Mord an Carolin Die Mutter beschuldigt den Freund

Erst gegen die Wand geschlagen und dann das sterbende Kind in einer Klinik abgelegt: Die Mutter der getöteten Carolin beschuldigt ihren Freund des Mordes. Der habe in dem Mädchen einen "Bastard" gesehen, der der neuen Beziehung im Wege stand.


Carolin aus Weißenhorn: Computerrekonstruktion

Carolin aus Weißenhorn: Computerrekonstruktion

Berlin - Der Tod des kleinen Mädchens aus der Nähe des bayerischen Weißendorns ist nach der Festnahme der Mutter und deren Freund offenbar weitgehend aufgeklärt. Die 24-Jährige und ihr 30-jähriger Partner wurden in der italienischen Hafenstadt Brindisi in einer Jugendherberge gefasst. Die Frau hat nach Angaben der Polizei ein Geständnis abgelegt.

Sie habe seit einem Monat ein Verhältnis mit dem Mann, doch ihre dreijährige Tochter Carolin sei dem im Weg gestanden, berichtet die "Augsburger Allgemeine" unter Berufung auf eine Mitteilung der Polizei Brindisi.

Ihr Partner habe das Mädchen gehasst, als Bastard angesehen, sich deshalb wiederholter Misshandlungen und Grausamkeiten gegenüber der Kleinen schuldig gemacht, heißt es demnach im Polizeibericht. Am Montag, so die Frau weiter, habe er die Kleine gegen eine Wand geschlagen. Carolin sei leichenblass geworden. Um sich des sterbenden Kindes zu entledigen, hätten sie es in der Klinik "abgelegt".

Die Polizeidirektion in Krumbach und die Staatsanwaltschaft Memmingen hatten am späten Donnerstagabend eine internationale Fahndung nach dem Paar ausgelöst. Gegen die aus Polen stammende Zeneta B. und ihren 30-jährigen türkischen Freund Akul M. erließ der Ermittlungsrichter in Memmingen Haftbefehl. Sie gehörten dem Drogenmilieu an, seien vorbestraft und arbeitslos, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Die Staatsanwaltschaft Memmingen rechnet mit einer raschen Auslieferung der beiden Tatverdächtigen. Ein Ermittlerteam sei bereits nach Italien gereist, um die beiden zu vernehmen, sagte Böhm.



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