Mordserie US Air Force jagt den Sniper

Die Polizei kommt dem Washingtoner Heckenschützen offenbar immer näher. Nach dessen neuntem Mord gibt es wertvolle Zeugenhinweise. Das Pentagon hat inzwischen ein Flugzeug für die Fahndung nach dem Sniper zur Verfügung gestellt.



Falls Church - Verteidigungsminister Donald Rumsfeld genehmigte, dass ein Beobachtungsflugzeug der US-Armee bei der Suche nach dem Heckenschützen von Washington eingesetzt wird. Bundesermittler an Bord sollen ihre Beobachtungen an Fahnder am Boden übermitteln, hieß es. Die Armee überprüft außerdem ihre Unterlagen auf Personen hin, die eine Scharfschützenausbildung erhalten haben.

Nach dem Mord vor einem Baumarkt in der Ortschaft Falls Church, bei dem am Montag eine Mitarbeiterin der Bundespolizei FBI als neuntes Opfer des Heckenschützen zu Tode kam, haben Zeugen erstmals genauere Angaben zu Kennzeichen von Fahrzeugen in der Nähe des Tatorts machen können. Einige Zeugen wollen einen dunkelhäutigen Mann in einem weißen Lieferwagen gesehen haben. Angeblich handelt es sich um einen Chevrolet Astro mit einer kaputten Heckleuchte. Ein ähnlicher Wagen war auch schon bei früheren Anschlägen des Täters aufgefallen.

Der mutmaßliche Täter könnte lateinamerikanischer oder nahöstlicher Herkunft sein, so die Erkenntnisse nach Zeugenaussagen. "Wir haben einige zusätzliche Informationen in dem Fall erhalten, und ich bin zuversichtlich, dass uns diese Informationen zu einer Festnahme führen werden", sagte der Polizeichef des Bezirks Fairfax, Tom Manger. Der Täter hat seit dem 2. Oktober neun Menschen mit gezielten Schüssen getötet und zwei weitere schwer verletzt.

Forderungen nach einem so genannten ballistischen Fingerabdruck von Schusswaffen erteilte US-Präsident George W. Bush trotz der mysteriösen Mordserie im Großraum Washington eine Absage. Damit könnte man rekonstruieren, aus welcher Waffe eine Kugel abgeschossen wurde und wem diese Waffe gehört. Dazu wäre der Aufbau einer umfassenden Datenbank nötig.

Bush sei nicht von der Zuverlässigkeit dieser Methode überzeugt, sagte sein Sprecher Ari Fleischer am Dienstag. Außerdem habe der Präsident hinsichtlich des Aufbaus einer landesweiten Datenbank Bedenken. Dadurch sei die Privatsphäre von Waffenbesitzern nicht mehr gewahrt, hieß es.