Nach Tod der Trainerin Orca kehrt in Walshow zurück

Er tötete vor den Augen entsetzter Besucher eine Tierpflegerin, nun tritt Orca-Bulle "Tilikum" wieder vor Publikum auf. Das tonnenschwere Tier feierte sein Comeback am Ort des Unglücks - im bekannten Meerestierpark SeaWorld in Orlando.

Seaworld: Meerestierpark in Orlando im US-Bundesstaat Florida
AFP

Seaworld: Meerestierpark in Orlando im US-Bundesstaat Florida


Orlando - "Tilikum" ist zurück: Der Orca, der seine Pflegerin tötete, trat am Mittwochvormittag erstmals seit dem Unglück im Februar 2010 wieder vor Publikum auf. Er war laut Berichten des TV-Senders ABC News und der Lokalzeitung "Orlando Sentinel" Teil der Walshow "Believe" in dem bekannten Meerestierpark SeaWorld in Orlando im US-Bundesstaat Florida - und wurde von den Zuschauern mit großem Applaus begrüßt.

Die Leitung des Parks verteidigte "Tilikums" Rückkehr: Sie sei "ein wichtiger Bestandteil seiner physischen, sozialen und geistigen Bereicherung", hieß es in einer Erklärung.

Das tragische Unglück in dem Freizeitpark liegt rund 13 Monate zurück: Die Pflegerin Dawn Brancheau befand sich während einer Vorführung zusammen mit dem Orca auf der Plattform eines Meerwasserbeckens und massierte den 5450 Kilogramm schweren Walbullen. Plötzlich sei das Tier in das Becken gesprungen, berichtete eine Augenzeugin. "Dann kam er zurück, schoss in die Luft hoch, packte die Dompteurin an der Hüfte und begann, sie herumzuwirbeln."

Die Dompteurin wurde in die Tiefe gerissen und konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden. Wie der Freizeitpark mitteilte, ist sie ertrunken. Weitere Menschen kamen nicht zu Schaden, SeaWorld wurde vorübergehend geschlossen.

Der Walbulle war der Tierschutzorganisation "The Humane Society of the United States" zufolge bereits zuvor an zwei tödlichen Zwischenfällen beteiligt gewesen. "Tilikum" war einer von drei Orcas, die 1991 für den Tod eines Dompteurs im Sealand-Zentrum in der kanadischen Stadt Victoria verantwortlich gemacht wurden. Und 1999 soll das Tier in Orlando für den Tod eines Mannes verantwortlich gewesen sein, der sich nach dem Schließen des Parks weiter dort aufgehalten hatte.

Aus diesem Grund war es den Pflegern untersagt, sich zusammen mit diesem Wal in einem Becken aufzuhalten. Seit Brancheaus Tod wurde das Verbot ausgeweitet: Die Tiertrainer dürfen nun zu keinem der Wale des Freizeitparks ins Becken steigen.

wit



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