"Zu 99 Prozent sicher" Polens Denkmalschützer hält Existenz von Nazi-Zug für erwiesen

Wurde in Niederschlesien wirklich ein gepanzerter Nazi-Zug aus der NS-Zeit gefunden? Nach der Ansicht von Georadarbildern gibt sich Polens oberster Denkmalschützer Piotr Zuchowski "zu 99 Prozent sicher".
Schienen bei Walbrzych: Polen prüft Bericht über Nazi-Zug unter der Erde

Schienen bei Walbrzych: Polen prüft Bericht über Nazi-Zug unter der Erde

Foto: Radek Pietruszka/ dpa

Der polnische Denkmalschützer Piotr Zuchowski ist sich "zu 99 Prozent" sicher, dass in der Gegend um Walbrzych tatsächlich ein gepanzerter Nazi-Zug gefunden wurde. "Ich habe die Georadarbilder gesehen, und das sieht in der Tat wie ein Panzerzug aus", sagte er in Warschau vor Journalisten. Um alle Zweifel auszuräumen, müsse der Zug erst zutage gefördert werden. Die ersten Schritte zur Sicherung des Fundortes seien eingeleitet, nun müsse vor allem festgestellt werden, ob bei Grabungen Explosionsgefahr bestehe.

Ein Deutscher und ein Pole hatten vor einer Woche über einen Anwalt von dem Fund berichtet und die Georadaraufnahme vorgelegt.. Für die Herausgabe von Informationen zum genauen Fundort verlangten sie eine Belohnung - und wandten sich zunächst an die Behörden der nächstliegenden Stadt Walbrzych (Waldenburg) in Niederschlesien. Die Stadt hatte den Fall nach Warschau weitergereicht.

Die Berichte über den angeblichen Fund heizten in Polen die Gerüchte um einen Nazi-Zug voller Gold und Schmuck an, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in der Region verschwunden sein soll. Für diese Legende gibt es aber keinen Beweis.

Man wisse nichts über den Inhalt des Zuges, sagte Zuchowski nun, es könnten sich darin aber "Kostbarkeiten, Kunstwerke, Archive" befinden.

Bereits am Donnerstag hatte er Möchtegern-Schatzgräber vor heimlichen Grabungen gewarnt, da der vermutlich in einem unterirdischen Tunnel versteckte Zug vermint sein könnte. Am Freitag patrouillierten Polizisten entlang der Bahnstrecke zwischen Walbrzych und Breslau (Wroclaw).

In der Nähe von Walbrzych gibt es eine ganze Reihe unterirdischer Stollen, die die Nationalsozialisten bauen ließen. Ein Teil der Stollen ist heute für Touristen zugänglich. Das Tunnelsystem zieht aber auch viele Schatzsucher an.

hut/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.