Nach mehr als 48 Stunden Passagier von brennender Fähre im Mittelmeer gerettet

Mehr als zwei Tage lang harrte ein Lkw-Fahrer auf einer brennenden Mittelmeerfähre aus – nun haben Rettungskräfte den Mann lebend gefunden. Mindestens elf Menschen werden jedoch noch vermisst.
Brennende »Euroferry Olympia« vor Korfu: Lösch- und Rettungseinsatz dauert an

Brennende »Euroferry Olympia« vor Korfu: Lösch- und Rettungseinsatz dauert an

Foto: ANGELOS TZORTZINIS / AFP

Einsatzkräfte haben am Sonntagmorgen einen der zwölf vermissten Passagiere von der brennenden Autofähre »Euroferry Olympia« gerettet. Das bestätigte der griechische Schifffahrtsminister Giannis Plakiotakis dem Fernsehsender Skai.

Der Mann hatte mehr als 48 Stunden auf der seit Freitag brennenden Fähre ausgeharrt. Damit gab es wieder Hoffnung, dass weitere Menschen überlebt haben könnten. Die Küstenwache geht nun von noch mindestens elf Vermissten aus – sieben Lkw-Fahrer aus Bulgarien, drei aus Griechenland und einer aus der Türkei.

Am Sonntag schafften es Feuerwehrleute, an Bord der Fähre zu gelangen. Zuvor hatten den Behörden zufolge enorm hohe Temperaturen von bis zu 600 Grad Celsius an den Außenseiten des Schiffes den Zugang unmöglich gemacht.

Auf der »Euroferry Olympia« war in der Nacht zum Freitag aus bisher unbekannten Gründen ein Brand ausgebrochen, der bis Sonntag nicht vollständig gelöscht werden konnte. Das Schiff der italienischen Reederei Grimaldi befand sich auf dem Weg vom nordwestgriechischen Igoumenitsa in die süditalienische Hafenstadt Brindisi.

Nach Ausbruch des Feuers wurden alle Menschen an Bord aufgerufen, das Schiff sofort zu verlassen. Binnen kurzer Zeit stand die Fähre komplett in Flammen. 280 Menschen wurden im Laufe des Freitags gerettet, zwölf wurden seither vermisst. Sie sollen in ihren Fahrzeugen auf den Garagendecks geschlafen haben und dort von den Flammen und der Hitze eingeschlossen worden sein.

DER SPIEGEL

Am Sonntag befand sich das Schiff nördlich von Korfu und wurde dort von Schleppern gesichert. Die Sicherheitskräfte fürchten, dass sich das Wetter verschlechtern und die Lösch- und Rettungsarbeiten behindern könnte.

Wie das italienische Umweltministerium mitteilte, hat die Fähre schätzungsweise 800 Kubikmeter Treibstoff und 23 Tonnen »ätzende Gefahrgüter« an Bord. Beim Überflug durch ein Flugzeug der italienischen Küstenwache sei ein »mögliches Auslaufen« der Substanzen festgestellt worden.

wit/dpa/AFP
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