München Tierheim rettet Hunde aus dem Kosovo

Über dreißig Hunde aus einem Tierheim bei Novi Sad leben seit kurzem in München. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, kümmert sich der dortige Tierschutzverein um die halbverhungerten und verletzten Vierbeiner.

München - Die ungewöhnliche Evakuierung begann mit einem Rundschreiben, in dem die Leiterin eines Tierasyls bei Novi Sad um Hilfe bat. Die aufgenommenen Hunde würden verhungern, weil sie nicht mehr länger versorgt werden können. Der Tierheimleiter des Münchner Tierschutzvereins, Denny Baruch, reagierte sofort. "Diese Tiere brauchten dringend unsere Hilfe", erklärte er der "Süddeutschen Zeitung".

Ein eilig zusammengestellter Hilfskonvoi holte 34 von 150 herrenlosen Hunde nach München. Ihr Anblick erschreckte selbst die erfahrenen Mitarbeiter des Tierschutzvereins: Einem Hund war ein Bein abgerissen worden, eine Hündin brachte neun Tote Welpen zur Welt. Mittlerweile sind die meisten Tiere auf dem Weg der Besserung, sie warten nun auf ein neues Herrchen oder Frauchen in München.

Doch die Liebe zum Tier, das der Krieg laut Baruch "ebenso trifft" wie die Menschen, können viele nicht nachvollziehen. "Wir haben auch schon Briefe bekommen, in denen man uns vorwirft, daß wir mehr für die Tiere tun als für die Menschen", so der Tierheimleiter. Doch für die menschlichen Flüchtlinge gäbe es schließlich genug Hilfsorganisationen, rechtfertigt Baruch die Aufnahme der Tiere. "Wir fühlen uns für die Tiere zuständig, an die sonst niemand denkt."

Viele der Hunde seien offensichtlich bei Bombenangriffen in panischer Angst weggelaufen. Andere hätten von fliehenden Kosovo-Albanern zurückgelassen werden müssen. Auch für die noch verbliebenen Hunde plant Baruch eine Evakuierung nach Deutschland. Dazu soll ein zweiter Hilfskonvoi gestartet werden..

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