Nachrichtenüberblick Das war der Orkan "Kyrill"

Der Monstersturm "Kyrill" ist mit gewaltiger Kraft über Deutschland gezogen. SPIEGEL ONLINE dokumentiert den Tag in Meldungen.

+++ Stärkster Orkan seit 1999 +++

[00.47] Der Deutsche Wetterdienst erklärte, "Kyrill" sei der stärkste Orkan seit "Lothar" an Weihnachten 1999 gewesen. Die stärksten Böen wurden auf dem Brocken (198 km/h) sowie auf der Wasserkuppe und dem Fichtelberg (je 172 km/h) gemessen. Nach Mitternacht gaben die Meteorologen vorsichtig Entwarnung. Die erwarteten schweren Überschwemmungen an der Nordseeküste sind ausgeblieben. In der Mitte und im Süden der Republik hielt der Deutsche Wetterdienst die Orkanwarnung allerdings noch teilweise aufrecht.

+++ Stromausfall in Polen +++

[00.21]Der Orkan "Kyrill" hat in mehreren polnischen Städten die Stromversorgung unterbrochen. Betroffen waren unter anderem Breslau, Legnica und Walbrzych in Niederschlesien, berichtet der polnische Rundfunk. Im ganzen Land musste die Feuerwehr hunderte Male ausrücken, um Wasser aus Kellern zu pumpen und entwurzelte Bäume von Straßen und Bahngleisen zu räumen. Zahlreiche Dächer wurden durch die Orkanböen abgedeckt. Der Zugverkehr nach Deutschland war eingestellt.

+++ Schäden in Österreich +++

[00.06] "Kyrill" hat erste Schäden in Österreich angerichtet. In Krems an der Donau wurde eine Frau unverletzt aus ihrem völlig zerstörten Haus gerettet. Das herabstürzende Dach zerstörte mehrere Autos, berichtete der österreichische Rundfunk. In Ober- und Niederösterreich sowie in Vorarlberg wurden wegen umgestürzer Bäume Straßen gesperrt. Die Österreichischen Bundesbahnen haben eine Geschwindigkeitsbeschränkung für alle Züge ausgegeben. Die Experten nehmen an, dass der Sturm Österreich in abgeschwächter Form mit Geschwindigkeiten bis 140 Stundenkilometer erreicht.

+++ Lkw-Fahrer sollen Rastplätze aufsuchen +++

[23.48] Das Landespolizeiamt Schleswig-Holstein hat Lkw-Fahrer aufgerufen, sofort Park- und Rastplätze aufzusuchen und dort während des vorüberziehenden Sturms abzuwarten. Auch die von den Autobahnen entfernter liegenden Autohöfe sollen genutzt werden, da die meisten Rastanlagen nur noch wenig Parkplätze zur Verfügung hätten, hieß es in einer Erklärung.

+++ Glasfassade des Bahnhofs Berlin droht einzustürzen +++

[23.35] Die Glasfassade des erst vor acht Monaten eröffneten Bahnhofs nahe dem Bundeskanzleramt ist nach ersten Erkenntnissen vom Einsturz bedroht. Der gesamte Hauptbahnhof wurde komplett evakuiert. Zunächst war ein zwei Tonnen schwerer Stahlträger aus 40 Metern Höhe abgestürzt. Der Träger stürze auf eine Treppe und zerstörte diese vollständig. Ein weiterer Stahlträger löste sich später ebenfalls.

+++ Mehrere Todesopfer in Tschechien +++

[23.01] "Kyrill" hat in Tschechien mindestens drei Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert. Im nordböhmischen Kreis Ceska Lipa wurde ein 37-jähriger Feuerwehrmann bei Aufräumarbeiten von einem Baum erschlagen. In der Nähe von Prag tötete ein umstürzender Baum zwei Autofahrer. Die tschechische Fluglinie CSA sagte 15 Flüge ab. In Prag ließ die Polizei aus Sicherheitsgründen die obersten Stockwerke eines Plattenbaus räumen. Landesweit deckten starke Böen Dächer ab, Dauerregen ließ Flüsse anschwellen. In vielen Orten fiel der Strom aus, es herrscht ein Verkehrschaos. In Südböhmen blockieren umgestürzte Bäume Bahngleise.

+++ Bauteil vom Berliner Hauptbahnhof abgestürzt +++

[22.46] Der Orkan hat am Berliner Hauptbahnhof einen tonnenschwerer Träger heruntergerissen. Wie die Feuerwehr mitteilte, droht auch ein zweiter, ebenfalls mehrere Tonnen schwerer Stahlträger abzustürzen. Zahlreiche Einsatzwagen und -kräfte seien unterwegs zum Unglücksort am Washingtonplatz. Es ist noch nicht bekannt, ob Menschen verletzt wurden.

+++ Drei Tote in den Niederlanden +++

[22.20] Auch in den Niederlanden richtete der Orkan am Abend schwere Schäden an, drei Menschen starben durch umstürzende Bäume. In Amsterdam wurden Bewohner aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Viele Züge fuhren nicht, Flüge mussten ausfallen. In Utrecht stürzte ein Baukran in ein Universitätsgebäude und verletzte sechs Personen. Im Hafen von Rotterdam beschädigte ein losgerissenes Schiff eine Ölpipeline, 1600 Kubikmeter Öl traten aus.

+++ Orkanböen zerstören Zaun eines Bärengeheges +++

[22.17] "Kyrill" hat die Umzäunung eines Bärengeheges in Isselburg-Anholt in Nordrhein-Westfalen beschädigt. Der Eigentümer passe mit einem Betäubungsgewehr auf, dass die Tiere nicht aus dem Gehege entwischen, sagte ein Polizist. Wegen des Sturms sei es für die Feuerwehr zu gefährlich, den Zaun zu reparieren.

+++ Bahn öffnet Züge für gestrandete Reisende +++

[22.15] Die Bahn hat an zahlreichen Bahnhöfen die dort haltenden Züge geöffnet. Weil die Hotels in Bahnhofsnähe in vielen Städten ausgebucht seien, könnten sich die Fahrgäste in der Nacht dort aufhalten, sagte Bahnsprecher Gunnar Meyer. Bahnmitarbeiter versorgen die Fahrgäste mit Tee und Decken. Viele Bahnbeschäftigte arbeiteten auch nach ihrem Schichtende weiter.

+++ Neun Tote in Großbritannien +++

[22.01] Auch in Großbritannien hat der Orkan "Kyrill" eine Spur der Verwüstung hinter sich hergezogen. Laut BBC starben neun Menschen. Bei starkem Regen wurden Windgeschwindigkeiten von 159 km/h gemessen, vor allem Südengland sei betroffen. Vor der Küste Cornwalls wurde die 26-köpfige Besatzung eines Frachtschiffes mit einem Helikopter gerettet, nachdem sie in Rettungsboten ihr Leck geschlagenes Schiff verlassen mussten. In Schottland fiel unterdessen der erste Schnee des Jahres und führte zu Problemen im Straßen- und Bahnverkehr.

+++ Höhepunkt an Schleswig-Holsteins Westküste überstanden +++

[21.36] Im hohen Norden der Republik schwächt sich Orkan "Kyrill" langsam ab. An der Westküste Schleswig-Holsteins ist der Höhepunkt überschritten. Als Spitzengeschwindigkeit registrierte der Deutsche Wetterdienst 148 km/h in Strucklahnungshörn auf der Halbinsel Nordstrand. Nach 21 Uhr sanken die Böen in List auf Sylt auf unter 100 km/h. Der stärkste Wind hatte dort mit 119 Kilometern pro Stunde geblasen. Extreme Geschwindigkeiten gibt es noch am Leuchtturm Kiel (130 km/h) und in Westermakelsdorf auf Fehmarn (122 km/h).

+++ Siebtes Todesopfer in Deutschland +++

[21.31] Das Orkantief "Kyrill" hat allein in Deutschland sieben Menschen das Leben gekostet. Im niedersächsischen Hildesheim wurde ein Auto von einem umstürzenden Baum getroffen, wie die Polizei mitteilte. Dabei starb ein Mann.

+++ In Bayern fällt der Unterricht aus +++

[21.29] Als Folge des Orkans fällt am Freitag im gesamten Freistaat der Unterricht komplett aus. Das bayerische Kultusministerium traf die Entscheidung am Abend wegen der nicht absehbaren Schäden. Möglicherweise könnten Schülerbeförderung und Unterricht beeinträchtigt sein.

+++ Feuerwehrmann von Baum erschlagen +++

[21.23] Ein Feuerwehrmann starb heute Abend bei einem Sturmeinsatz in Tönisvorst bei Krefeld. Der 39-Jährige wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei von einem entwurzelten Baum erschlagen, als er gemeinsam mit anderen Einsatzkräften versuchte, einen anderen umgestürzten Baum von einer Straße zu räumen.

+++ Große Sorge auf Sylt +++

[21.21] Auf Sylt tobt der Orkan noch mit voller Wucht im Süden der Insel. Trotz Niedrigwassers ist der komplette Strand von Hörnum überspült, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Hasnain Kazim. Verwaltung und Anwohner machen sich große Sorgen, welche Schäden morgen bei Tagesanbruch zum Vorschein kommen.

+++ Stromausfall an der Küste +++

[21.10] In Finkhaushallig bei Husum an der nordfriesischen Küste sei der Strom kurzzeitig ausgefallen, berichtet Anwohnerin Renate Petersen gegenüber SPIEGEL ONLINE. Gefahr droht dort bisher nicht. Freiwillige Helfer kontrollieren dort die Deiche regelmäßig. Aber: "Es heult und stürmt, dass das Dach knackt".

+++ 500 Feuerwehreinsätze in Berlin +++

[20.54] In Berlin wird der große Sturm erst um Mitternacht erwartet, doch schon jetzt musste die Feuerwehr zu 500 Einsätzen ausrücken. Durch starke Regenfälle gab es 210 Wasserschäden. Bei Windgeschwindigkeiten von 110 km/h entwurzelte Orkantief "Kyrill" rund 170 Bäume. Vor allem im Süden Berlins mussten wegen Überschwemmungen Straßen gesperrt und Busse umgeleitet werden.

+++ Teile Nordwestdeutschlands haben das Schlimmste hinter sich +++

[20.37] Nordrhein-Westfalen und das westliche Niedersachsen haben die schlimmsten Auswirkungen des Sturms offenbar überstanden. "Für diese Gebiete kann man mittlerweile Entwarnung geben, obwohl auch hier gelegentlich noch Sturmböen auftreten können", sagte Burkhard Kirsch vom Deutschen Wetterdienst.

+++ Züge sollen in NRW sollen ab 4 Uhr wieder fahren +++

[20.35] Die Deutsche Bahn rechnet damit, dass der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen am Freitagmorgen wieder aufgenommen wird. Die Züge sollen in der Nacht bei Bedarf repariert und leer in die "Garage" gefahren werden, sagte Bahnsprecher Karl-Josef Bales. Gegen 4 Uhr soll der reguläre Zugbetrieb starten. Auf beschädigten Strecken sei mit Verspätungen zu rechnen. Dort, wo Oberleitungen provisorisch repariert seien, müssten die Züge langsam fahren. "Aber ich denke, lieber ein wenig zu spät kommen, als gar nicht", sagte Bales.

+++ Zehntausende ohne Strom +++

[20.27] Der Stromausfall in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt hält an, teilte das Energieunternehmen envia mit. Rund 52.000 Kunden im Versorgungsgebiet seien um 19 Uhr ohne Strom gewesen. Besonders betroffen sei Sachsen- Anhalt. Es werde mit Hochdruck an der Reparatur der beschädigten Anlagen und Leitungen gearbeitet. Allerdings erschwerten anhaltende Orkanböen und Regenfluten die Arbeiten. Der Stromausfall wurde den Angaben zufolge von Ästen und Bäumen verursacht, die auf Freileitungen gestürzt waren.

+++ Bahnreisende sollen ins Hotel +++

[20.15] Vor den Schaltern der Bahn im Hamburger Hauptbahnhof stehen Kunden Schlange, um ihre Tickets auf den folgenden Tag umschreiben zu lassen, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Mitarbeiter Ole Reißmann. Mitarbeiter der Bahn raten Fernreisenden, sich Hotelzimmer zu suchen. Seit fünf Uhr ist eine Frau mit Reiseziel Hannover auf dem Bahnhof, jetzt steht sie wie viele andere bei der Touristeninformation an und will ins Hotel gehen.

+++ Autofahrerin vom Baum erschlagen +++

[20.10] Durch das Sturmtief "Kyrill" ist in Lippstadt eine 23 Jahre alte Autofahrerin ums Leben gekommen. Laut Polizei war die Frau auf einer Straße unterwegs, als vor ihrem Wagen ein Baum umstürzte und die Fahrbahn blockierte. Als die Lippstädterin ihren Pkw wenden wollte, sei das Auto von einem weiteren umstürzenden Baum getroffen worden. Die junge Frau wurde im Wagen eingeklemmt und musste durch die Feuerwehr geborgen werden. Sie starb kurze Zeit später im Rettungswagen an der Unfallstelle.

+++ Wandergruppe eingeschlossen +++

[20.00] Im Landkreis Wernigerode im Harz sitzt eine Wandergruppe in einer Skihütte fest. Die zehn Schüler und drei Erwachsenen können erst am Freitag befreit werden.

+++ Bahnchef Mehdorn: "Das hatten wir noch nie" +++

[19.59] Für die Bahn hat es nach Angaben von Konzernchef Hartmut Mehdorn einen solchen Sturm noch nicht gegeben. "Das hatten wir noch nie in Deutschland", sagte Mehdorn in Berlin. An einen solchen Sturm könnten sich auch ältere Bahnmitarbeiter nicht erinnern. Wegen des Orkans habe sich bei der Bahn aber noch kein Unfall ereignet. Derzeit stecke allerdings ein Zug mit 180 Fahrgästen bei Osnabrück fest. Rettungsmannschaften mit schwerem Räumgerät seien an Ort und Stelle.

+++ Mann in Sachsen-Anhalt von umstürzender Wand getötet +++

[19.57] In Groß Rodensleben in Sachsen-Anhalt ist am Abend ein Mann im Sturm gestorben. Er wurde in einer Gaststätte unter einer umstürzenden Wand begraben, teilte die Polizei Halberstadt mit. Drei weitere Männer wurden schwer verletzt.

+++ "Kyrill" legt auch in der Schweiz an Stärke zu +++

[19.49] "Kyrill" ist auch in der Schweiz stärker geworden und hat Windspitzen von über 140 Stundenkilometern erreicht. In der Nacht soll der Orkan noch weiter aufdrehen. Die Fluggesellschaft Swiss musste Dutzende Flüge annullieren. Einem Sprecher zufolge sind 5800 Fluggäste betroffen. Vorerst erreichte "Kyrill" nur in erhöhten Lagen Orkanstärke. In der Nacht werden auch in den Niederungen bis zu 120 km/h erwartet, über dem Jura und in den Alpen Spitzen von 160 Kilometern pro Stunde.

+++ Bahn stellt wegen "Kyrill" bundesweit Zugverkehr ein +++

[19.30] Die Deutsche Bahn stellt wegen des Orkans "Kyrill" bundesweit den gesamten Zugverkehr ein. Alle Züge werden derzeit in die Bahnhöfe gefahren, sagte ein Sprecher. Wie viele Reisende davon betroffen sind, ist noch unklar.

Geschlossene Schulen, volle Bahnhöfe, kein Strom: Lesen Sie, was vor 19.30 Uhr geschah

+++ Lange Schlangen auf Bahnhöfen +++

[19:10] Nachdem die Bahn diverse Zugverbindungen wegen des Sturms gestrichen hat, bilden sich an Serviceschaltern auf den Bahnhöfen lange Schlangen. Einen Notfallplan gibt es offenbar nicht, zumindest ist er nicht allen Mitarbeitern bekannt, wie SPIEGEL-ONLINE-Reporterin Franziska Badenschier am Bahnhof in Hamburg Altona feststellte. Dort ist unter anderem der "Metronom" ausgefallen, der die Städte Hamburg und Bremen verbindet und von vielen Pendlern genutzt wird. Ob es alternative Fahrgelegenheiten wie Taxis oder Busse geben wird oder die Bahn den Wartenden eine Hotelübernachtung ermöglicht, sei am Servicepunkt in Altona nicht bekannt. Die meisten Reisenden würden ihren unfreiwilligen Aufenthalt dennoch gelassen nehmen.

+++ Schulen in Oberbayern und Schwaben bleiben am Freitag geschlossen +++

[19.05] Orkan "Kyrill" beschert den Schülerinnen und Schülern in Oberbayern und Schwaben einen freien Tag. Nach Angaben der Bezirksregierungen in München und Augsburg vom Donnerstagabend fällt der Unterricht am Freitag vorsorglich komplett aus. Es sei nicht abzusehen, wie stark die Schülerbeförderung und der Schulbetrieb durch Folgeschäden des Orkans beeinträchtigt werden, begründete die Regierung von Oberbayern die Maßnahme. Mit der frühen Entscheidung werde den Eltern die Entscheidung über eine Betreuung ihrer Kinder erleichtert. Die Schulleitungen seien angehalten, dennoch eine Betreuung der Kinder sicher zu stellen.

+++ Stromausfall in mehreren Großstädten +++

[18.50] In Magdeburg ist der Strom fast im ganzen Stadtgebiet ausgefallen. Davon betroffen seien Haushalte, Verkehrsampeln und Straßenbahnen, hieß es beim Lagedienst der Polizei auf Anfrage. Zu den Ursachen des Stromausfalls in der Landeshauptstadt lagen zunächst keine Angaben vor. Vermutet werden Auswirkungen des Orkantiefs "Kyrill". Auch in Wuppertal in NRW fiel der Strom komplett aus, bestätigte ein Feuerwehr-Sprecher gegenüber SPIEGEL ONLINE. Nach etwa zehn Minuten sei der Strom aber wieder da gewesen. Auch SPIEGEL-ONLINE-Leser aus Duisburg berichten, dass der Strom ausfiel.

+++ Berliner Feuerwehr ruft Ausnahmezustand aus +++

[18.45] Die Berliner Feuerwehr hat wegen des Unwetters am Donnerstagabend den Ausnahmezustand ausgerufen. Das teilte die Leitstelle mit. Im Süden Berlins seien bereits Windstärken von 110 km/h gemessen worden. Zahlreiche Straßen stehen unter Wasser. Den Angaben zufolge sind bis zu 1500 Kräfte im Einsatz.

+++ Alle Zufahrtsstraßen in den Oberharz gesperrt +++

[18.35] Orkan "Kyrill" hat im Harz eine Unzahl von Bäumen umgeworfen. Die Einsatzleitung der Polizei ordnete deshalb an, alle Zufahrtsstraßen in den Oberharz zu sperren. Wer dennoch weiter fahre, tue dies auf eigene Gefahr, sagte ein Sprecher. Inzwischen lägen so viele Stämme auf den Fahrbahnen, dass eine Räumung nicht mehr möglich sei. Ein Auto wurde von umstürzenden Fichten begraben. Verletzt wurde dabei jedoch niemand.

+++ Hallig-Bewohner rechnen mit "Land unter" +++

[18.27] Bei Böen bis zu Windstärke 12 warten die Bewohner der Hallig Nordstrandischmoor darauf, dass das Wasser steigt. "Alles, was wegfliegen kann, haben wir in Sicherheit gebracht, und die Schotten an den Häusern dicht gemacht", berichtet Erk Lorenzen, Lehrer auf der Hallig, gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Wir rechnen mit erheblichem 'Land unter'." Ab etwa 19 Uhr werde das Wasser wieder steigen. "Kyrill" könnte dafür sorgen, dass es gegen ein Uhr auf bis zu drei Meter über Normal Null steigt.

+++ Berliner Verkehrsbetriebe stellen Verkehr nicht ein +++

[18.20] Ungeachtet der Sturmwarnung werden die Berliner Verkehrsbetriebe ihren Betrieb nicht um 20.00 Uhr einstellen. S- und U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen fahren weiter, sagte BVG-Sprecher Klaus Wazlak. Er reagierte damit auf eine Äußerung der Vize-Parlamentspräsidentin Karin Seidel-Kalmutzki (SPD), die Sitzung des Abgeordnetenhauses früher zu beenden, unter anderem auch weil die BVG um 20.00 Uhr nicht mehr fahren würde. Wazlak sagte weiter, es müsse aber sicher mit Behinderungen gerechnet werden, weil Bäume auf Gleise und Straßen stürzen könnten.

+++ Mehrere Autobahnstrecken gesperrt +++

[18.07] "Kyrill" behindert in ganz Deutschland den Verkehr. Folgende Autobahnstrecken wurden mittlerweile gesperrt: die Störbrücke der A 23 (Hamburg-Heide) bei Itzehoe, die Autobahn A46 bei Düsseldorf im Bereich einer Brücke in beiden Richtungen, das Autobahnkreuz Neunkirchen wegen umgestürzter Bäume, ein Teil der sogenannten Thüringen-Autobahn zwischen Gräfenroda und Ilmenau-West, die Autobahn A4 von Chemnitz nach Dresden streckenweise sowie die Fleher Autobahnbrücke auf der A46 bei Düsseldorf.

+++ Fernverkehr komplett lahmgelegt +++

[17.45] Fatale Sturmschäden: Wegen zahlreicher unbefahrbarer Strecken im Norden und Westen Deutschlands hat die Deutsche Bahn den Fernverkehr komplett eingestellt. "Wir mussten den Fernverkehr um 17.15 Uhr aus Sicherheitsgründen vorsorglich einstellen", sagte ein Bahn-Sprecher. Dies gelte vorerst auf unbestimmte Zeit, bis sich die Wetterlage gebessert habe. Eine Wiederaufnahme des Betriebes noch am selben Tag sei sehr unwahrscheinlich. Zehntausende Reisende säßen fest. Auch der Verkehr mit den Eurostar-Hochgeschwindigkeitszügen von Frannkreich nach Großbritannien ist zum Erliegen gekommen, teilte die französische Bahngesellschaft SNFC mit. Grund sei eine in der Nähe des nordfranzösischen Dorfes Hondeghem heruntergerissene Oberleitung.

+++ Deutsche Bahn stellt Betrieb in NRW ein +++

[17.37] "Kyrill" legt den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen komplett lahm: Die Deutsche Bahn AG hat den gesamten Betrieb in NRW eingestellt. Dies berichtete die Bahn auf ihrer Internetseite bahn.de. Fahrgäste wurden an den Bahnhöfen aufgefordert, die Züge zu verlassen.

+++ NRW-Ministerpräsident Rüttgers kann nicht nach Hause +++

[17.36] "Es wird von Minute zu Minute schlimmer", berichtet SPIEGEL-Redakteur Guido Kleinhubbert aus Düsseldorf. Die Händler auf dem Marktplatz der Stadt hätten ihre Stände bereits vor zwei Stunden geschlossen. Das Innenministerium habe seine Mitarbeiter zur Sicherheit bereits um 16 Uhr nach Hause geschickt. Im zwölften Stock der Staatskanzlei harre indes noch Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) aus. Er lasse sich regelmäßig über die Lage informieren. In dieser Höhe pfeife es fürchterlich und er habe "etwas Angst, das Haus zu verlassen", hieß es aus dem Ministerium.

+++ Bahn sperrt Fernverkehrsstrecke zwischen Hamburg und Hannover +++

[17.18] Die Bahn hat am Donnerstagnachmifrttag die Fernverkehrsstrecke zwischen Hamburg und Hannover sperren müssen. Bei Lüneburg sei ein Baum auf die Gleise gestürzt, teilte ein Bahn- Sprecher in Hannover mit. Es sei jedoch kein Zug dagegen gefahren. Die Strecke sei gesperrt worden; Techniker seien vor Ort, um die Gleise wieder frei zu räumen. Außerdem behinderten nach Angaben des Sprechers umgestürzte Bäume den Schienenverkehr auf den Strecken zwischen Bremen und Hannover sowie Bremen und Osnabrück.

+++ Zebras und Giraffen vor Sturm in Sicherheit gebracht +++

[17.15] Der zoologisch-botanische Garten Wilhelma in Stuttgart hat wegen des aufkommenden Orkans windempfindliche Tiere früher als sonst in ihre Häuser gebracht. Dazu zählen nach Angaben von Pressesprecherin Anja Paumen vor allem Zebras, Antilopen, Wildesel und Giraffen.

+++ "Alles normal" in Frankfurt am Main und München +++

[17.01] Während der Flughafen in Frankfurt am Main bereits zahlreiche Flüge gestrichen hat, ist im Zentrum der Main-Metropole noch "alles im normalen Bereich", wie SPIEGEL-Redakteure berichteten. Es regne ein wenig und sei stürmisch. Auch in München ist das Wetter nicht ungewöhnlich: Viel Wind und ein bisschen Regen meldet SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Sebastian Fischer.

+++ Siegburg bislang verschont +++

[16.51] Die Stadt Siegburg ist bislang von extremen Wetterlagen verschont. Es sei "rau, aber nicht ungewöhnlich", berichtet SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Frank Patalong von dort. Kinder würden draußen noch mit dem Fahrrad umherfahren. Regen gebe es keinen, nur ab und zu sei es böig.

+++ Sturm ist in Hamburg noch nicht dramatisch +++

[16.45] "In Hamburg ist viel los, aber es ist noch nicht dramatisch", berichtet SPIEGEL-ONLINE-Mitarbeiter Timo Nowack, der in Hamburg mit der Feuerwehr unterwegs ist. Bisher sei die Feuerwehr nur wegen überfluteter Straßen, umgefallener Bäume und herunterfallenden Dachziegeln im Einsatz.

+++ Rushhour in Berlin fällt aus +++

[16.40] Kurz vor der erwarteten Ankunft des Orkans " Kyrill" herrscht auf Berlins Straßen eine gespenstische Leere. Auch U-Bahnen und Straßenbahnen sind für diese Tageszeit erstaunlich leer. Die Bürger seien durch die Wettervorhersagen anscheinend verunsichert, berichtete Feuerwehrsprecher Marco Trenn am Nachmittag. Seinen Angaben zufolge musste die Berliner Feuerwehr bisher zu etwa 15 Einsätzen aufgrund heruntergefaller Dachziegel und umgestürzter Bäumen ausrücken.

+++ Kleinkind von Terrassentür erschlagen +++

[16.33] In Bayern ist wegen "Kyrill" ein Kleinkind ums Leben gekommen. Das 18 Monate alte Kind wurde am Donnerstag-Nachmittag im Norden Münchens getötet, als eine Terrassentür durch den starken Wind aus der Verankerung riss und auf das Kind stürzte, teilte die Polizei mit. Das Kleinkind wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, wo es wenig später starb.

+++ Gruner+Jahr schickt Mitarbeiter nach Hause +++

[16.30] Mitarbeiter des Verlagshauses Gruner+Jahr in Hamburg konnten um 15.30 Uhr - in Abstimmung mit dem Vorgesetzten - die Arbeit für heute beenden, teilte ein Mitarbeiter per Rundmail an alle mit. Man rechne damit, dass der Heimweg in den frühen Abendstunden zunehmend gefährlicher oder erschwert werden könne, hieß es zur Begründung.

+++ In Cuxhaven noch kein Unwetter +++

[16.30] "Kyrill" stürmt über Norddeutschland. Doch in Cuxhaven ist die Lage entspannt, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporterin Julia Jüttner. "Es ist sehr stürmisch, aber die Regenwolken haben sich verzogen, so dass kurz vor der Dämmerung sogar blauer Himmel zu sehen war."

+++ Keine Fähren mehr zu zwei Halligen +++

[16.19] Der Fährverkehr zu den Halligen Hooge und Langeness wurde für den ganzen Tag eingestellt. Auch die Fähren zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum fahren nur eingeschränkt.

+++ Früher Feierabend +++

[16.12] Die großen deutschen Banken geben ihren Mitarbeitern wegen des Orkans "Kyrill" am Donnerstag die Möglichkeit, vorzeitig Feierabend zu machen. "Mitarbeiter, die dringend nach Hause müssen, können in Absprache mit ihrem Vorgesetzten früher gehen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank auf Anfrage von Dow Jones Newswires. Auch bei Commerzbank und Dresdner Bank ist es den Angestellten auf Grund der extremen Wetterlage freigestellt worden, frühzeitig Feierabend zu machen.

+++ Arbeitsagenturen schließen eher +++

[16.15] Die Arbeitsagenturen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben am Donnerstag wegen des schweren Sturms früher geschlossen als sonst. Bereits um 15.30 Uhr konnten die Mitarbeiter den Heimweg antreten, um nicht in Gefahr zu geraten, teilte die Behörde mit. Arbeitslose, die für den späten Nachmittag einen Einladung zu einem Termin bekommen hatten, brauchen keine Nachteile befürchten, sagte ein Sprecherin. Auch in Nordrhein-Westfalen müssen Arbeitssuchende, die wegen des Orkans ihre Termine bei der Arbeitsagentur nicht wahrnehmen können, keine Nachteile befürchten. Die Agenturen für Arbeit in NRW verzichteten am Donnerstag ausnahmsweise auf rechtliche Konsequenzen, teilte ein Sprecher in Düsseldorf mit.

+++ Extreme Unwetterwarnungen +++

[16.00] Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt wegen des verheerenden Sturms für die Mittelgebirge, Teile der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und das Saarland eine extreme Unwetterwarnung heraus. Für die anderen Regionen galt eine Unwetterwarnung. "Wir befinden uns in einer Größenordnung der Stürme 'Lothar' und 'Anatol'", sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche. Die beiden Stürme waren 1999 über Europa gezogen, damals kamen zahlreiche Menschen ums Leben.

+++ Sturm fegt mit Spitzen-Tempo 191 über Deutschland +++

[16.00] Am frühen Nachmittag erreichte der Sturm "Kyrill" Windgeschwindigkeiten von mehr als 190 Stundenkilometern: Auf dem 1142 Meter hohen Brocken im Harz wurden laut Wetterdienst Meteomedia Windgeschwindigkeiten von 191 Stundenkilometern gemessen. Diese könnten im Tagesverlauf bis auf 200 Kilometer pro Stunde zunehmen, sagte ein Mitarbeiter der Brockenwarte.

Anhänger hebt ab, Intercity fährt auf Baumstamm, Fußballstadien gesperrt: Lesen Sie, was vor 16.00 Uhr geschah

+++ Sturm, Regen und Sonne auf Husum +++

[15.32] In Langenhorn nördlich von Husum in Nordfriesland "hat der Sturm gerade innerhalb einer Minute enorm zugelegt", berichtet SPIEGEL-ONLINE-Leser Hans Korthaus. Vor eineinhalb Stunden habe es "wie aus Eimern geschüttet", es sei aber kaum windig gewesen. Vor zwanzig Minuten hätte sogar die Sonne geschienen.

+++ Windenergieanlagen nicht in Gefahr +++

[15.30] Schwere Stürme sind keine Gefahr für Windenergieanlagen. "Bei zu starkem Sturm schalten sie sich automatisch ab", sagte der Geschäftsführer der Firma "Windtest" im Kaiser-Wilhelm-Koog (Kreis Dithmarschen), Volker Köhne, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Intercity fährt auf Baumstamm auf +++

[15.28] Auf der Fahrt von Westerland nach Hamburg ist ein Intercity gegen einen auf den Gleisen liegenden Baumstamm gefahren. Es gab nach Angaben der Flensburger Bundespolizei keine Verletzten, sondern lediglich Sachschäden am Zug. Die Strecke war zwischen 14 und 15 Uhr gesperrt. Inzwischen haben Rettungskräfte den Baumstamm entfernt, die Strecke ist wieder befahrbar.

+++ Anhänger hebt ab +++

[15.24] Auf der Autobahn A 61 zwischen Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis) und Speyer hat der Sturm "Kyrill" den Anhänger eines Sprinters in die Luft gewirbelt. Der Anhänger stürzte daraufhin auf die Leitplanke, wie die Polizei in Heidelberg mitteilte. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Um den Anhänger zu bergen, wurde eine Spur der Autobahn gesperrt.

+++ Erstes Todesopfer +++

[15.15] - Im Südwesten gibt es das erste Todesopfer in Deutschland. Nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart fuhr in Baden ein Autofahrer auf einen umgestürzten Baum auf. Er kam bei dem Zusammenprall ums Leben.

+++ Fußballspiel in Leipzig abgesagt +++

[15.10] Das für heute Abend angesetzte Fußball-Testspiel zwischen dem Oberligisten FC Sachsen Leipzig und dem Bundesliga-Verein Hannover 96 ist wegen des Orkans abgesagt worden. Beide Clubs hätten sich auf die Absage verständigt, nachdem der Deutsche Wetterdienst zuvor eine Unwetterwarnung für Leipzig und Umgebung herausgegeben hatte. Ein neuer Termin steht noch nicht fest, alle Tickets behalten laut Veranstalter ihre Gültigkeit.

+++ Autobahn A 46 bei Düsseldorf gesperrt +++

[15.00] Wegen des Orkantiefs ist am Donnerstagmittag die Fleher Autobahnbrücke auf der A 46 bei Düsseldorf für den Verkehr in beide Richtungen gesperrt worden. Das erklärte der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen. "Bei den aktuellen Orkanböen wollen wir auf Nummer Sicher gehen und eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer ausschließen", sagte ein Sprecher. Wie lange die Sperrung bestehen bleibt, war zunächst unklar. Als Ausweichrouten empfahl der Landesbetrieb die A 44 und die A 1.

+++ Harzer Schmalspurbahn stellt Betrieb im Oberharz ein +++

[14.54] Wegen des aufziehenden Orkans "Kyrill" hat die Harzer Schmalspurbahn (HSB) ihren Betrieb zwischen Wernigerode und Schierke im Oberharz vorläufig eingestellt. " Der Wind hat immer mehr zugenommen, die Sicherheit unserer Fahrgäste geht vor", sagte ein HSB-Sprecher. Fahrten von Schierke weiter zum 1142 Meter hoch gelegenen Brocken, die normalerweise auch angeboten werden, hatte die HSB für den Donnerstag von vornherein gestrichen.

+++ Orkan mit Windstärke 12 in St. Peter-Ording +++

[14.47] Der Orkan "Kyrill" hat am Donnerstagnachmittag die schleswig-holsteinische Nordseeküste erreicht. "In St. Peter- Ording wurden bis 14.00 Uhr bereits Orkan-Böen der Windstärke 12 registriert", sagte Jutta Perkuhn vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Das entspreche Windgeschwindigkeiten von rund 120 Stundenkilometern.

+++ Viktualienmarkt in München geschlossen +++

[14.30] In München kontrollieren Polizei und Feuerwehr, dass die Verkaufszelte auf dem Viktualienmarkt geschlossen werden. Mit Bindfaden und Heringen zurren die Händler an Gemüse-, Käse- und Blumenständen die Markisen über ihrer Ware fest, die von den ersten Böen immer wieder empor gerissen werden. "Wer jetzt noch hinter Plastikbahnen seinen Pro Secco trinkt, muss den Markt in gebückter Haltung verlassen: Rund um das Gelände sind rot-weiße Absperrbänder gespannt", berichtet SPIEGEL-Redakteurin Bettina Musall.

+++ Fußballstadien für Besucher teilweise gesperrt +++

[14.24] Die Münchner WM-Arena und die Veltin-Arena auf Schalke sind wegen "Kyrill" für Besucher teilweise gesperrt worden. Wie Werner Götz, der Sprecher des Münchner Stadions, erklärte, sei vor allem auf dem Zugangsbereich mit herumfliegenden Gegenständen zu rechnen. Für das Stadion des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München selbst bestehe aber keine Gefahr.

+++ Baum stürzt beinahe in Wohnhaus +++

[14.15] Im Bömmerdelle-Wald in Bochum-Langendreer ist ein Baum beinahe in ein Wohnhaus gestürzt. "Uns trennt nur eine fünf Meter breite Straße von dem Waldrand, zum Glück ist der Baum in die andere Richtung gekippt", berichtet SPIEGEL-ONLINE-Leser Lutz Grundhöfer.

+++ Frachtschiff vor Großbritannien gesunken +++

[14.05] Das britische Frachtschiff, das heute morgen im Ärmelkanal in Seenot geraten war, ist gesunken. Die 26 Besatzungsmitglieder konnten sich in Rettungsbooten in Sicherheit bringen, berichtet der Fernsehsender n-tv.

Gerichtsprozess in Würzburg, Warnung vor "Kyrill"-Tourismus, Autobahnen gesperrt: Lesen Sie, was vor 14.00 Uhr geschah

+++ Gerichtsprozess in Würzburg unterbrochen +++

[13.56] Der zweite Prozess gegen einen Ex-Manager wegen Raubmordes an einer Geschäftsfrau ist angesichts des bevorstehenden Orkans in Würzburg unterbrochen worden. Das Strafjustizzentrum in der unterfränkischen Domstadt wurde komplett geräumt. Alle Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt. Das Verfahren gegen den 56-Jährigen soll am kommenden Dienstag fortgesetzt werden.

+++ Restaurant in schwankendem Fernsehturm bleibt geöffnet +++

[13.42] Der Sturm lässt das Drehrestaurant im 209 Meter hohen Dortmunder Florian-Turm merklich schwanken. Trotzdem bleibt das Restaurant geöffnet - auch wenn nach Angaben einer Angestellten heute noch kein Gast in das in gut 137 Meter Höhe gelegene Lokal gekommen ist. "Man gewöhnt sich an das Schwanken. Es ist ja nicht der erste Sturm", sagte die Kellnerin.

+++ Wasserschutzpolizei warnt vor "Kyrill"-Tourismus +++

[13.27] Die Wasserschutzpolizei in Schleswig-Holstein hat Schaulustige eindringlich davor gewarnt, in der Nacht auf Deichen und Sperrwerken die Naturgewalten des Orkans "Kyrill" hautnah erleben zu wollen. "Der Aufenthalt im Freien bei der zu erwartenden Wetterlage ist mit erheblichen persönlichen Gefahren verbunden", sagte Polizeisprecher Wolfgang Boe in Husum. Gleichzeitig forderte er Freizeitskipper und Bootseigner auf, zu überprüfen, ob ihre Schiffe sicher vertäut sind.

+++ Bahnstrecke gesperrt +++

[13.26] Wegen eines umgestürzten Baumes hat die Deutsche Bahn die Regionalbahnstrecke zwischen Boppard und Emmelshausen im Hunsrück gesperrt. Auch auf den waldreichen Strecken in der Westpfalz müsse mit der Einstellung des Zugverkehrs gerechnet werden, teilte ein Unternehmenssprecher in Frankfurt mit.

+++ Autobahn gesperrt +++

[13.02] Die Autobahn A 71 zwischen Gräfenroda und Ilmenau-West in Thüringen wurde bis zum Abflauen des Sturms voll gesperrt, wie der Lagedienst der Polizei mitteilt. Auf der Autobahn A 4 wurde die Höchstgeschwindigkeit zwischen Waltershausen und Wandersleben auf 60 Kilometer pro Stunde reduziert. In diesem Autobahnabschnitt ist am Morgen ein LKW-Anhänger umgekippt.

+++ Britisches Frachtschiff in Seenot +++

[12.45] Im Ärmelkanal ist zwischen England und Frankreich ein britisches Frachtschiff in Seenot geraten. Das Schiff mit insgesamt 26 Mann Besatzung an Bord droht nach Informationen der BBC vor der Küste von Cornwall zu sinken.

+++ Aufregung in Kita +++

[11.50] Anruf in der SPIEGEL-ONLINE-Redaktion: Die Kindertagesstätte im Eschelsweg in Hamburg-Altona wird wegen des Sturms geschlossen. Alle Kinder müssen bis 13.30 Uhr abgeholt werden. Nur noch das Kind einer SPIEGEL-ONLINE-Mitarbeiterin sitzt in der Betreuungsstätte, die anderen Eltern haben sofort reagiert.

+++ Erster Einsatz des Technischen Hilfswerks +++

[11.50] Das Technische Hilfswerk ist in seinem ersten "Kyrill"-Einsatz: Im Kreis Gießen errichten rund 30 THW-Leute einen sogenannten Quickdamm zum Hochwasserschutz, sagt Nicolas Hefner, der zurzeit in der THW-Operationszentrale ist.

+++ Ein Toter in Großbritannien +++

[11.49] Durch den Orkan "Kyrill" ist in Großbritannien ein Mensch ums Leben gekommen. Der 54-Jährige wurde in Bridgnorth in der nordwestenglischen Grafschaft Shropshire erschlagen, als ein Ast auf die Windschutzscheibe seines Autos stürzte, wie der örtliche Rettungsdienst mitteilt.

+++ Riesenansturm auf Wetterdienst-Homepage +++

[11.34] "Kyrill" hat einen Riesenansturm auf die Internet-Seite des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ausgelöst. Das Interesse an den aktuellen Unwetterwarnungen führe zu Verzögerungen, so dass es Minuten dauern könne, bis die Daten angezeigt werden, so ein DWD-Sprecher.

+++ Ostseefischer bleiben im Hafen +++

[11.26] Angesichts von Orkan "Kyrill" sind Schleswig- Holsteins Ostseefischer im Hafen geblieben. Für die Lübecker Bucht ist Wind der Stärke 9 aus Westen angekündigt, der in Böen Stärke 11 erreichen kann. "Bis zu einem gewissen Grad ist das für uns Alltag", sagte der Pressesprecher der für die gesamte Lübecker Bucht zuständigen Wasserschutzpolizei Lübeck-Travemünde, Jochen Haase.

+++ Helgoland hat Hochwasser überstanden +++

[11.24] Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland hat das Mittagshochwasser trotz des aufziehenden Orkans gut überstanden. "Der Wasserstand interessiert uns nicht - auch das Unterland ist bei der Wiederbesiedlung 1952 so hoch aufgeschüttet worden, dass niemand gefährdet ist", sagt Kurdirektor Christian Lackner. Auch vom erwarteten schweren Sturm blieb der rote Felsen bisher weitgehend verschont.

+++ Tempolimit bei der Deutschen Bahn +++

[11.16] Wegen der Orkangefahr hat die Deutsche Bahn das Höchsttempo ihrer Fernverkehrszüge auf Tempo 200 herabgesetzt. Nahverkehrszüge fahren nur noch maximal 140 Stundenkilometer, wie ein Bahnsprecher in Berlin auf Anfrage mitteilte. Normalerweise fahren die schnellsten Züge der Bahn Tempo 300, etwa auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken Köln - Frankfurt und München - Nürnberg. Außerdem wappnet sich die Bahn mit Reparaturzügen und Notfallplänen.

+++ Ministerium richtet "Führungsstab Katastrophenschutz" ein +++

[11.12] Schleswig-Holsteins Innenministerium richtet ein besonderes Einsatz-Lagezentrum ein: Unter der Führung von Katastrophenschutz-Experten koordinieren Polizei, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und andere Organisationen ihre Einsatzkräfte, sagte ein Sprecher des ständigen Lagedienstes im Innenministerium.

+++ Berliner Kinder kriegen Schulfrei +++

[11.06] Berliner Kinder können wegen des Orkans entschuldigt der Schule fernbleiben. Eltern ist es freigestellt, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Schulrat Hans- Jürgen Pokall sagte, es läge in der "normalen Verantwortung" der Eltern zu entscheiden, ob ihr Kind zur Schule gehen könne.

+++ 34 Flüge in Frankfurt gestrichen +++

[10.42] Der Sturm sorgt bereits für ernsthafte Verzögerungen im Luftverkehr. Am Flughafen Frankfurt am Main mussten am Vormittag 34 Flüge storniert werden, wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport sagt. Bei ankommenden Maschinen komme es zudem zu Verspätungen bis zu einer Stunde.

+++ 40.000 Helfer vom Technischen Hilfswerk bereit +++

[9.29] Das Technische Hilfswerk (THW) steht wegen des heranziehenden Orkantiefs "Kyrill" mit Tausenden Mitarbeitern bereit. Der Präsident des THW, Albrecht Broemme, sagt auf dem Nachrichtensender N24: "Es sind Tausende von Helfern informiert, dass sie eventuell heute zum Einsatz kommen müssen. Wenn jetzt ganz Deutschland betroffen ist, dann kann das natürlich sehr heftig werden." Besonders kritisch seien natürlich Ballungsgebiete, weil dort die Schäden auch besonders groß sein könnten.

+++ Einschränkungen im Fährverkehr +++

[8.20] Das bevorstehende Orkan-Tief "Kyrill" hat schon am Morgen für Einschränkungen im Fährverkehr an der nordfriesischen Küste gesorgt. Wegen der drohenden Orkanböen von bis zu 140 Kilometern pro Stunde wird der Fährverkehr den gesamten Tag von und zu den Halligen Hooge und Langeneß eingestellt, berichtete die Wyker Dampfschiffs-Reederei.

fba/tim/jmk/dpa/AP/AFP/Reuters/sid