Naturkatastrophen New Orleans zittert vor Hurrikan "Katrina"

Der Hurrikan "Katrina" wird auf seinem Zug zur US-Küste am Golf von Mexiko immer mächtiger. In den Staaten Louisiana und Mississippi wurde bereits vor der für Montagnachmittag (Ortszeit) erwarteten Ankunft des Wirbelsturms der Notstand ausgerufen.


Küste bei New Orleans, während des Hurrikans "Ivan" im Juli 2005: "Katrina" pumpt sich auf
DPA

Küste bei New Orleans, während des Hurrikans "Ivan" im Juli 2005: "Katrina" pumpt sich auf

Miami/Washington - In den niedrig gelegenen Küstenabschnitten begannen am Samstag die Evakuierungen. Das Hurrikan-Zentrum in Miami rechnet damit, dass sich "Katrina" bis zum Eintreffen zu einem gewaltigen Sturm der zweitstärksten Kategorie 4 aufpumpen wird - das bedeutet Windgeschwindigkeiten zwischen 210 und 249 Stundenkilometern. Das Zentrum sprach von einem überaus gefährlichen Unwetter mit möglicherweise verheerenden Auswirkungen.

Der Sturm "Katrina", der bereits in Florida mindestens sieben Todesopfer gefordert und schwere Überschwemmungen verursacht hatte, bewegte sich am Samstag mit einem Tempo von nur elf Stundenkilometern auf die Küste zu. Das gab ihm die Gelegenheit, über dem warmen Wasser nicht nur Kraft aufzutanken, sondern auch an Größe zuzunehmen.

Bereits zwei Tage vor der erwarteten Ankunft auf dem Festland wurden Windgeschwindigkeiten in Hurrikanstärke in einem Umkreis von 64 Kilometern um "Katrinas" Zentrum gemessen, und sogar noch 240 Kilometer vom "Auge" entfernt tobte der Wind mit Tropensturmkraft.

Wo der Hurrikan auf das Festland treffen wird, können die Meteorologen frühestens am Montag konkreter voraussagen. Das Grenzgebiet von Louisiana und Mississippi galt jedoch am Samstag als wahrscheinlichstes Ziel. Besondere Sorge herrschte um die Jazzmetropole New Orleans: Die Stadt liegt zum großen Teil tiefer als der Meeresspiegel.

Stürme der Kategorie 4 haben ein "extremes" Schadenspotenzial. Sie können feste Gebäude beschädigen. Zudem kann diese Windenergie das Wasser bis zu zehn Kilometer ins Inland treiben. Mobile Häuser, wie sie in den USA vielfach üblich sind, werden komplett zerstört. Der Hurrikan "Charley" aus dem Jahr 2004 zählte ebenfalls zur Kategorie 4.

In Florida war "Katrina" am Donnerstagabend (Ortszeit) zwischen Miami und Fort Lauderdale auf die Küste gestoßen. Vier Menschen starben nach Behördenangaben durch umstürzende Bäume, zwei ertranken, einer starb bei einem Autounfall. Eine Million Menschen waren am Samstag noch ohne Strom, nachdem der Sturm zahlreiche Leitungen heruntergerissen hatte. "Katrina" war dann in den Golf von Mexiko geschwenkt, wo sie sich nun auftankt.

Florida war im Juli bereits von Hurrikan "Dennis" heimgesucht worden. Er hatte mehr als zwei Dutzend Menschen in den Tod gerissen und nach Schätzungen mehr als 900 Millionen Dollar (rund 730 Millionen Euro) Schaden angerichtet.



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