Naturkatastrophen Viele Tote und Verletzte bei Erdbeben in Pakistan

Mehr als hundert Tote - das ist die vorläufige Bilanz eines schweren Erdbebens im Südwesten Pakistans. Die Behörden rechnen mit noch höheren Opferzahlen. Ein Minister: "Wir erwarten, dass die Zahl der Toten noch ansteigen wird."


Islamabad - Detaillierte Berichte über Verletzte oder Schäden liegen noch nicht vor. Die Armee erklärte, Rettungskräfte und medizinisches Gerät seien unterwegs in die entlegenen Gebiete der Provinz Belutschistan.

Das Epizentrum des Bebens der Stärke 6,4 lag laut der US-Erdbebenwarte (USGS) gut 600 Kilometer südwestlich von Peschawar an der afghanischen Grenze. Behördenvertreter in der Provinzhauptstadt Quetta erklärten, rund 500 Häuser seien eingestürzt.

Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Toten nach dem jetzigen Beben noch weiter steigen könnte. "Über hundert Menschen wurden getötet. Wir erwarten, dass die Zahl der Opfer noch steigen wird", sagte Provinzminister Zamrak Khan der Nachrichtenagentur Reuters. Mindestens 120 Menschen wurden nach Angaben örtlicher Beamter teils schwer verletzt.

Besonders hart betroffen ist der Bezirk Ziarat. "Acht Dörfer in Ziarat wurden schwer zerstört und es gibt noch viele Gebiete, die bisher noch nicht erreicht wurden", so Khan weiter.

Der Bürgermeister eines Ortes im Bezirk Ziarat sagte, ihm lägen Informationen über 50 Tote und mehr als hundert Verletzte vor. Bei den meisten Opfern handele es sich um Frauen und Kinder. Fünf Tote wurden außerdem aus den Bezirken Pishin und Khoshab gemeldet.

Der örtliche Kommandant der paramilitärischen Grenztruppen bestätigte hingegen nur 30 Todesopfer. Vermutlich seien noch viele Menschen unter den Trümmern ihrer eingestürzten Häuser begraben, sagte Generalmajor Asif Nawaz. Seine Truppen würden sich an den Rettungsarbeiten beteiligen.

Die meisten Menschen wurden von den Erdstößen um kurz nach fünf Uhr am Morgen aus dem Schlaf gerissen. Viele liefen in Panik auf die Straße. Nach dem Beben gingen in der Provinz auch mehrere Schlammlawinen nieder. Belutschistan ist die größte, aber am dünnsten besiedelte Provinz Pakistans.

Im Oktober 2005 hatte ein Erdbeben der Stärke 7,6 Kaschmir und den Norden Pakistans erschüttert. Rund 80.000 Menschen kamen ums Leben, Hunderttausende verloren ihr Zuhause.

asc/bog/dpa/AP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.