.34 Uhr] Finnland verlegt seine Botschaft von Tokio nach Hiroshima. Die Situation sei durch das havarierte Kernkraftwerk Fukushima sehr unsicher, teilte das finnische Außenministerium laut der Nachrichtenagentur Kyodo mit. Die Verlegung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, um die Arbeit der finnischen Vertretung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten.

+++ WDR-Sinfoniker sorgt sich um Familie in Japan +++

[14.22 Uhr] Der tägliche Anruf bei der Familie in der Heimat bedeutet für Yasunori Kawahara derzeit höchste Anspannung und Beruhigung zugleich. Der 62-jährige Japaner ist Solo-Kontrabassist des Kölner WDR-Sinfonieorchesters. Seine Eltern leben nur rund 120 Kilometer von dem Unglücksreaktor Fukushima entfernt, in einer Region, die von dem verheerendem Erdbeben schwer getroffen wurde. "Zumindest bislang haben wir noch viel Glück gehabt", berichtet Kawahara. Das Hochhaus, in dessen fünften Stock seine Eltern ihre Wohnung haben, blieb bei den Erdstößen unversehrt, auch wenn sämtliche Gegenstände aus den Schränken und Regalen fielen. Bereits am folgenden Tag waren sämtliche Versorgungsleitungen wiederhergestellt. Doch nun wächst täglich die Sorge, dass sich die Strahlung aus dem Atomkraftwerk ausdehnt. "Ich sehe wie alle die Bilder im Fernsehen und natürlich machen sie mir Angst", sagt Kawahara. Sein Bruder und seine Schwester leben in Tokio, immer konkreter werden nun die Pläne, die hochbetagten Eltern dorthin zu bringen. Die Eltern nach Deutschland fliegen zu lassen, ist nicht möglich, meint Kawahara bedrückt: "Meine Mutter ist 86, mein Vater 92 Jahre alt. Der lange Flug wäre eine zu große Belastung für sie. Sie müssen auf jedem Fall in Japan bleiben."

Zahl der Toten steigt auf über 6900

+++ Opferzahl steigt +++

[14.08 Uhr] Die Zahl der Opfer in Japan steigt stetig: 6911 Menschen starben, meldet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Polizeiangaben. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Toten und Vermissten derzeit auf 17.227 Menschen.

+++ Sportler gründen Hilfsprojekt +++

[13.56 Uhr] Mehrere japanische Sportgrößen wollen ihr Heimatland mit einem Hilfsprojekt unterstützen. Der Fonds namens "Team Japan" hat nach fünf Tagen bereits rund 160.000 Euro eingesammelt. Die Initiative gehört zum Wohltätigkeitsprojekt "JustGiving Japan", das den Opfern des Unglücks helfen will. Zu den Athleten, die sich an der Aktion beteiligen, zählt unter anderen Weltklasse-Hürdenläufer Dai Tamesue.

+++ Strahlencheck für Japan-Rückkehrer +++

[13.45 Uhr] Reisende aus Japan können sich an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt auf radioaktive Strahlung untersuchen lassen. Für Passagiere von Direktflügen aus dem Land gebe es von 15 Uhr an ein entsprechendes Angebot, kündigte Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich an. Bereits seit Anfang der Woche werden Lieferungen aus Japan auf eine Strahlenbelastung getestet. Seit Mittwoch werden auch alle pflanzlichen und tierischen Lebensmittel aus Japan untersucht.

+++ Japan bittet deutsche Kinderheimleiterin um Hilfe +++

[13.34 Uhr] Japanische Behörden haben eine deutsche Kinderheimleiterin im Katastrophengebiet um Hilfe gebeten. "Die Präfektur Iwate hat uns gefragt, ob wir noch Kinder aufnehmen können", sagte Franziskanerschwester Caelina Mauer. Sie habe sofort zugesagt und könne noch 15 weiteren Kindern helfen, die obdachlos geworden oder Waisen seien. Die Einrichtung in der Kleinstadt Ichinoseki liegt etwa 150 Kilometer Luftlinie von Fukushima entfernt. Das Kinderheim im Norden der Hauptinsel Honshu war bei dem verheerenden Erdbeben selbst beschädigt worden: Es hat nun Risse in den Wänden, zerstörte Fenster und gelöste Deckenplatten. Die Kinder im Alter von zwei bis 18 Jahren sind nun in einer Turnhalle untergebracht. Gegessen wird draußen am Kohlenfeuer.

+++ Unfallversicherung deckt Einsatz in Japan ab +++

[13.22 Uhr] Aus Deutschland entsandte Arbeitnehmer sind während eines Einsatzes in Japan gesetzlich unfallversichert. Der Versicherungsschutz greift dabei auch dann, wenn Beschäftigte sich bei dem Erdbeben oder Tsunami verletzt haben. "Wenn sich jemand zum Beispiel bei dem Erdbeben ein Bein gebrochen hat, ist das abgedeckt", sagte Stefan Boltz von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Auch hätten entsandte Arbeitnehmer einen Anspruch darauf, sich auf Kosten des Arbeitgebers vorsorglich auf eine mögliche radioaktive Belastung hin untersuchen zu lassen. Voraussetzung dafür sei, dass in Japan eingesetzte Arbeitnehmer einen deutschen Arbeitsvertrag haben, erklärte Boltz. Zudem müsse die Tätigkeit im Ausland von vornherein zeitlich befristet worden sein.

+++ Südkorea will Bürger notfalls mit Militärfahrzeugen abholen +++

[13.10 Uhr] Südkorea will seine Landsleute in Japan notfalls mit Militärflugzeugen und Kriegsschiffen heimholen, sollte sich die Atomreaktorkrise in Japan weiter verschärfen. Falls sich die Lage verschlechtere und eine Notevakuierung nötig scheine, werde die Regierung "alle Mittel" ergreifen, um die Ausreise der Landsleute zu ermöglichen, sagte Vizeaußenminister Min Dong Seok am Freitag in Seoul. Dazu gehöre die Bereitstellung von Charterflugzeugen, Militärtransportmaschinen, Küstenwach- und Marineschiffen.

+++ 50 Tonnen Wasser auf Brennelemente gespritzt +++

[13.02 Uhr] Insgesamt sind am Freitag bislang 50 Tonnen Wasser zur Abkühlung auf die Brennelemente im AKW Fukushima I gespritzt worden. Das berichtet die BBC.

+++ Verwandte sorgen sich um Arbeiter am AKW Fukushima +++

[12.41 Uhr] Sie hoffen auf eine Entspannung der Lage am Unglücks-AKW - aus ganz persönlichen Gründen: Die Verwandten der Arbeiter an der Anlage haben sich an die Regierung gewandt, ihre Familienmitglieder nicht im Stich zu lassen. Das berichtet die Zeitung "Asahi" auf ihrer Facebook-Seite. Die Frau eines Arbeiters wird in dem Artikel zitiert. Sie habe direkt nach dem Erdbeben eine SMS erhalten: "Mir geht es gut." Danach habe sie vier Tage auf eine weitere Nachricht warten müssen: "Das Trinkwasser wird knapp." Der Zeitung zufolge sagte die Frau, sie frage sich, ob ihr Ehemann und andere Techniker in der Anlage ihre Arbeit unter solchen Umständen erledigen könnten. Viele der Männer arbeiteten ohne Schlaf. "Vielleicht können sie nichts sagen, weil sie als Tepco-Angestellte so viel Verantwortung haben. Als Angehörige würden wir es gerne sehen, dass jetzt etwas für sie getan wird", so die Frau.

+++ Katastrophe macht sich bei Autoindustrie anderer Länder bemerkbar +++

[12.33 Uhr] Die Schäden in der japanischen Autoindustrie treffen auch Fabriken außerhalb Japans. Der US-Konzern General Motors stoppt die Produktion in einer Pick-up-Fabrik in den USA, weil Zulieferteile aus Japan fehlen. Der Konzern wollte nicht mitteilen, um welche Teile es sich handelt. Die japanischen Hersteller Toyota und Subaru haben bereits die Produktion ihrer US-Werke verlangsamt, damit die Vorräte länger halten. Schon am Donnerstag hatte Volkswagen-Chef Martin Winterkorn nicht mehr ausgeschlossen, dass in den nächsten Wochen Probleme mit der Zulieferung entstehen könnten. In Japan selbst hat die Autoindustrie die Produktion weitgehend gestoppt.

Japanischer Premier: "Japan wird die Katastrophe überwinden"

+++ "Die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg +++

[12.24 Uhr] Premierminister Naoto Kan hat sich in einer Fernsehansprache an die Menschen in Japan gewandt. "Japan ist in der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Wir bekommen weltweite Unterstützung. Wir haben keine Zeit, pessimistisch zu sein", sagte er - und verbreitete leichte Zuversicht. "Japan als Land wird die Katastrophe überwinden und sich erholen." Die Bevölkerung habe die erste Woche nach der Katastrophe mit Ruhe bewältigt. Man habe alle Informationen zur Lage am AKW Fukushima öffentlich gemacht. Den Opfern und Angehörigen der Opfer drückte er sein Beileid und Mitgefühl aus.

+++ Hessen lässt AKW Biblis abschalten +++

[12.20 Uhr] Das hessische Umweltministerium hat den Energiekonzern RWE angewiesen, das Atomkraftwerk Biblis A herunterzufahren. Die am Freitag zugestellte Verfügung umfasst nach Angaben des Umweltministeriums auch den derzeit ohnehin stillstehenden Block B und wird mit einem Gefahrenverdacht begründet. Hintergrund ist das dreimonatige Moratorium zur Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Ältere Atomkraftwerke müssen demnach für diese Zeit sofort vom Netz. RWE hatte bereits angekündigt, der Anordnung zu folgen.

+++ Reaktor 4 soll Samstagfrüh an Stromnetz angeschlossen werden +++

[12.15 Uhr] Die Betreibergesellschaft Tepco hat mitgeteilt, dass der Elektrizitätsanschluss im Reaktor 4 des Atomkraftwerks Fukushima I am Samstagmorgen (Ortszeit) wieder hergestellt sein könnte. Dadurch soll es ermöglicht werden, die Kühlung in der havarierten Anlage wieder in Gang zu bringen.

+++ Treibstoffproduktion wird erhöht +++

[12.13 Uhr] Der Ölkonzern Showa Shell Sekiyu KK hat mitgeteilt, in seinen vier Raffinerien laufe der Betrieb wieder bei maximaler Leistung. Dadurch soll die Treibstoffknappheit im Katastrophengebiet verringert werden.

+++ Grippe breitet sich aus +++

[12.02 Uhr] Der Sender NHK berichtet, die Zahl der Grippekranken im Katastrophengebiet steige. Er beruft sich auf Angaben des japanischen nationalen Institutes für Infektionskrankheiten. Demnach warnt die Institution, Grippe und Infektionskrankheiten könnten sich ausbreiten und die ohnehin überforderten Krankenhäuser in der Gegend zusätzlich schwer belasten.

+++ Stromlage in Tokio entspannt sich +++

[11.45 Uhr] Der Energieversorger Tepco hat mitgeteilt, dass geplante Stromabschaltungen in der japanischen Hauptstadt aufgehoben worden seien. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Tepco betreibt das havarierte AKW Fukushima.

+++ Hohe Radioaktivität außerhalb von AKW Fukushima I gemessen +++

[11.38 Uhr] Der Sender NHK berichtet, am zweiten Tag in Folge sei in einem Gebiet 30 Kilometer nordwestlich des AKW Fukushima I hohe Radioaktivität gemessen worden. Den Angaben zufolge wurden 150 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Wenn jemand dieser Strahlung sechs oder sieben Stunden ausgesetzt sei, so der Bericht, sei das die für einen Menschen verträgliche Jahresdosis.

+++ Regierung zeigt Verständnis für ausländische Vorsicht +++

[11.34 Uhr] Über den Twitter-Account des Premierministers hat sich Regierungssprecher Edano zur Evakuierungszone um das AKW Fukushima geäußert. Laut Edano hat die japanische Regierung Verständnis dafür, dass manche ausländische Regierungen ihren Bürgern empfehlen, mindestens 80 Kilometer Abstand zu der Anlage zu halten. Japan würde laut Edano dasselbe tun, wenn es an Stelle der anderen Länder wäre. Man habe jedoch angemessene Maßnahmen ergriffen, die auf Messergebnissen beruhten. Die USA haben beispielsweise ihren Bürgern geraten, 80 Kilometer Abstand zum Unglücks-AKW zu halten.

+++ Gefahr für Tokio: Wind dreht sich +++

[11.31 Uhr] Der Wind am Unglücksreaktor soll zu Beginn kommender Woche wieder in Richtung der Millionenmetropole Tokio drehen. "Wie weit sich die Radioaktivität dann ausbreitet, kann man aber noch nicht sagen", sagte Christina Speicher vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Am Dienstag soll der Wind voraussichtlich erneut seine Richtung ändern und wieder auf Nord/Nordwest umschwenken. Zunächst wehe er bis zum Wochenende weiter auf den Pazifik hinaus, wobei er am Samstag auffrische, so Speicher. Die in Fukushima freigesetzten radioaktiven Partikel würden so nordostwärts aufs Meer getragen. In der Nacht zum Montag werde der Wind allerdings drehen. Die Partikel erreichten nach etwa vier Tagen das Seegebiet südlich der Aleuten, sagte Speicher. Die Inselkette liegt zwischen Nordamerika und Asien am Südrand des nordpazifischen Beringmeers.

+++ Andacht in NRW-Behörden +++

[11.23 Uhr] Mit einer Schweigeminute haben Tausende Mitarbeiter in den Landesbehörden wie auch in vielen Schulklassen in Nordrhein-Westfalen der Katastrophenopfer in Japan gedacht. Vor den Dienstgebäuden des Landes wehten Flaggen auf halbmast. In der Düsseldorfer Staatskanzlei versammelten sich die Mitarbeiter schweigend. Dort wie in den anderen Landesbehörden wurde auf eine Ansprache verzichtet. In vielen Schulen gab es Lautsprecherdurchsagen, die die Schüler aufforderten, sich zu einer Trauerminute zu erheben. Nirgendwo in Deutschland leben so viele Japaner wie in Düsseldorf und Umgebung. Nach letzten Zahlen des japanischen Generalkonsulats sind in NRW mehr als 12.000 Japaner ansässig, davon etwa 8000 rund um die Landeshauptstadt.

+++ Sprecher: Japanische Regierung war "überfordert" +++

[11.15 Uhr] Die japanische Regierung war nach Aussage von Regierungssprecher Yokio Edano von der Größe der Naturkatastrophen am vergangenen Freitag "überfordert". Dies habe die Reaktionen auf das Erdbeben und den Tsunami verlangsamt, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Regierungschef.

+++ Feuerwehr aus Tokio am Einsatzort +++

[11.11 Uhr] Mit 30 Wagen und 139 Männern ist die Feuerwehr aus Tokio am AKW Fukushima angekommen und hilft beim Kühlen des Reaktor 1, berichten japanische Medien. Zwei Sonderlöschzüge der US-Armee seien ebenfalls im Einsatz, heißt es.

+++ Explosionsgefahr in Reaktor 4 gestiegen +++

[11.02 Uhr] Über dem Abklingbecken von Reaktor 4 des AKW Fukushima wurde jetzt Wasserstoff festgestellt. Das meldete die Vertretung der japanischen Atomwirtschaft JAIF (Japan Atomic Industrial Forum). Wasserstoff führte in den Reaktoren 1, 2 und 3 der Anlage in den vergangenen Tagen zu mehreren Explosionen. Diese beschädigten die Reaktorgebäude und vermutlich auch die Containments, die Sicherheitsbehälter, der Reaktoren 2 und 3. Wasserstoff entsteht bei Temperaturen über 800 Grad Celsius durch eine Aufspaltprozess aus dem Kühlwasser im Becken. Die Explosionsgefahr und damit das Risiko für die mit der Kühlung der Reaktoren und Füllung der Becken beschäftigten Einsatzkräfte ist damit deutlich erhöht.

+++ Japanischer Baseballstar spendet 900.000 Euro +++

[10.55 Uhr] Der japanische Baseballstar Ichiro Suzuki hat 100 Millionen Yen (etwa 900.000 Euro) für das japanische Rote Kreuz gespendet. Mit dem Geld sollen die Erdbebensschäden in der Region gemildert werden. Suzuki spielt in den USA in der Major League Baseball. Der Outfielder der Seattle Mariners hatte bereits im vergangenen Monat zehn Millionen Yen (etwa 90.000 Euro) für die Region Miyazaki gespendet, die von einem Vulkanausbruch betroffen war.

+++ Evakuierungszone bleibt+++

[10.42 Uhr] Nach Angaben der japanischen Atomaufsicht ist es zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig, die Evakuierung auszuweiten. Diese beläuft sich derzeit auf 30 Kilometer im Umkreis des AKW Fukushima.

+++ Beck warnt vor Milliardenklagen +++

[10.33 Uhr] Wegen des Atom-Moratoriums der Bundesregierung erwartet der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck milliardenschwere Schadensersatzforderungen der Atombetreiber. Die Abschaltung der noch vor wenigen Tagen als sicher erachteten Reaktoren sei schwer begründbar, sagte Beck und warb für einen Antrag der SPD-geführten Länder im Bundesrat, die ältesten und pannenanfälligsten acht Reaktoren sofort stillzulegen und für die übrigen Meiler zum rot-grünen Ausstiegsbeschluss aus dem Jahr 2000 zurückzukehren.

+++ Atombehörde stuft Störfall hoch +++

[10.21 Uhr] Die japanische Atomsicherheitsbehörde hat die Schwere des AKW-Unfalls in Fukushima heraufgestuft. Dieser habe nun die dritthöchste Stufe auf der Internationalen Bewertungsskala (INES), teilte die Behörde mit. Damit werden die Ereignisse am Kraftwerk in Fukushima nicht mehr als "Unfall" der Stufe vier, sondern als "ernster Unfall" der Stufe fünf bewertet. Die Bewertungsskala hat insgesamt sieben Stufen. Die Vorkommnisse an den Reaktoren 1, 2 und 3 des AKW Fukushima fallen nun in Kategorie fünf (zuvor vier), der Zwischenfenfall im Reaktor 4 in Kategorie drei.

+++ Japans Kronprinz sagt Prinz William ab +++

[10.12 Uhr] Japans Kronprinz Naruhito und seine Kronprinzessin Masako werden nicht zur Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton erscheinen. Sie haben eine entsprechende Einladung für den kommenden Monat abgelehnt. Die Entscheidung wurde dem britischen Königshaus übermittelt. Derzeit wohnt das japanische Paar in der Kronprinzenresidenz und drückte den Opfern des Erdbebens vom vergangenen Freitag sein Mitgefühl aus. Auch eine Familienreise mit Tochter Aiko nach Nagano sagten die beiden ab.

+++ Regisseur Aronofsky sagt Dreh in Japan ab +++

[10.09 Uhr] Regisseur Darren Aronofsky ("Black Swan") ist von dem geplanten Filmprojekt "The Wolverine" abgesprungen. Die Dreharbeiten sollten in diesem Frühjahr in Japan beginnen, berichtete das US-Branchenblatt "Variety". Im vergangenen Herbst hatte der amerikanische Regisseur zunächst zugesagt, den Streifen mit Hugh Jackman als Comic-Superheld zu inszenieren.

Welle nach Erdbeben war dreimal so hoch wie erwartet

+++ Tsunami übertraf Katastrophenerwartungen um das Dreifache +++

[09.52 Uhr] Die zehn Meter hohe Welle, die im Anschluss an das Erdbeben auf die Küste Japans prallte, war dreimal so hoch, wie Behörden der Küstenstadt Sendai für den Katastrophenschutz als Grundlage genommen hatten. Das erklärte der Tsunami-Forscher Fumihiko Imamura. Der Professor der Universität Tokio sagte, dass die Welle zu den Weltgrößten zähle, die jemals auf eine Küste niedergegangen seien. Die Höhe der Welle konnte aufgrund eines Abdrucks an einer Hauswand einer Grundschule im Arahama-Bezirk der Stadt festgestellt werden. In der Region von Miyagi waren als Sicherheitsmaßnahmen vor Tsunamis zuvor fünf Meter hohe Dämme errichtet und Pinienwälder an der Küstenlinie gepflanzt worden. Die Maßnahmen basierten auf der Annahme, dass eine Drei-Meter-Welle die Region hätte treffen können.

+++ Verstärkung für "Fukushima 50" +++

[09.43 Uhr] Sie werden die "Fukushima 50" genannt: Jetzt bekommen die etwa 200 Männer, die in Fukushima I im rotierenden Vier-Schichten-System gegen den Super-GAU kämpfen, Verstärkung. Mehr als 120 Männer seien inzwischen am Ort des Geschehens im Einsatz, darunter auch Spezialisten anderer Atomkonzerne, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Tepco. 140 Feuerwehrleute seien auf dem Weg zum Kraftwerk, um die Armee zu unterstützen, berichten japanische Medien.

+++ Bericht: Tepco wollte Angestellte abziehen, Kan sprach Verbot aus +++

[09.36 Uhr] Die japanische Regierung hat den Betreibern des stark beschädigten AKW verboten, seine Mitarbeiter von der Anlage abzuziehen. Wie die Zeitung "Mainichi Shimbun" berichtet, hatte Tepco am Montag Sorge über die Sicherheit seiner Angestellten geäußert. Regierungschef Naoto Kan habe aber die Bitte, die Mitarbeiter abziehen zu dürfen, zurückgewiesen. "Eine Abberufung ist unmöglich", zitierte die Zeitung Kan. "Es geht nicht darum, ob Tepco kollabiert, es geht darum, ob Japan zusammenbricht", soll er demnach entgegnet haben. Ein namentlich nicht genannter Vertreter der Betreibergesellschaft sagte dem Blatt, dies bedeute, die Arbeiter sollten sich der Strahlung aussetzen und "sterben". In der Anlage Fukushima I waren bis zu dem Erdbeben vor einer Woche bis zu 5000 Menschen tätig. Offiziell hat Tepco bisher nicht erklärt, wie viele Arbeiter noch auf dem Gelände des Kraftwerks sind.

+++ Kernkraft-Chef: Biblis A am Netz lassen +++

[09.27 Uhr] Der Chef der Kernkraftsparte von RWE Power, Gerd Jäger, fordert eine sachlichere Atomdebatte in Deutschland. "Die Kernkraftwerke sind sicher und können daher weiter betrieben werden", so Jäger. "Ich kann nicht erkennen, dass sich an dieser Grundlage etwas verändert hat." Man habe das Moratorium der Regierung zur Kenntnis genommen, für eine rechtliche Bewertung der Abschaltung der älteren Kraftwerke sei es noch zu früh. Jäger betonte, dass er auf den Weiterbetrieb des ältesten deutschen Meilers Biblis A setze.

+++ Drei neue Minister für Wiederaufbau +++

[09.13 Uhr] Die japanische Regierung unter der Führung der Demokratischen Partei Japans (DPJ) will drei Staatsminister zum Kabinett hinzufügen, um den Wiederaufbau nach dem Erdbeben voranzutreiben. Premierminister Naoto Kan, der der DPJ vorsteht, wurde außerdem nahegelegt, zwei Oppositionsführer - Sadakazu Tanigaki von der Liberalen Demokratischen Partei und Natsuo Yamaguchi von der Neuen Komeito Partei - in sein Kabinett zu holen, um die nationale Einheit zu stärken. Durch die Maßnahmen soll die Handlungsfähigkeit des Kabinetts erhöht werden, um auf die Folgen der Erdstöße zu reagieren.

+++ AKW mit Sand und Beton zuschütten? +++

[09.00 Uhr] Der Betreiber des Unglücksreaktors Fukushima erwägt erstmals öffentlich, das AKW unter einer Schicht aus Sand und Beton zu begraben. "Es ist nicht unmöglich, die Reaktoren mit Beton zu überziehen", teilte Tepco mit. Zunächst solle aber versucht werden, die Reaktoren abzukühlen. Nach der Katastrophe in Tschernobyl wurde ebenfalls mit Sand und Beton eine Deckschicht geschaffen. Vielleicht sei es die einzige Möglichkeit, eine katastrophale Ausbreitung von Strahlung zu verhindern, sagten japanische Ingenieure.

+++ Kein Unterricht an Deutscher Schule in Japan +++

[08.47 Uhr] Für die Schüler an der Deutschen Schule in Yokohama fällt der Unterricht länger aus als zunächst geplant. Bis mindestens 27. März bleibt die Schule geschlossen. "Es ist nicht auszuschließen, dass diese Frist erneut verlängert werden muss", schreibt Schulleiter Michael Szewczyk im Blog der Schule. "Dabei waren wir optimistisch genug zu glauben, das Schlimmste läge hinter uns. Dem war leider nicht so." Die Schule liegt etwas mehr als 200 Kilometer vom AKW Fukushima I entfernt. Besonders schwer sei die Situation für Schüler und Eltern, die noch vor Ort seien. Die Schule bemühe sich, jodhaltige Medikamente zu besorgen.

+++ Wirtschaft warnt vor kurzfristigem Ausstieg aus Atomenergie +++

[08.40 Uhr] Die deutsche Industrie hat vor einem kurzfristigen Ausstieg aus der Atomenergie gewarnt. "Alle Experten wissen, dass wir auf absehbare Zeit die Atomenergie in Deutschland brauchen", sagte der Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel. Zudem müsse darüber gesprochen werden, was an der Stelle der Atomenergie stehen solle. Ähnlich wie Keitel mahnte auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt die Bundesregierung, ihre Energiepolitik nicht übereilt, sondern mit Bedacht zu überprüfen. Deutschland müsse sich daran orientieren, welche Konsequenzen andere Länder aus dem Atomunglück in Japan zögen, sagte Hundt.

+++ Aufbau der Infrastruktur schreitet voran +++

[08.32 Uhr] Schritt für Schritt wird lebenswichtige Infrastruktur in den Gebieten wiederhergestellt, die beim schweren Beben zerstört wurde. Rund 90.000 Rettungsarbeiter, darunter Polizisten und Streitkräfte, sind mittlerweile beteiligt. Zerstörte Straßen, Flughäfen und Häfen werden nach und nach repariert. Der Tokio Expressway wurde für Rettungsfahrzeuge geöffnet und der überspülte Sendai Airport für Flugzeuge und Helikopter zugänglich gemacht. Es gibt aber immer noch eine große Unterversorgung mit Benzin und nur wenig Transportfahrzeuge.

+++ IAEA will Strahlung messen +++

[08.26 Uhr] Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA sind auf dem Weg zum Unglücksmeiler Fukushima I, um sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen und dort die radioaktive Strahlung zu messen. Über die Strahlenbelastung hatte es in den vergangenen Tagen häufiger widersprüchliche Angaben von japanischer Seite gegeben.

+++ Tepco rechnet mit Stromverbindung +++

[08.14 Uhr] Der AKW-Betreiber Tepco hofft, die Reaktoren 1 und 2 am Samstag mit der wiederhergestellten Stromverbindung versorgen zu können, berichtete der Sender NHK. Der Strom wird für die Kühlung benötigt, da sonst eine komplette Kernschmelze droht. Über den Zustand der Technik in den teilweise völlig zerstörten Reaktorhallen gab es keine genauen Angaben. In einem Gebäude neben Block 1 sei bereits ein Stromverteiler installiert worden, meldete NHK weiter unter Berufung auf Tepco. Nun werde an einer Verbindung zum Transformator am Block 2 gearbeitet.

+++ Hand in Hand für die Opfer +++

[08.03 Uhr] Der Fernsehsender NHK zeigt Bilder aus einer Notunterkunft in Yamada in der verwüsteten Provinz Iwate, in der sich ältere Überlebende während der Schweigeminute Hand in Hand symbolisch vor den Opfern verbeugen.

+++ WHO: Strahlenrisiko außerhalb Fukushimas gering +++

[07.55 Uhr] Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bleibt das Risiko der Strahlenbelastung nach dem Reaktorunglück lokal begrenzt. Es gebe "keine Hinweise auf eine signifikante Verbreitung von radioaktivem Material" abseits der unmittelbaren Umgebung des AKW Fukushima I, sagte der Leiter der WHO in China, Michael O'Leary. Außerhalb einer Zone von 30 Kilometern rund um das Kraftwerk besteht nach Auffassung von Gesundheitsexperten nur ein geringes Risiko. Dennoch überwachen China und andere asiatische Länder das Strahlungsniveau nun gründlicher als zuvor.

+++ Wasserwerfer auf Reaktor 1 +++

[07.42 Uhr] Die Kühlversuche per Wasserwerfer sollen nun auch auf Reaktor 1 von Fukushima I ausgeweitet werden, sagte Regierungssprecher Yukio Edano laut NHK. Zuvor war der Einsatz der Wasserwerfer nur für die Blöcke 3 und 4 geplant gewesen. Um die Situation zu entschärfen, war geprüft worden, ob auch Reaktor 1 auf diese Weise gekühlt werden könne. Edano betonte laut NHK, dass die Lage an Reaktor 1 nicht so dramatisch sei wie an den Blöcken 3 und 4. Die Kühlung des Reaktorbehälters in Block 1 könnte aber einer weiteren Krise vorbeugen.

+++ Ministerpräsident Kan verspricht bessere Informationspolitik +++

[07.39 Uhr] Der aus Japan stammende Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, wird bei seinem Besuch des Landes das schwer beschädigte AKW Fukushima nicht besichtigen. Erneut jedoch bat er Ministerpräsident Naoto Kan um eine engere Zusammenarbeit und forderte, er möge die internationale Öffentlichkeit besser über die Lage informieren. Kan soll dies bei einem Treffen am Nachmittag (Ortszeit) auch zugesagt haben.

+++ Handelsminister ruft Japan zum Stromsparen auf +++

[07.30 Uhr] Der japanische Handelsminister Banri Kaieda hat die Bevölkerung und die Industrie zum Stromsparen aufgerufen. Zudem habe er Firmen im Westen des Landes gebeten, ihre Produktion zu erhöhen, um damit die Ausfälle aus der vom Erdbeben betroffenen Region zu kompensieren, sagt er.

+++ Tepco: Strahlenbelastung an Krisen-AKW sinkt +++

[07.21 Uhr] Das Kühlen des havarierten AKW Fukushima I scheint einen minimalen Erfolg zu haben: Die Intensität der radioaktiven Strahlung sei leicht zurückgegangen, wie der TV-Sender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco übereinstimmend berichteten. Demnach sank die Dosis um 17 Zähler auf 292 Mikrosievert pro Stunde, wie Messungen am Westeingang des AKW ergaben. Dieser Wert bedeutet, dass Menschen am Ort der Messung in gut drei Stunden so viel Strahlung ausgesetzt sind, wie verteilt über die Spanne eines ganzen Jahres in Deutschland als gerade noch verträglich gelten würde. Näher an den Reaktoren ist die Dosis weitaus höher.

Mehr als 16.600 Tote und Vermisste

+++ Mehr als 16.600 Tote und Vermisste +++

[07.13 Uhr] Die Behörden haben erneut die Opferzahlen nach oben korrigiert. Mehr als 16.600 Menschen seien tot oder vermisst, teilte die Polizei mit. Der Tod von 6405 Menschen ist demnach bestätigt, von 10.259 Menschen fehlte jede Spur. Die Zahl der Verletzten wurde mit 2409 angegeben. Die Vermutung, dass auch die Vermissten tot sind, wurde immer mehr zur Gewissheit. Die Helfer hatten so gut wie keine Hoffnung mehr, unter den Trümmern noch Überlebende zu finden.

+++ Indien: Weltweite Sicherheitsüberprüfung von AKW +++

[07.06 Uhr] Indien unterstützt eine weltweite Überprüfung der Sicherheit von Atomenergie. Die Ereignisse in Fukushima "sollten uns dazu veranlassen, die Strategien für nukleare Sicherheit zu überdenken", sagte der indische Ministerpräsident Manmohan Singh. Für die 20 indischen Atomkraftwerke hatte Singh bereits zuvor eine Sicherheitsüberprüfung angeordnet.

+++ Schweigeminute in Japan +++

[07.00 Uhr] Japan gedenkt der Opfer des Erdbebens und des Tsunamis: Laut BBC hat das Land eine Schweigeminute eingelegt.

+++ "Was soll ich tun?" +++

[06.50 Uhr] Stephen O'Toole aus Tokio schreibt laut BBC: Er habe soeben die Abschlussfeier seiner Tochter im Kindergarten in Nishi gefeiert. Alle seien "ruhig" gewesen und hätten "fröhlich Fotos" ihrer Kinder gemacht. Zuhause habe er dann gelesen, dass die Botschaften von USA und Großbritannien raten, man möge Tokio verlassen oder zumindest in den Süden Japans fliehen. Das widerspreche allerdings Meldungen, in Tokio - fernab der Evakuierungszone - sei man absolut sicher. "Nun, was soll ich glauben?", fragt O'Toole. Er habe eine fünfköpfige Familie zu versorgen und zu beschützen, die finanziellen Mittel seien beschränkt.

+++ Wasserfontänen auf Block 3 +++

[06.47 Uhr] Laut NHK-Kommentator wechseln sich vorerst sieben Armeefahrzeuge bei dem Kühleinsatz ab. Wenige Minuten nach Beginn des Kühlungsversuchs stieg weißer Dampf von Block 3 auf. Später sollten den Plänen zufolge auch Feuerwehrmänner aus Tokio beim Kühlen der überhitzten Reaktoren helfen. Rund 140 Helfer waren in der Stadt Iwaki südlich der Anlage in Fukushima in Stellung gegangen. Der Sender zeigte Aufnahmen von nebeneinander aufgereihten roten Einsatzwagen.

+++ Ingenieure arbeiten an Stromversorgung +++

[06.34 Uhr] Japanische Ingenieure versuchen weiterhin, die Stromversorgung in Fukushima I wiederherzustellen. Laut BBC sind sie mit einer hohen radioaktiven Strahlung konfrontiert und haben damit zu kämpfen, dass die Gebäude der Anlage extrem beschädigt sind.

+++ NHK zeigt Live-Bilder der Kühlung +++

[06.23 Uhr] Der japanische TV-Sender NHK zeigt Bilder, wie Tonnen von Wasser auf den Reaktor 3 gesprüht werden.

+++ Feuerwehrleute und Soldaten kühlen erneut +++

[06.13 Uhr] Zweiter Kühlversuch: Einsatzfahrzeuge der Armee richten ihre Wasserfontänen auf die strahlenden Reaktoren. Der Fernsehsender NHK zeigte Live-Bilder vom Start der Aktion, deren Ziel zunächst der Block 3 war - später sollte den Plänen zufolge Block 4 folgen. Auch gab es Überlegungen, Reaktor 1 in die Wasserkühlung einzubeziehen.

+++ Lafontaine: Bundeswehr nach Japan entsenden +++

[06.00 Uhr] Der ehemalige Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, will die Bundeswehr als Katastrophenhelfer nach Japan schicken. "Die Bundeswehr hat technische Geräte, um atomare Verseuchung zu bekämpfen. Es bietet sich doch an, diese technischen Geräte jetzt den Japanern zur Verfügung zu stellen", sagte Lafontaine der "Leipziger Volkszeitung". Die Bundeswehr solle zu einer weltweit einsetzbaren unbewaffneten Helfertruppe nach dem Modell der Grünhelme umgebaut werden.

+++ Polizeigewerkschaft fordert besseres Atom-Warnsystem +++

[05.40 Uhr] Als Reaktion auf die Ereignisse in Japan fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft ein besseres Warnsystem für Katastrophenfälle in Deutschland. "Wir haben kein effektives Alarmsystem, um die Bevölkerung etwa nach einem Atom-GAU schnell flächendeckend zu informieren", sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Von ehemals rund 100.000 Alarmsirenen seien zwei Drittel inzwischen abgebaut worden. "Eine akustische Warnung ist also längst nicht mehr überall gewährleistet", so Wendt.

+++ Trittin: "Garantie zum Weiterbetrieb einer gefährlichen Technik" +++

[05.33 Uhr] Grünen-Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin geht davon aus, dass nach dem jetzigen Atomgesetz einige Kernkraftwerke bis Mitte des Jahrhunderts weiter laufen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe mit ihrer Atompolitik die "Garantie zum Weiterbetrieb einer gefährlichen und unbeherrschbaren Technik" gegeben, sagte Trittin der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe). Kraftwerksbetreiber seien per Gesetz berechtigt, die Laufzeiten älterer Meiler ohne Genehmigung der Atomaufsicht auf jüngere Anlagen zu übertragen. "Am Ende reden wir von Laufzeiten über 2050 hinaus", sagte Trittin.

Läden im Nordosten Japans öffnen wieder

+++ Provinz Miyagi: 380.000 Flüchtlinge in 2200 Lagern +++

[05.25 Uhr] Die Infrastruktur in der schwer getroffenen Präfektur Miyagi wird schrittweise wiederhergestellt. Dennoch herrscht immer noch Ausnahmezustand. Wegen der Kraftstoffknappheit gestattete die Präfektur-Regierung, dass Todesopfer ohne Verbrennung bestattet werden dürfen. Die Politiker beschlossen zudem, umgerechnet fast 50 Millionen Euro aus der Reserve für die Treibstoffkosten der Armee zu nutzen. Diese bringt seit Tagen unter anderem Hilfsgüter zu den Bedürftigen. In den rund 2200 Notfalllagern leben der Agentur Kyodo zufolge derzeit mehr als 380.000 Obdachlose. Ihre Versorgung ist weiterhin schwierig. Mehr als 20 Menschen starben bereits.

+++ Läden im Nordosten Japans öffnen wieder +++

[05.15 Uhr] In die von der Naturkatastrophe zerstörten Gebiete im Nordosten Japans kehrt der Alltag nach und nach zurück. Um die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen, öffneten fast alle Geschäfte in einer Einkaufsstraße in Sendai, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag berichtete. Auch die Läden in Tome boten den Kunden das Nötigste, nachdem die Stromversorgung wieder aufgebaut war.

+++ Hamsterkäufe in Katastrophen-Region +++

[05.06 Uhr] Die BBC zitiert einen Mann, der rund 80 Kilometer vom Kraftwerk Fukushima entfernt wohnt. Max Becker-Pos berichtet von Hamsterkäufen in Geschäften und langen Schlangen an den Tankstellen der Region. "Die Leute wirken zwar recht gelassen, aber das ist nur Fassade."

+++ Ökonomen kritisieren Oettinger-Aussagen scharf +++

[05.00 Uhr] Führende deutsche Ökonomen haben massive Kritik an EU-Energiekommissar Günther Oettinger und dessen Äußerungen zur Japan-Katastrophe geübt. "Es ist brandgefährlich, wenn sich amtliche Stellen populistischen Dramatisierungen in den Medien anschließen, um diesen so Gewicht zu geben", sagte der frühere Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und jetzige Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit, Klaus Zimmermann, am Donnerstag "Handelsblatt Online".

Oettinger hatte am Mittwoch im EU-Parlament vor "weiteren katastrophalen Ereignissen in den nächsten Stunden" gewarnt.

+++ US-Experte: Kühlaktion könnte Wochen beanspruchen +++

[04.33 Uhr] Laut dem US-Nuklear-Experten Gregory Jaczko könnte es Wochen dauern, bis die überhitzten Reaktoren im Kraftwerk Fukushima wieder auf Normaltemperatur gebracht sind. Dies meldet die britische BBC.

+++ Armee verzichtet auf erneuten Helikopter-Einsatz +++

[04.29 Uhr] Am Freitag wird es nach Angaben des US-Militärs keinen erneuten Einsatz von Löschhubschraubern über dem Kraftwerk Fukushima geben. Mit den Helikoptern hatten die Streitkräfte am Donnerstag große Mengen Wasser auf die Reaktoren abgeworfen. Gründe für den Verzicht lieferte die Armee zunächst nicht.

+++ Feuerwehr unterstützt den Kühleinsatz +++

[04.16 Uhr] Feuerwehrmänner aus Tokio sollen beim Kühlen der überhitzenden Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima Eins helfen. Mehr als 100 Helfer seien in der Stadt Iwaki südlich der Anlage in Fukushima angekommen, berichtete NHK am Freitagmorgen (Ortszeit). Er zeigte Aufnahmen von nebeneinander aufgereihten roten Einsatzwagen.

Am Nachmittag sollen die Feuerwehrleute damit beginnen, den Reaktor 3 von außen zu kühlen. Ob dies auch bei Reaktor 1 möglich sei, werde geprüft, sagte Regierungssprecher Edano. Die Feuerwehr habe Ausrüstung dabei, um Tonnen von Wasser über große Entfernungen zu versprühen, berichtete NHK. Die Reichweite der Polizei-Wasserwerfer, die am Donnerstag eingesetzt wurden, sei nicht ausreichend gewesen.

+++ Notenbank steckte bisher 322 Milliarden Euro in den Markt +++

[04.06 Uhr] Finanzieller Kraftakt: Die Summe der kurzfristigen Notfallmaßnahmen der japanischen Notenbank (BoJ) summiert sich inzwischen auf rund 37 Billionen Yen (322 Milliarden Euro). Die Währungshüter hatten am Montag den Rahmen für Rückkäufe von Staatsanleihen erhöht. Mit den Schritten will die Notenbank einen Kollaps der Finanzmärkte verhindern.

+++ Tepco: Kühlsystem soll schon Freitagnacht wieder laufen +++

[03.59 Uhr] Positive Entwicklung im Drama um das Kraftwerk Fukushima: Der Betreiber Tepco hofft, das Kühlsystem im Reaktor 2 schon Freitagnacht (Ortszeit) wieder in Betrieb nehmen zu können. Damit wäre zumindest hier das Risiko eines noch größeren Atomunfalls vorerst gebannt, wie der TV-Sender NHK meldet.

+++ Behörden: Flüchtlinge sollen Miyagi-Provinz verlassen +++

[03.42 Uhr] Die Flüchtlinge in der Unglücksprovinz Miyagi wurden von den Behörden aufgefordert, auf die benachbarten Präfekturen auszuweichen. Grund sei der akute Platzmangel in den Notunterkünften, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Eine ähnliche Anweisung hatte es bereits in der Provinz Fukushima gegeben. Sie liegt südlich von Miyagi. In den Katastrophengebieten im Nordosten Japans herrscht derzeit Eiseskälte.

+++ Beben forderte mehr als 6000 Tote +++

[03.36 Uhr] Japans Polizei hat neue Opferzahlen des verheerenden Bebens und des folgenden Tsunamis veröffentlicht: Bei der Naturkatastrophe kamen demnach 6405 Menschen ums Leben. 10.259 Personen werden eine Woche nach dem Beben noch vermisst.

+++ Sprecher: Strahlung am AKW vergleichsweise niedrig +++

[03.19 Uhr] Die am Kernkraftwerk Fukushima gemessene radioaktive Strahlung sei derzeit nicht so stark, dass sie direkte Gesundheitsschäden hervorrufe, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Freitagmorgen. Allerdings hänge die Intensität von verschiedenen Faktoren ab und werde weiterhin intensiv gemessen.

+++ Japan setzt auf Hilfe der USA +++

[03.11 Uhr] Regierungssprecher Edano hat betont, dass Japan auf die Hilfe der US-Regierung setze. Es werde laufend besprochen, wie die USA das Land am besten unterstützen könnten. Damit widersprach Edano Medienberichten, wonach US-Hilfe abgelehnt worden sei. "Wir haben nie gesagt, wir bräuchten das nicht", stellte er klar.

Zuvor hatte beim Sicherheitsradius um das Krisen-AKW Uneinigkeit zwischen den beiden Nationen bestanden - Japan hält 30 Kilometer für angemessen. Die USA hingegen hatten ihren Bürger nahegelegt, das Gebiet im Umkreis von 80 Kilometern zu verlassen.

+++ Wieder Rauchentwicklung im havarierten AKW +++

[02.59 Uhr] Aus einem der beschädigten Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi steigt weißer Rauch auf. Das teilte die japanische Attomaufsichtsbehörde am Freitag mit. Es handele sich um Block 2, sagte ein Sprecher. Die Ursache sei nicht bekannt.

Deutsche AKW nicht terrorsicher

+++ Polizeigewerkschaft: Deutsche AKW nicht terrorsicher +++

[02.55 Uhr] Die Deutsche Polizeigewerkschaft hält die Atomkraftwerke in der Bundesrepublik für nicht sicher vor Terrorangriffen. Der stellvertretende Gewerkschaftschef Hermann Benker sagte der "Bild": "Die Polizei kann gezielte Terrorangriffe auf AKW nicht verhindern." Szenarien wie gezielten Flugzeugabstürzen, Raketenangriffen mit mobilen Trägersystemen und Cyber-Attacken auf die Computer-Netzwerke der Reaktoren stehe die Polizei hilflos gegenüber.

Benker sagte, die Sicherheitsbeamten könnten lediglich durch Präsenz abschrecken. Für eine permanente Sicherung aller deutschen Kernkraftwerke mit vielen Einsatzkräften fehle das Personal.

+++ US-General sieht Rettungschancen optimistisch +++

[02.45 Uhr] Der Leiter der US-Militärhilfe für Japan ist nach eigenen Worten vorsichtig optimistisch über die Chancen der Einsatzkräfte im Atomkraftwerk Fukushima 1, eine Kernschmelze und damit eine nukleare Katastrophe abzuwenden.

Admiral Robert Willard sagte am Donnerstagabend, er habe Japan eine lange Liste mit Bereichen übergeben, in denen die US-Streitkräfte helfen könnten. 450 Fachleute der Streitkräfte für radiologisches und Katastrophenmanagement stünden für einen möglichen Einsatz in Japan bereit.

+++ Tepco schraubt Strahlen-Grenzwert für Arbeiter hoch +++

[02.23 Uhr] Der AKW-Betreiber Tepco erhöht den Grenzwert der Strahlenbelastung für die Arbeiter auf 100 Millisievert pro Stunde.

+++ Betreiber plant Rettungseinsatz an zwei Fronten +++

[02.21 Uhr] Mit einem Kampf an zwei Fronten wollen die Techniker im havarierten Atomkraftwerk Fukushima die Kontrolle über die vier beschädigten Reaktoren zurückgewinnen. Einerseits soll an den Blöcken 1 und 2 eine neu verlegte Stromleitung das Kühlsystem wieder zum Laufen bringen. Das berichtete ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde Nisa am Freitagmorgen (Ortszeit) in einer Pressekonferenz. Der Versuch für die neue Stromanbindung der beiden Blöcke solle noch am Freitag starten.

An Front Nummer zwei soll bei den Reaktoren 3 und 4 die Kühlung mit Löschhubschraubern und Wasserwerfern weitergehen. "Im Laufe des Tages" werde die bereits am Donnerstag begonnene Aktion wieder anlaufen, sagte der Nisa-Sprecher. Am Sonntag sei auch ein Anschluss der Reaktoren 3 und 4 an die Stromverbindung geplant.

+++ Yen-Kurs gibt nach +++

[02.18 Uhr] Die Erklärung der G7-Staaten zeigt sofort Wirkung: Kurz nach der Ankündigung, den Yen stützen zu wollen, sinkt der Kurs der japanischen Währung.

+++ Nationalbank pumpt neue Milliarden in den Markt +++

[02.13 Uhr] Die japanische Nationalbank stützt den angeschlagenen Finanzmarkt des Landes erneut mit einer gewaltigen Geldspritze. Drei Billionen Yen (26,7 Milliarden Euro) an frischem Kapital sollen die finanziellen Folgen der Erdbebenkatastrophe abmildern.

+++ Behörde: Rauch könnte von Explosion stammen +++

[02.07 Uhr] Erneut steigt Rauch vom Unglücks-AKW Fukushima auf, die Ursache ist jedoch noch unklar. Laut Japans Atombehörde könnte die Emission entweder aus dem Abklingbecken des Reaktors stammen - oder von einer neuerlichen Explosion.

+++ Tokio: Nikkei-Index klettert zum Handelsstart +++

[01.48 Uhr] An der Börse in Tokio hat der Handel begonnen. In der ersten Stunde erholte sich der Nikkei-Index und legte rund drei Prozent zu. Am Montag, dem ersten Börsentag nach dem Erdbeben war der Leitindex um rund zehn Prozent abgestürzt.

+++ G7 einigen sich auf Aktion am Devisenmarkt +++

[01.29 Uhr] Die Gruppe der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) hat sich für eine koordinierte Währungsintervention zur Unterstützung der von Erdbeben, Tsunami und Atomkrise angeschlagenen japanischen Wirtschaft ausgesprochen. Das teilte der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda am Freitag mit. Japans Notenbank sei seit 1 Uhr (MEZ) aktiv, die anderen Zentralbanken würden handeln sobald ihre Märkte öffneten. In einer Telefonkonferenz in der Nacht zum Freitag sei beschlossen worden, den starken Anstieg der Währung gemeinsam zu bremsen . Der Yen war nach dem verheerenden Erdbeben und angesichts der drohenden Atomkatastrophe auf ein Rekordhoch geklettert. Analysten rechneten daraufhin mit einem Eingreifen der Bank of Japan (BOJ).

+++ Behörde: Wieder Rauch über Kraftwerk +++

[01.28 Uhr] Aus den Reaktorblöcken 2, 3 und 4 steigt nach Angaben der japanischen Atombehörde weißer Rauch oder Dampf auf.

+++ Strahlung am Kraftwerk geht leicht zurück +++

[01.15 Uhr] Das Kühlen des havarierten AKW Fukushima mit Löschhubschraubern und Wasserwerfern scheint einen minimalen Erfolg gehabt zu haben. Am Donnerstagabend (20.40 Uhr Ortszeit) sei die Intensität der radioaktiven Strahlung leicht zurückgegangen, wie der TV-Sender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco berichteten. Demnach sank die Dosis um 17 Zähler auf 292 Mikrosievert pro Stunde, wie Messungen am Westeingang des AKW ergaben

+++ Katastrophe verursachte Schäden von bis zu 80 Milliarden Euro +++

[00.57 Uhr] Die "Financial Times" hat einen neuen Versuch gestartet, die Kosten der Naturkatastrophe in Japan zu berechnen. Laut den Kalkulationen der Zeitung bewegen sich die Schäden durch Beben und Tsunami zwischen fünf und zehn Billionen Yen (42 bis 84 Milliarden Euro). Halten sich die Folgen des Dramas um die Kernreaktoren in Fukushima im Rahmen, kann laut "FT" von einer Summe am unteren Ende des veranschlagten Spektrums ausgegangen werden. Das Beben von Kobe im Jahr 1995 hatte Kosten von rund 80 Milliarden Euro verursacht, dieses Mal seien die Schäden aber vergleichsweise geringer.

+++ Humanitäre Situation in Japan verschärft sich +++

[00.44 Uhr] Knapp eine Woche nach dem Beben wird die Lage der vielen obdachlosen Japaner angesichts des Wintereinbruchs immer dramatischer. In Turnhallen ohne Heizung kauern Menschen eng aneinander, um sich gegenseitig Wärme zu spenden, wie der TV-Sender NHK am Freitagmorgen (Ortszeit) mit Aufnahmen aus dem Nordosten des Landes belegte.

Es seien zwar teilweise Öfen und Heizungen vorhanden, aber es mangele an Strom und Heizöl für den Betrieb. Auf den TV-Bildern waren Menschen zu sehen, die Holz oder ähnlichen Brennstoff in Tonnen verfeuerten. Japans Wetterbehörde meldete am Freitagmorgen für den Nordosten Temperaturen unter Null. Etwa eine halbe Million Menschen soll derzeit obdachlos sein. NHK zufolge sind mindestens 25 Flüchtlinge in den Lagern schon gestorben.

+++ Japans Premier: Dank für Kühlungsoperation +++

[00.24 Uhr] Der japanische Premier Naoto Kan hat den Beteiligten der Kühlaktion vom Donnerstag seinen Dank ausgesprochen. "Ich danke ihnen dafür, dass sie sich an einer solch gefährlichen Operation beteiligt haben", so Kan laut der Nachrichtenagentur Kyodo. Mit Wasserwerfern und aus Hubschraubern hatten die Rettungskräfte versucht, die überhitzenden Reaktoren in der Fukushima-Anlage zu kühlen. Wie erfolgreich diese riskante Aktion verlaufen ist, blieb zunächst unklar.

+++ Deutschlandtrend: Grüne gewinnen fünf Prozent hinzu +++

[00.15 Uhr] Die Atomkatastrophe in Japan lässt die Grünen in der Wählergunst steigen. Im neuen "Deutschlandtrend" des ARD-Morgenmagazins vom Freitag legen sie um fünf Prozentpunkte zu und sind nun so stark wie zuletzt im vergangenen Dezember. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würden 20 Prozent den Grünen, die sich gegen die Nutzung von Atomkraft aussprechen, ihrer Stimme geben.

Lesen Sie die Ereignisse vom Donnerstag im Minutenprotokoll nach

jjc/ulz/jok/dpa/AFP/dapd/AP/Reuters
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