Nepal Zwölf Deutsche bei Flugzeugabsturz getötet

Der Weg in den Urlaub endete in einer Tragödie: Bei einem Flugzeugunglück im Himalaya sind zwölf deutsche Touristen ums Leben gekommen. Die Maschine zerschellte bei der Landung am Flughafen von Lukla nahe des Mount Everest. 18 von 19 Insassen überlebten den Absturz nicht.


Kathmandu - Dichter Nebel soll die Katastrophe verursacht haben: Beim Absturz des Passagierflugzeugs vom Typ Twin Otter sind zwölf Deutsche, zwei Australier und vier Nepalesen ums Leben gekommen. Der aus Nepal stammende Pilot überlebte als einziger Insasse den Absturz.

Die Deutschen hatten den Urlaub bei dem Münchner Veranstalter Hauser Exkursionen gebucht. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens. Das Auswärtige Amt erklärte, die deutsche Botschaft in Kathmandu stehe in Kontakt mit den nepalesischen Behörden.

Die Maschine der Yeti Airlines verunglückte beim Landeanflug auf den Flughafen Lukla etwa 150 Kilometer nordöstlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Von dort war sie am frühen Morgen gestartet. Sie stürzte aus zunächst unbekannter Ursache ab und brannte aus.

Der Flughafen von Lukla, der in knapp 3000 Metern Höhe liegt, zählt zu den gefährlichsten der Welt. Die Start- und Landebahn wird an der einen Seite von einem steilen Abhang, an der anderen von einer Felswand begrenzt. Zum Unfallzeitpunkt soll das Wetter nach Informationen der Flugsicherung schlecht gewesen sein. Nebel soll die Sicht erschwert haben, die Sichtweite aber mit 400 Metern für den Anflug ausreichend gewesen sein.

Ein Vertreter des in den sechziger Jahren gebauten Flughafens äußerte die Vermutung, die Maschine sei gegen einen Berg gerast. Der Manager des Flughafens sagte dagegen, das Flugzeug habe einen Zaun gestreift.

In Lukla landen viele Trekkingtouristen auf ihrem Weg zum Mount Everest. Zur Identität der deutschen Opfer war zunächst nichts bekannt.

Erst 2002 waren 18 Menschen, darunter 13 Deutsche, bei einem Flugzeugabsturz im westlichen Nepal getötet worden. Anfang des Jahres wurde der Flughafen von Lukla zu Ehren der ersten Bezwingers des höchsten Bergs der Welt in Tenzing-Hillary Airport umbenannt. Sir Edmund Hillary hatte den Flughafen in den sechziger Jahren angelegt, um Himalaya-Expeditionen zu erleichtern und die Entwicklung der Region voranzubringen.

In Nepal gibt es etwa ein Dutzend Flugunternehmen. Viele fliegen entlegene Gebiete an, in denen es keine Straßen gibt. Sie befördern vornehmlich ausländische Touristen.

han/dpa/Reuters/AP



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