Stadt prüft Impfausweise Inzwischen 44 Corona-Infizierte nach 2G-Party in Münster

Rund 380 Menschen hielten sich in dem Klub auf, die Zahl der Infizierten liegt inzwischen bei 44 – und dürfte noch weiter steigen. Haben die Veranstalter beim Einlass geschlampt? Oder wurden Impfnachweise gefälscht?
»Hauptsächlich Mittzwanziger« sollen sich während einer Party in Münster infiziert haben (Symbolfoto)

»Hauptsächlich Mittzwanziger« sollen sich während einer Party in Münster infiziert haben (Symbolfoto)

Foto: nd3000 / imago images

Die Zahl der nach einer Partynacht in Münster mit Corona infizierten Gäste eines Klub ist innerhalb eines Tages von 26 auf jetzt 44 gestiegen. Das gab die Stadt Münster am Freitag bekannt. Zunächst hatte die Stadt angegeben, dass 39 Menschen erkrankt seien, die Zahl aber kurz darauf angehoben. Die Party war am 3. September veranstaltet worden, am Donnerstag erfuhr die Stadt erstmals von der auffälligen Zahl an Infektionen. Der Klub selbst äußerte sich über seinen Instagram-Kanal zu den »möglichen Corona-Fällen«.

Etwa 380 Gäste hätten sich in der fraglichen Freitagnacht in dem Klub aufgehalten, so ein Sprecher der Stadt. 22 der bisher bekannten Infizierten leben in Münster, der andere Teil der bisher erkrankten Besucher sei von außerhalb gekommen. Die Betroffenen hätten laut städtischer Pressemitteilung  »milde Symptome oder sind asymptomatisch«. Weitere Infektionen seien wahrscheinlich.

Das Hygienekonzept des Veranstalters, so der Sprecher weiter, sei »in Ordnung gewesen« und die geltenden Vorschriften eingehalten worden. Der städtische Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer wird wie folgt zitiert: »Nach bisheriger Erkenntnis hat der Klub alle nach Coronaschutzverordnung NRW nötigen Rahmenbedingungen geschaffen.« Dass sich Personen trotz Immunisierung auch weiterhin anstecken und zu Überträgern werden können, sei bekannt.

»Rückverfolgbarkeit von Gästen nicht vorgesehen«

Schwierig, so die Stadt weiter, gestalte sich die Suche nach weiteren möglicherweise betroffenen Kontakten, da die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes NRW keine Rückverfolgbarkeit von Gästen vorsehe.

Noch ist unklar, wie die in dem Klub laut Eigenangabe geltenden 2G-Regeln kontrolliert worden sind. Oder ob die Impfnachweise alle korrekt und nicht gekauft oder gefälscht waren. Sollten sich hier Fehler zeigen, kann das teuer werden.

In der geltenden Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen gilt es zum Beispiel als Ordnungswidrigkeit, wenn jemand »einen fremden oder gefälschten Test- oder Immunisierungsnachweis verwendet, um ein Angebot zu nutzen oder durchzuführen«. Geldbußen von bis zu 25.000 Euro können hier fällig werden. Andererseits gilt das auch für die »verantwortliche Person, die die erforderlichen Kontrollen der Test- und Immunisierungsnachweise nicht sicherstellt«.

Das Gesundheitsamt der Stadt habe jetzt zur Überprüfung die Impfausweise der betroffenen Gäste angefordert. Der Klub selbst betonte auf seinem Instagram-Kanal, man werde weiterhin »nur 2Gs reinlassen und den Luca-App QR-Code« wieder auslegen. Bei Fragen könne man sich jederzeit an den Klub wenden. Wer in der fraglichen Nacht dort gewesen sei, möge sich bitte selbst testen. Eine Empfehlung, der sich die Stadt Münster anschließt.

tgk
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