Mord im Kokainrausch Hohe Haftstrafe für Schönheitschirurg

Der Münchner Arzt, der vor knapp einem Jahr seine Frau erstochen hat, wurde am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren verurteilt.

München - Die Verteidigung hatte vor dem Münchner Schwurgericht auf acht Jahre Haft plädiert. Der 40-jährige Kokainabhängige hatte zuvor ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Die Richter billigten dem Schönheitschirurgen und Teilhaber einer Privatklinik erheblich verminderte Schuldfähigkeit zu und ordneten wegen seiner Drogenabhängigkeit nach viereinhalb Jahren Haft eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Der Arzt nahm das an seinem 41. Geburtstag ergangene Urteil an.

Er hatte am 27. Oktober 2000 seine sechs Jahre ältere Frau nach einem Streit über seinen Drogenmissbrauch gewürgt, mehrmals mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen und ihr ein Messer in den Rücken gestoßen.

Der vorsitzende Richter Jürgen Hanreich schilderte die "Bilderbuchkarriere" des "charmanten" Angeklagten, der mit seiner Frau in der Münchner Gesellschaft ein gern gesehener Gast war. Doch die Fassade habe nach jahrelangem Kokain-Konsum gebröckelt. Der durch die Drogen enthemmte Arzt "hat zunehmend seine sexuellen Macken ausgelebt", sagte Hanreich in Anspielung auf die Transvestiten-Neigungen des Angeklagten. Die Ehefrau hatte die Probleme erkannt und drohte zuletzt damit, Polizei und Klinik-Partner zu informieren.

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