Coronakrise am Mount Everest Rekord-Bergsteigerin sitzt in Nepal fest

Den höchsten Gipfel der Welt erklomm sie in Rekordzeit, nun bremst die Pandemie die Bergsteigerin Tsang Yin-Hung aus. Wegen zahlreicher Infektionsfälle in Nepal ist ihr der Weg in ihre Heimat Hongkong versperrt.
Extremalpinistin Tsang im Hotel in Kathmandu: »Es gibt keinen Weg zurück«

Extremalpinistin Tsang im Hotel in Kathmandu: »Es gibt keinen Weg zurück«

Foto: NAVESH CHITRAKAR / REUTERS

Den Aufstieg auf den Mount Everest schaffte die Hongkonger Bergsteigerin Tsang Yin-Hung in 25 Stunden und 50 Minuten – und stellte damit im Mai einen neuen Weltrekord auf. Deutlich schwerer fällt Tsang nun das Warten darauf, in ihre Heimat zurückreisen zu dürfen. Wegen der Coronapandemie hat China alle Einreisen aus Nepal untersagt.

»Ich glaube, der Weg auf den Gipfel war möglich und machbar für mich«, sagte Tsang der Nachrichtenagentur Reuters. »Aber zurück nach Hause zu kommen, scheint unmöglich. Es gibt keinen Weg zurück.« Laut Tsang gibt es aktuell keine Flüge von Nepal nach China oder Hongkong. Tsang hält sich derzeit in einem Hotel in der Stadt Kathmandu auf. Mit ihrem Weltrekord hatte sie die bisherige Bestzeit einer Frau um mehr als zehn Stunden unterboten.

Ähnlich wie Tsang ergeht es offenbar auch dem Chinesen Sun Yiquan, der nach drei erfolgreichen Durchgängen seinen vierten Versuch, den Everest zu besteigen, im Mai wegen eines Coronaausbruchs im Basislager abbrechen musste. Seitdem versucht sein Team aus 13 weiteren Bergsteigern laut Reuters erfolglos, zurück nach China zu gelangen.

Nepal weist Reuters zufolge derzeit eine der höchsten Virus-Positivraten weltweit auf. In dem Land mit rund 29 Millionen Einwohnern wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bislang 622.640 Ansteckungen gemeldet, fast 9000 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19. Zahlreiche Infektionsfälle, unter anderem im Basislager für Mount-Everest-Besteigungen, hatten dazu geführt, dass zahlreiche Länder Einreisen aus Nepal ganz verboten oder strikte Quarantäne-Vorschriften einführten.

Nach Angaben nepalesischer Behörden wurden pro Woche zwei Flüge nach China erlaubt. Diese würden derzeit aber nicht durchgeführt. Von chinesischer Seite gab es laut Reuters keine Angaben zu den ausgesetzten Flügen.

fek/Reuters
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