Nach Autounfall Mutige Passanten retten Kinder aus eisigem Fluss

Mit großer Entschlossenheit haben Augenzeugen im US-Bundesstaat Utah nach einem Autounfall eine Tragödie verhindert. Acht Männer sprangen in einen eiskalten Fluss, nachdem ein Vater mit seinem Wagen die Uferböschung hinabgestürzt war. Gemeinsam retteten sie drei Kinder.

Unfallstelle in Utah: Auto rutschte die Uferböschung in einen Fluss hinunter
AP/Chris Willden

Unfallstelle in Utah: Auto rutschte die Uferböschung in einen Fluss hinunter


Logan - Ohne ernsthafte Verletzungen haben drei Kinder einen schweren Autounfall im US-Bundesstaat Utah überstanden. Ihre Rettung verdanken sie dem mutigen Einsatz einiger Passanten. Die Augenzeugen befreiten die Kinder aus dem Fahrzeug, das in einen eiskalten Fluss gestürzt war.

"Das hätte für uns alle vier sehr leicht eine Beerdigung werden können", sagte Roger Andersen, der mit seinen Kindern, der neunjährigen Mia und dem vier Jahre alten Baylor, auf dem Weg in ein Skigebiet war. Auch die neunjährige Kenya, eine Freundin von Mia, saß im Auto. "Ich war überrascht von den Menschen und ihrer Bereitschaft, hineinzuspringen und zu helfen. Ohne zu zögern taten sie, was sie tun mussten."

Der Unfall ereignete sich auf einer Straße, die Andersen laut eigenen Angaben schon Hunderte Male gefahren war. Beim Bremsen sei der Wagen ins Rutschen gekommen. "Innerhalb einer Sekunde war der Wagen voller Wasser", sagte der 46-Jährige auf einer Pressekonferenz in Logan, etwa 130 Kilometer nördlich von Salt Lake City. Er habe verzweifelt versucht, die Kinder aus ihren Gurten zu holen, sie jedoch nicht lösen können und auftauchen müssen.

Hilfe in Sekundenschnelle, Scheibe zerschossen

"In fünf Sekunden waren acht Männer im Fluss und bereit zu helfen", so Andersen. Die Retter holten die Kinder aus dem Auto und trugen sie die Böschung hinauf, wo andere sofort mit Mund-zu-Mund-Beatmung begannen.

Die Helfer trugen die Kinder in das Auto eines Freundes und rasten den Berg hinab, wo ihnen schon ein Krankenwagen entgegenkam. Sie wurden in ein Krankenhaus in Salt Lake City gebracht. Dort wurden die Kinder wegen Unterkühlung behandelt und bereits wieder entlassen. "Nach nur wenigen Tagen läuft Baylor herum, als wäre nichts geschehen, Mia geht es gut und Kenya auch", sagte Andersen.

Als einer der ersten war der ehemalige Polizist Chris Willden am Unfallort. Er erzählte, er habe ein Fenster des Autos mithilfe seiner Pistole zerschossen, um die eingeschlossenen Kinder zu erreichen. Eines der Mädchen hatte eine Luftblase gefunden, hing jedoch im Sicherheitsgurt fest. Willden durchschnitt ihn mit einem Taschenmesser und zog sie durch das Fenster hinaus.

Andersens Ehefrau Mindy kämpfte mit den Tränen, als sie den Helfern für die Rettung der Kinder dankte. Die Beschreibung Held "ist nicht groß genug für ihre Taten."

wit/dapd

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