Nazi-Boots US-Firma nimmt Hakenkreuz-Schuhe vom Markt

Ein Military-Stiefel, der beim Laufen Hakenkreuz-Abdrücke hinterlässt, hat ein US-Unternehmen in die Bredouille gebracht: Der Herrenschuh aus der Linie "Polarfuchs" wurde aus dem Sortiment genommen.

"Polar Fox": Hakenkreuz-Profil auf der Sohle des Herrenschuhs
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"Polar Fox": Hakenkreuz-Profil auf der Sohle des Herrenschuhs


Nur 38,99 Dollar kostete ein schwarzer halbhoher Herrenschuh, den das Unternehmen Conal International Trading übers Internet verkaufte. Ein auf den ersten Blick harmloses, nicht besonders elegantes Schuhwerk, das jetzt jedoch vom Markt genommen wurde. Der Grund? Die Sohle der Arbeitsstiefel hinterließen Hakenkreuz-Abdrücke am Boden.

Ein Käufer hatte Anfang der Woche ein Foto des politisch fragwürdigen Sohlenabdrucks ins Netz gestellt. Es wurde mehr als drei Millionen Mal angeklickt und löste eine Flut von Kommentaren aus - viele davon mit Spott und Häme für den Hersteller. In den sozialen Netzwerken wurden die Schuhe als "gut geeignet für einen Einmarsch in Polen" oder wortspielerisch als "heily recommended" (besonders empfehlenswert) gepriesen. Die Betreiber der US-Neonazi-Seite Daily Stormer bewarben die umstrittenen Schuhe als Must-have für "jeden modernen Nazi, der einen guten Eindruck hinterlassen will".

Als ob das nicht reichte, gehörte der Schuh im "Military-Kampfstil" auch noch zur Linie "Polarfuchs" - was Erinnerung an eine gleichnamige Nazi-Militäroperation wachruft, deren Ziel es war, die sowjetische Hafenstadt Murmansk einzunehmen.

Jetzt hat das Unternehmen reagiert und das Produkt aus dem Sortiment genommen. Der Internet-Versand Amazon hatte die Schuhe bereits am Donnerstag aus dem Angebot getilgt.

Die Gestaltung der Sohle sei "nicht beabsichtigt" gewesen und beruhe auf einem "Fehler des Herstellers in China", teilte die in Kalifornien ansässige Firma Conal International Trading am Freitag mit. Die Firma lehne Hass und Diskriminierung in jeglicher Form ab und entschuldige sich bei allen, die sich durch den Hakenkreuz-Abdruck beleidigt fühlten.

Die gegen Antisemitismus in den USA eintretende Gruppe Jewish Anti-Defamation League erklärte, sie habe sich in der Angelegenheit an das Unternehmen gewandt; dort habe man erklärt, die Schuhe seien in Asien hergestellt worden, wo das Hakenkreuz als buddhistisches Glückssymbol gilt. Wenig überzeugend für die Mitglieder der League: "Ob beabsichtigt oder nicht - die Nutzung dieses Symbols auf den Stiefel ist zutiefst beleidigend."

ala/AFP



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