"Motu Proprio" Papst gibt Startschuss für Neuevangelisierung

"Immer und überall" lautet der Titel des Apostolischen Schreibens "Motu Proprio", mit dem Papst Benedikt XVI. nun eine "Neuevangelisierung" eingeleitet hat. Zentrale Aufgabe ist es, den Katechismus der katholischen Kirche bekannter zu machen.

Papst Benedikt XVI. mit dem Apostolischen Schreiben "Motu Proprio"
DPA

Papst Benedikt XVI. mit dem Apostolischen Schreiben "Motu Proprio"


Rom - Es ist der offizielle Startschuss für eine gewünschte "Neuevangelisierung" in den Industrieländern: "Immer und überall" ist der Titel des Apostolischen Schreibens ("Motu Proprio"), mit dem Benedikt am Dienstag die bereits im Januar angekündigte neue Vatikan-Behörde für eine Neuevangelisierung auf den Weg brachte. In dem Gründungsdokument wird als wichtigste Aufgabe genannt: "Die Kirche hat die Pflicht, immer und überall das Evangelium Jesu Christi zu verkünden."

Leiter des Päpstlichen Rates, der ersten vatikanischen Neugründung dieser Art seit 22 Jahren, ist Erzbischof Rino Fisichella. Praktisch bei jedem Besuch in einem westlichen Land klagt das Kirchenoberhaupt der Katholiken über eine fortschreitende Säkularisierung und einen Hang zur Gleichgültigkeit in weltanschaulich-ethischen Fragen. In dem Schreiben hält Benedikt vor diesem Hintergrund nun fest, die Kirche müsse nach geeigneten Mitteln suchen, die Verkündigung zu leisten.

Die wissenschaftlichen Entwicklungen sowie Neuerungen in Technik und Lebensstil hätten die religiöse Dimension des Lebens der Menschen verändert, erläuterte Benedikt. Der Rat zur Neuevangelisierung soll im Dienst der Ortskirchen stehen und mit ihnen auch nach Wegen suchen, um den Katechismus der katholischen Kirche bekannter zu machen.

"In diesem Sinne ist die Aufgabe nicht verschieden von der, die Kirche immer schon hatte", erklärte Fisichella. Es sollten alle Initiativen zur Neuevangelisierung etwa durch Bischöfe, Bischofskonferenzen oder Verbände koordiniert werden, sagte er.

jjc/dpa



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