Mordverdacht Nürnberger Staatsanwalt ermittelt gegen Saddam

Die Staatsanwaltschaft in Nürnberg ermittelt gegen den irakischen Staatschef Saddam Hussein. Ein 1987 befohlener Giftgasangriff könnte der Grund sein, dass nun eine Kurdin in Bayern starb.


Staatschef Saddam Hussein: Giftgas gegen Kurden
DPA

Staatschef Saddam Hussein: Giftgas gegen Kurden

Nürnberg - Nach dem Tod einer iranischen Kurdin in Nürnberg hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den irakischen Staatschef Saddam Hussein eingeleitet. Nach Angaben eines Nürnberger Justiz-Sprechers bestehe der Verdacht, dass die 39-Jährige, die mit ihrer Familie in Deutschland lebte, nun den Folgen eines Giftgasangriffes auf ein Bergdorf im Nordirak erlag. Gegen den Staatschef werde deshalb wegen des Verdachts des Mordes ermittelt, sagte der Sprecher.

Die Ärzte hatten den Tod der Frau als nicht natürlich eingestuft. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft eine Obduktion angeordnet, die den Anfangsverdacht eines Senfgasanschlages stütze.

Der Ehemann der Verstorbenen hatte angegeben, seine Frau sei am 6. Juni 1987 Opfer einer Giftgasattacke des irakischen Regimes geworden sei. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ist zuständig, weil die Frau dort starb.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.