Oktoberfest geht zu Ende Weniger Besucher, weniger Bier, mehr Regen

Wegen des schlechten Wetters gab es Glühwein, »Layla« wurde der Wiesnhit und in München sind die Coronazahlen extrem gestiegen: So sieht die Bilanz des Oktoberfests aus.
Wiesnbesucher vor Regenhimmel (am 26. September)

Wiesnbesucher vor Regenhimmel (am 26. September)

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Felix Hörhager / dpa

Weniger Besucher, weniger Bier, dafür Glühwein und entspannte Stimmung. Bei Nässe und Kälte kamen zum ersten Oktoberfest nach zwei Jahren Coronapause laut Festleitung rund 5,7 Millionen Besucher. Es waren damit mehr als eine halbe Million weniger als bei der letzten Wiesn vor der Pandemie im Jahr 2019. Damals feierten 6,3 Millionen auf dem Münchner Fest.

Das Wetter sei das Haupthindernis gewesen, sagte Festleiter Clemens Baumgärtner (CSU) zum Abschluss der Veranstaltung am Montag. Er sprach vom schlechtesten Wiesnwetter seit 20 Jahren. Trotzdem habe das Fest ein entspanntes, gut gelauntes und junges Publikum angezogen. »Die Wiesn ist wieder da.« Corona, Geldsorgen oder den Krieg in der Ukraine sah er nicht als vordringliche Gründe für den Besucherrückgang.

Die Coronainzidenz in München stieg wie erwartet während des Festes stark an. Am 1. Oktober lag sie bei 834,3, was 12.412 neu gemeldeten Fällen in den letzten sieben Tagen entspricht . Zum Vergleich, die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI aktuell bei 466 Fällen pro 100.000 Menschen, die bayerische bei 655.

Weniger Gäste tranken auch weniger Bier: 5,6 Millionen Liter wurden ausgeschenkt (2019: 7,3 Millionen Liter). Wegen des Wetters hatte die Festleitung den Ausschank von Glühwein zugelassen, der aber nur mäßig Anklang fand. Vor allem die Schausteller hatten zu leiden – bei strömendem Regen stiegen nur wenige Gäste in die Fahrgeschäfte.

Anstieg der Taschendiebstähle

Gas-, Strom- und Wasserverbrauch gingen zurück. Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst berichteten von einer ruhigen Wiesn mit in vielen Bereichen niedrigeren Einsatzzahlen. Die Wiesn-Sanitätsstation verzeichnete rund 27 Prozent weniger Einsätze und konnte sogar andere Patienten aufnehmen, die in Kliniken nicht unterkamen. Erstmals im Einsatz war eine mobile Computertomografie auf dem Festgelände. So sollten Ärztinnen und Ärzte vor Ort entscheiden, ob etwa eine Platzwunde noch auf dem Gelände behandelt werden kann, oder ob eine Aufnahme in einem Krankenhaus nötig ist.

Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf. Sorgen bereite allerdings der Anstieg der Taschendiebstähle um rund 50 Prozent.

Das Fest präsentierte sich dabei münchnerischer und jünger: Mehr Gäste als sonst kamen aus dem Münchner Umland, und sie waren im Schnitt jünger. Das zeigte auch die Auswertung von anonymisierten und aggregierten Daten des Mobilfunkanbieters O2 Telefonica.

Der umstrittene Partysong »Layla« wurde der Wiesnhit 2022. Es bleibe dabei, dass das Lied von DJ Robin & Schürze am häufigsten gespielt worden sei, getoppt nur vom Dauerbrenner »Ein Prosit der Gemütlichkeit«, sagte Baumgärtner.

wbr/dpa
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