Namensrecht "Moulin Rouge" legt sich mit Dorffriseur aus Kanada an

Zwei Besitzerinnen eines kleinen Friseursalons in der Provinz Quebec haben es mit den Anwälten des berühmten "Moulin Rouge" zu tun: Weil ihr Laden den gleichen Namen trägt, müssen sie ihn jetzt ändern. Dabei störte sich elf Jahre lang niemand daran.
"Moulin Rouge" in Paris: Das Varieté drängt einen kleinen Friseursalon zur Namensänderung

"Moulin Rouge" in Paris: Das Varieté drängt einen kleinen Friseursalon zur Namensänderung

Foto: PIERRE VERDY/ AFP

Causapscal - Das "Moulin Rouge", das Theater mit der roten Mühle auf dem Dach, einst Symbol für das frivole und verruchte Nachtleben von Paris, ist mindestens so bekannt, wie das eigentliche Wahrzeichen der französischen Hauptstadt, der Eifelturm. Und selbst wenn das Etablissement inzwischen etwas in die Jahre gekommen ist: Einer Marke wie das "Moulin Rouge" kann so schnell keiner Schaden zufügen - sollte man zumindest meinen.

Die Macher des Pariser Varietés scheinen das aber anders zu sehen: Karoleen Couture und Priscilla Turcotte, Besitzerinnen des Friseursalons "Moulin Rouge" in einem Dörfchen der kanadischen Provinz Quebec, müssen den Namen ihres Ladens ändern - auf Veranlassung des Pariser Originals. Dabei wollten die beiden Geschäftsinhaberinnen mit dem Namen eigentlich nur die Institution würdigen. Und elf Jahre lang fand auch niemand etwas dabei.

Bis sie eines Tages zu ihrer Überraschung von einer New Yorker Anwaltskanzlei angeschrieben wurden. Diese habe sie im Auftrag des "Moulin Rouge" aufgefordert, bis April einen neuen Namen zu finden, berichteten Couture und Turcotte am Freitag.

"Das ist wie David gegen Goliath"

Als sie den Salon 2002 in ihrem Dorf Causapscal eröffneten, in dem gerade einmal knapp 2500 Bürger leben, hätten sie nach einem Namen gesucht, der ihren künstlerischen Neigungen entsprach, sagte Couture. Ihre Freundin schreibe Romane, sie selbst trete gelegentlich als Jazz-Sängerin auf, da habe ihnen der Name "Moulin Rouge" sofort gut gefallen - zumal es früher einmal im Nachbardorf ein Hotel und später einen winzigen Imbiss mit dem Namen gegeben habe, in dem sie gearbeitet habe. Mit ihrer Wahl waren beide höchst zufrieden - bis das Schreiben der Kanzlei eintrudelte.

"Das ist wie David gegen Goliath", sagte Couture der AFP am Telefon. Wie der biblische Held gegen den Giganten kämpfen wollte sie aber nicht: "Die Anwältin hat uns klargemacht, dass der Name urheberrechtlich geschützt ist und wir ihn nicht verwenden dürfen." Auch wenn ihre Kunden sich nun umgewöhnen müssen, wollen die beiden Frauen der Aufforderung nachkommen, um keinen Ärger zu riskieren. Ihnen werde schon ein anderer "poetischer" Name einfallen, sagte Couture.

Wie das "Moulin Rouge" auf den kleinen Friseursalon in Kanada gestoßen ist, ist unklar. Einen größeren Webauftritt haben die Damen jedenfalls nicht, lediglich auf Facebook waren sie bis vor kurzem mit gerade mal 158 Likes vertreten. Es stellt sich auch die Frage, ob das Pariser Varieté gegen weitere Namenskopierer vorgehen wird. Denn eine kurze Google-Suche ergibt: Der Salon in Kanada ist nicht der einzige auf der Welt, der den berühmten Namen trägt.

cib/AFP
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