Missbrauchs-Vorwürfe Jackson fühlt sich als Opfer

Michael Jackson behauptet, dass gegen ihn eine Verschwörung im Gange sei. Die Eltern des Jungen, den er sexuell missbraucht haben soll, hätten das Kind veranlasst zu lügen.


Michael Jackson: Unschuldsbeteuerungen
DDP

Michael Jackson: Unschuldsbeteuerungen

New York - "Die Sucht nach Geld ist die Wurzel allen Übels", sagte Jackson, 45, in einem Exklusiv-Interview des amerikanischen Fernsehsenders CBS. Er glaube nicht, dass der 14-jährige Junge die Anschuldigen von sich aus erhoben habe. "Das ist ein süßes Kind", sagte Jackson. "Das ist nicht er, ich kenne sein Herz."

Er habe dem Jungen mit einem Aufenthalt auf seiner Neverland-Ranch geholfen, die Folgen einer Krebsbehandlung zu verkraften. Das Kind sei "völlig kahlköpfig und weiß wie Schnee durch die Chemotherapie" gewesen, als es zu ihm kam. Die Anschuldigungen des Kindesmissbrauchs seien "vollkommen falsch", sagte Jackson. "Bevor ich einem Kind wehtun würde, würde ich mir die Pulsadern aufschlitzen." Jackson soll den Jungen nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen Februar und März sieben Mal missbraucht haben.

Er finde bis heute nichts Anstößiges daran, mit einem fremden Kind im selben Bett zu sein, sagte Jackson. Der Junge habe tatsächlich in seinem Bett geschlafen. Er selbst habe allerdings nicht in dem Bett, sondern daneben auf dem Boden geschlafen. Jackson verwies als Begründung seiner "großen Liebe zu Kindern" darauf, dass er selbst keine gute Kindheit gehabt habe.

Jackson warf der Polizei vor, ihm nach seiner Verhaftung am 20. November eine Schulter ausgerenkt zu haben. Der Sender zeigte ein Foto des Sängers mit einem blutunterlaufenen und geschwollenen Unterarm. Die Aufnahme sei kurz nach Jacksons Freilassung gegen Kaution aufgenommen worden. Jackson erklärte, ihm seien Handschellen mit den Armen auf dem Rücken viel zu eng angelegt worden. Er sei zudem 45 Minuten lang auf einer mit Fäkalien übersäten Toilette eingesperrt und von Polizisten verhöhnt worden.



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