Drogenskandal in München Polizist kaufte mehr als hundertmal Kokain

In Münchner Drogenskandal steht auch ein 35 Jahre alter Beamter vor Gericht. Beim Prozessauftakt räumte er ein, öfter Drogen erworben zu haben. Wegen psychischer Belastungen sei er in die Sucht abgerutscht.
Polizeipräsidium in München: Drogenskandal wird aufgearbeitet

Polizeipräsidium in München: Drogenskandal wird aufgearbeitet

Foto: Peter Kneffel / dpa

In einem Verfahren zum Drogenskandal bei der Münchner Polizei hat ein Beamter die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt. Der 35-Jährige gestand zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht, mindestens hundertmal Kokain bei einem Dealer gekauft zu haben, der auch andere Kollegen mit Rauschgift versorgt haben soll. Zudem habe er Drogen an Bekannte weitergegeben und weiterverkauft.

Laut Anklage hatte der mittlerweile suspendierte Polizist zwischen 2016 und 2018 fast 150 Mal Kokain gekauft. Demnach ließ er sich 2017 auch Drogen auf das Oktoberfestgelände liefern und half dem Dealer, eine Tasche mit Rauschgift an den Eingangskontrollen vorbeizuschmuggeln.

Der Angeklagte sagte aus, er sei wegen psychischer Belastungen in eine Alkohol- und Drogensucht abgerutscht. Eine Ursache sei auch ein Einsatz beim Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum im Sommer 2016 gewesen.

Der Drogenskandal hatte das Polizeipräsidium München 2020 erschüttert. Die Staatsanwaltschaft führte 39 Ermittlungsverfahren gegen 37 Polizeibeamte und erhob sechs Anklagen. Im Februar war ein Beamter, der Drogen erworben und weiterverkauft hatte, zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Teilweise gerieten bei den Ermittlungen aber auch unbescholtene Beamte ins Visier, die mit schwerwiegenden Folgen klarkommen mussten .

ptz/dpa
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