Neuer Zwischenfall Air-France-Maschine muss nach Start umdrehen

Erneut hat es an Bord eines Passagierflugzeugs der Air France technische Probleme gegeben. Wegen eines Defekts der Belüftungsanlage bei dem Airbus A330 drang Rauch in die Kabine. Die Maschine auf dem Weg nach Kamerun musste nach Paris umkehren.


Hamburg - Die Air-France-Maschine musste wegen eines Problems mit der Klimaanlage bereits eine halbe Stunde nach dem Start nach Paris zurückkehren, teilte die französische Luftfahrtgesellschaft am Freitag mit. In der Kabine des Airbus A330 habe sich wegen einer Anomalie in der Klimaanlage "leichter Rauch" entwickelt. Die Maschine sei auf dem Weg nach Kamerun gewesen.

Die Maschine mit 184 Passagieren an Bord sei ohne Probleme wieder in Paris gelandet. Die Passagiere seien auf andere Flüge nach Douala verteilt worden. Erst am Donnerstag war ein Zwischenfall mit einer Air-France-Maschine im Kongo bekanntgeworden: In der Landeshauptstadt Brazzaville rammte die Tragfläche eines Airbus der Fluggesellschaft nach der Landung ein Gebäude.

Beim Absturz einer Air-France-Maschine zwischen Brasilien und Frankreich waren im Juni alle 228 Menschen an Bord ums Leben gekommen, unter ihnen 28 Deutsche. Die französische Luftfahrtsicherheitsbehörde BEA stellte fest, dass die Sonden "ein Faktor, aber nicht der Grund" für den Unfall waren. Die nach ihrem Erfinder benannten Pitot-Sonden sind außen am Flugzeug angebrachte Röhrchen, die den Luftstrom beziehungsweise die Geschwindigkeit messen.

Pitot-Sonde an einem Air-France-Airbus: Austausch vorgeschlagen
REUTERS

Pitot-Sonde an einem Air-France-Airbus: Austausch vorgeschlagen

Nach wiederholten Problemen mit der Geschwindigkeitsmessung bei seinen Flugzeugen hat der europäische Hersteller Airbus seine Kunden aufgefordert, Sonden des französischen Herstellers Thales gegen gängige US-Modelle auszutauschen.

Das Unternehmen habe sämtliche Luftfahrtgesellschaften angeschrieben und ihnen "empfohlen", die sogenannten Pitot-Sonden von Thales an den Flugzeugen vom Typ A330 und A340 zu wechseln, teilte Airbus am Freitag mit. Die Airlines sollten mindestens zwei der drei Sonden an jedem Flugzeug gegen die Geräte des US-Herstellers Goodrich austauschen. Dies dauere etwa zwei Stunden pro Maschine, sei also "relativ einfach und schnell".

Laut Airbus betrifft die Empfehlung ungefähr 200 von 1000 Flugzeugen. Die meisten Fluggesellschaften verwenden ohnehin Goodrich-Sonden. Air France hatte am Mittwoch einen erneuten Zwischenfall mit den Sonden bestätigt. Bei einem Flug von Rom nach Paris mit einem Airbus A320 habe es eine "Panne" gegeben, die aber nur wenige Sekunden gedauert und sich nicht auf den Flug ausgewirkt habe, erklärte das Unternehmen. Die Tageszeitung "Le Figaro" berichtete dagegen unter Berufung auf die Besatzung, die Geschwindigkeitsanzeige sei "jäh ausgefallen".

Air France hatte seine Piloten im November selbst vor Problemen mit älteren Thales-Sonden gewarnt. In einem Memo ist von etlichen Zwischenfällen die Rede, von falschen Geschwindigkeitsmessungen, unterschiedlichen Angaben auf den Kontrollschirmen von Pilot und Kopilot sowie dem Abschalten des Autopiloten.

Erst Ende April begann die Airline aber mit dem schrittweisen Austausch der Sonden bei ihren A330 und A340, wobei sie an dem französischen Hersteller festhielt.

jjc/AFP/dpa

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