SEK alarmiert Vorgetäuschte Entführung bei Junggesellenabschied führt zu Polizeifahndung

Ein Senior beobachtete in Neubiberg, wie Gestalten mit Sturmhauben einen Mann in ein Auto zerrten, und rief die Polizei. Doch es handelte sich nur um einen Scherz.
Polizeieinsatz (Symbolbild)

Polizeieinsatz (Symbolbild)

Foto: Friso Gentsch/ dpa

Das war wohl nicht so geplant: In Bayern wurde wegen eines Junggesellenabschieds bei München sogar das SEK alarmiert. Vier Männer wollten den Bräutigam am Dienstag am helllichten Tag von Neubiberg nach Mallorca »entführen«, wie die Polizei berichtete. Sie trugen demnach Sturmhauben, zogen dem »Entführten« einen Sack über den Kopf und zerrten ihn in ein Auto.

Ein 80-Jähriger habe die Situation beobachtet und die Polizei alarmiert. Die ging zunächst von einer echten Entführung aus, so die Beamten .

Einsatzkosten von mindestens mehreren Tausend Euro

Mit mehreren Streifen und einem Hubschrauber fahndete die Polizei nach dem Auto. »Bei den Beamten war der Adrenalinspiegel in der Situation sehr hoch«, so ein Sprecher der Polizei. »Eine mutmaßliche Entführung und Geiselnahme ist eine der schwierigsten Situationen.« Die Einsatzkräfte entdeckten das Auto schließlich auf der Autobahn Richtung Flughafen München.

Die Beamten stoppten es an der Anfahrt zum Terminal. Dort sei schnell klar gewesen, dass es sich um einen Scherz handelte. Im Gegensatz zu der Polizei hätten die Männer auf der Fahrt zum Flughafen »sicher ihren Spaß gehabt«, so eine weitere Sprecherin. Auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) war alarmiert, rückte aber nicht aus.

Ob die Männer die Einsatzkosten von mindestens mehreren Tausend Euro selbst zahlen müssen, ist noch unklar. Ihren Flieger nach Mallorca haben die Männer laut Polizei noch erreicht.

bbr/dpa