Montblanc Zigarette löste Tunnel-Inferno aus

Es war eine achtlos aus dem Seitenfenster geworfene Zigarettenkippe. Laut eines Untersuchungsberichts war sie Auslöser des Flammen-Infernos im Montblanc-Tunnel, bei dem 39 Menschen starben.

Chamonix - Dies geht nach den Angaben gut unterrichteter Kreise vom Freitag aus dem jetzt abgeschlossenen Untersuchungsbericht zu der Katastrophe vom 24. März 1999 hervor. Zum zweiten Jahrestag des Unglücks kommen Angehörige der Opfer an diesem Samstag am Tunnel zwischen Frankreich und Italien zu einer Gedenkfeier zusammen.

Nach dem Bericht ist eine glühende Zigarette in den Luftfilter eines Volvo-Lastwagens geraten und löste damit den folgenschweren Brand aus. Dass es dabei Opfer gegeben hat, liegt nach dem 1000 Seiten umfassenden Bericht wahrscheinlich daran, dass neun Minuten vergingen, bis im Tunnel alle Ampeln auf rot geschaltet waren. So fuhren zahlreiche Autofahrer noch auf die Unglücksstelle zu. Die Schlussfolgerungen des Berichts wurden offiziell nicht bestätigt.

Wegen des Infernos laufen Ermittlungsverfahren unter anderem gegen den belgischen Lkw-Fahrer und einen heute pensionierten Mitarbeiter der französischen Tunnelbetreiber-Gesellschaft AMTB. Die Gesellschaft hatte die bereits früher aufgetauchte Mutmaßung zurückgewiesen, die Ampeln in der Verkehrsröhre seien erst neun Minuten nach Ausbrechen des Feuers auf rot geschaltet worden. Die Anwälte derjenigen, gegen die ermittelt wird, haben den Untersuchungsbericht bereits scharf kritisiert. Er sei mehr auf Medienwirksamkeit als auf Wahrheit aus.

Die verheerende Brandkatastrophe war nach einem ersten Zwischenbericht von dem belgischen Lastwagen ausgegangen. Das in Brand geratene Fahrzeug hatte während seiner Unglücksfahrt 20 Tonnen Mehl geladen. Die glühenden Zigarettenreste haben nach den Analysen den Luftfilter oben hinter der Fahrerkabine in Brand gesteckt und danach den Motor. Nach umfangreichen Reparaturen und verbesserten Sicherheitsmaßnahmen kann der Tunnel frühestens Ende September wieder freigegeben werden. Die Kosten für die Arbeiten in dem Tunnel sind auf mindestens zwei Milliarden Franc (600 Millionen Mark) gestiegen.