Nach Tankschiffunglück Akute Explosionsgefahr bei Straubing

Bis zu 50.000 Liter hochexplosiven Treibstoffs sind bei einem Schiffsunglück auf der Donau ausgelaufen. Ein mit 1,7 Millionen Liter Benzingemisch vollbeladener Tanker war in einer Schleuse bei Straubing leckgeschlagen. Die Polizei warnt vor akuter Explosionsgefahr.


Straubing - Auch Stunden nach dem Unfall konnte die Polizei noch keine Entwarnung geben. Etwa 30.000 bis 50.000 Liter des geladenen Gerätebenzins Alkylat seien ausgelaufen, erklärte Polizeisprecher Klaus Pickel am Vormittag. Das am Heck stark beschädigte Schiff drohe auseinander zu brechen.

Da der Spezialkraftstoff nur innerhalb der Schleuse ins Wasser gelangt sei, bestehe aber derzeit nur geringe Gefahr einer Ölverschmutzung für die Donau, sagte der Sprecher. Die Schleusentore hielten dicht. Die Straubinger Feuerwehr versuche, den Tanker leerzupumpen, der auf dem Weg von Amsterdam nach Wien war.

Die 95 Meter lange "Eiltank 3" war um 5.40 Uhr zusammen mit zwei weiteren Schiffen in die Schleuse eingefahren. Der 53-jährige Kapitän aus Duisburg habe beim Abschleusen die Begrenzungsmarkierungen innerhalb der Schleuse missachtet, daher saß das Heck des Tankers beim Absenken des Wasserstandes auf dem so genannten Beton-Drempel auf, der das Schleusentor vor Beschädigungen durch Schiffe schützen soll.

Durch den Unfall wurden ersten Ermittlungen zufolge zwei Ladekammern beschädigt. Die drei Mann Besatzung des Tankschiffes blieben unverletzt, der Schaden am Schiff bewegt sich den Polizeiangaben zufolge unter einer Million Euro.

Die Polizei ordnete eine weiträumige Absperrung an. Die Bewohner der Straubinger Ortsteile Sossau und Kagers wurden über lokale Radiostationen aufgefordert, wegen der Geruchsbelästigung Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eine unmittelbare Gefahr durch eine mögliche Explosion drohe dem über einen halben Kilometer entfernten Wohngebiet nicht, erklärte der Sprecher.



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