Kältewelle in Indien Dichter Nebel beeinträchtigt Flug- und Zugverkehr in Neu-Delhi

In Indiens Hauptstadt herrschen derzeit ungewöhnlich niedrige Temperaturen und Nebel. Die Sichtweite beträgt nur wenige Dutzend Meter: Züge sind verspätet, Konsequenzen drohen auch für den Flugverkehr.
Dichter Nebel in Neu-Delhi

Dichter Nebel in Neu-Delhi

Foto: ANUSHREE FADNAVIS / REUTERS

Selbst in den kälteren Wintermonaten liegt die Tagesdurchschnittstemperatur in Neu-Delhi für gewöhnlich nicht unter zehn Grad Celsius. Nach diesem Maßstab wird Indiens Hauptstadt derzeit von einer Kältewelle erfasst – am Dienstagmorgen wurden Tiefstwerte unter sechs Grad gemessen. Außerdem sind Neu-Delhi und die sie umgebende Metropolregion Delhi in dichten Nebel gehüllt.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, betrug die Sichtweite am Morgen teils nur rund 50 Meter. Der Flughafen Delhi warnte Passagiere, dass wegen der Bedingungen einzelne Flüge nicht wie geplant stattfinden könnten. Starts und Landungen würden aber weitgehend fortgesetzt. Lokalmedien zufolge fuhren zudem etliche Züge mit Verspätung.

Das Wetterphänomen dürfte sich laut dem indischen Wetterdienst IMD zumindest in einigen Teilen der Stadt noch bis Mittwoch halten, weil kaum Wind und weiterhin hohe Feuchtigkeitswerte zu erwarten seien. Erst danach werde sich der Nebel abschwächen. Die Kältewelle wird laut IMD auch andere Bundesstaaten im Nordwesten Indiens erfassen.

Schlechte Sicht ist in Delhi kein ungewöhnliches Phänomen, die Ursache dafür jedoch meist eine andere: Die Metropole mit mehr als 16 Millionen Einwohnern leidet unter extrem schlechter Luftqualität. Nach dem Lichterfest Diwali im Oktober, das traditionell mit Feuerwerk und Böllern gefeiert wird, waren die Werte bedrohlich geworden. Die Feinstaubbelastung lag um ein Vielfaches über den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wurde als »sehr schlecht« oder gar »gefährlich« eingestuft.

fek/Reuters
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