Neujahr im Pyro-Smog China feiert das Jahr der Schlange

Peking versinkt im Smog, darum bat die Regierung um Zurückhaltung - vergeblich. Millionen Menschen haben das chinesische Neujahr mit reichlich Pyrotechnik gefeiert, über der Hauptstadt bildete sich eine Rauchglocke. Und das im Jahr der Schlange, die eigentlich als vernünftiges Wesen verehrt wird.

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Peking - Mit Partys und Feuerwerk haben Chinesen weltweit den Beginn des neuen Jahres gefeiert. In Chinas Hauptstadt Peking strömten um Mitternacht trotz eisiger Temperaturen Millionen Einwohner auf die Straßen, um den Jahreswechsel zu feiern - mit vielen Böllern und Raketen.

Dabei hatte die chinesische Regierung zuvor noch dazu aufgerufen, in diesem Jahr weniger Pyrotechnik zu verwenden - denn schon ohne den zusätzliche Qualm ist die Luftverschmutzung in chinesischen Städten dramatisch. Nicht ohne Grund soll sich rund jeder zweite Einwohner von Peking aus dem Staub gemacht haben: 10 Millionen hätten die Stadt über die Feiertage verlassen, berichteten die chinesischen Staatsmedien.

Wer geblieben war, den hinderte offenbar auch der Appell der Regierung nicht an der traditionellen Zündelei: In der Nacht versank Peking unter einer Rauchglocke. "Wir zünden in jedem Jahr unser Feuerwerk, und das wird in diesem Jahr nicht anders sein", sagte Lao Guo, 45 Jahre alt und Arbeiter in einem kleinen Supermarkt in Peking.

Nach dem traditionellen chinesischen Kalender endete in der Nacht zum Sonntag das Jahr des Drachen. Das Feuerwerk soll Geister vertreiben und Glück bringen. Im Fernsehen wurde eine mehrstündige Show übertragen, bei der unter anderem die kanadische Sängerin Celine Dion sowie viele chinesische Stars auftraten.

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao versprach in einer Neujahrs-Mitteilung die "energischen Maßnahmen" fortzuführen, um wirtschaftliche Reformen voranzutreiben und den Lebensstandard der Menschen zu verbessern. Auch US-Präsident Barack Obama übermittelte Neujahrsgrüße und wünschte den Chinesen auf der ganzen Welt "Frieden, Wohlstand, eine gute Gesundheit und Glück".

Traditionell zeigen sich auch die Spitzen der chinesischen Politik am Neujahrstag volksnah: Parteichef Xi Jinping, der ab März das Präsidentenamt übernehmen wird, traf sich mit Bauarbeitern. Er ist selbst im Jahr der Schlange geboren - der Zyklus der chinesischen Tierkreiszeichen wiederholt sich alle zwölf Jahre.

Schlangen gelten in China als klug, tiefsinnig und logisch denkend. Unter ihrer ruhigen Oberfläche soll Wachsamkeit, manchmal jedoch auch Unberechenbarkeit lauern.

usp/dpa/Reuters



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Rahvin 10.02.2013
1.
Schlange - vernünftiges Wesen. Noch ein bisschen Klima killen, ein paar Kinder mehr auf die Welt bringen, ein paar Atomsprengköpfe und -kraftwerke bauen, fette Autos fahren, Wanderarbeiter ausbeuten, Drittweltstaaten als Rohstofflieferanten acquirieren, die Weltpolitik beim Thema Menschenrechte ausbremsen - da macht das bisschen Feuerwerk doch nichts mehr. Das einzige, das helfen würde, wäre die Wiedereinführung der kompletten Totalitarität, die dem konfuzianistischen Weltbild ohnehin eher entspricht als Demokratie... Die Chinesen wollen einfach nicht aus den Erfahrungen anderer lernen. Immer schön die gleichen Fehler machen. Und am Ende sind andere schuld. Ein Trauerspiel. Frohes Neues.
nutzernamenutzername 10.02.2013
2. .
Zitat von sysopGetty ImagesPeking versinkt im Smog, darum bat die Regierung um Zurückhaltung - vergeblich. Millionen Menschen haben das chinesische Neujahr mit reichlich Pyrotechnik gefeiert, über der Hauptstadt bildete sich eine Rauchglocke. Und das im Jahr der Schlange, die eigentlich als vernünftiges Wesen verehrt wird. http://www.spiegel.de/panorama/neujahr-in-china-millionen-chinesen-feiern-jahr-der-schlange-a-882435.html
Lieber Autor, die Menschen aus Peking machen sich nicht wegen des Smogs "aus dem Staub", sondern weil man am Neujahrsfest traditionell zur Familie in der Heimat zurückkehrt. Viele Pekinger sind in dem Sinne Zugezogene.
tpro, 10.02.2013
3.
Zitat von sysopGetty ImagesPeking versinkt im Smog, darum bat die Regierung um Zurückhaltung - vergeblich. Millionen Menschen haben das chinesische Neujahr mit reichlich Pyrotechnik gefeiert, über der Hauptstadt bildete sich eine Rauchglocke. Und das im Jahr der Schlange, die eigentlich als vernünftiges Wesen verehrt wird. http://www.spiegel.de/panorama/neujahr-in-china-millionen-chinesen-feiern-jahr-der-schlange-a-882435.html
"...mit reichlich Pyrotechnik gefeiert, über der Hauptstadt bildete sich eine Rauchglocke. Und das im Jahr der Schlange, die eigentlich als vernünftiges Wesen verehrt wird." SPON erklärt der Welt wieder einmal, was gut und böse ist, was man darf und was nicht.
hugo1983 10.02.2013
4. Nicht gleich den Teufel an die Wand malen
1. Ja stimmt, China (Peking) hat ein Smogproblem. Jedoch nicht 24/7. Grade geht ein leichter Wind und ich kann sogar die Berge sehen. Wen die Verschmutzung interessiert, schaue hier: http://iphone.bjair.info/ 2. Sind die Menschen nicht wegen den Smog abgehauen. Chinese New Year ist wie deutsches Weihnachten. Man faehrt nach Hause zu seiner Familie. Peking wirkt daher fast wie Ausgestorben, kleine Geschaefte und Lokale haben geschlossen. Viele koennen nur einmal im Jahr zu ihren Verwandten in die Provinzen fahren und nutzen diese Zeit. Wenn man sich anschaut, wie Peking gewachsen ist in den letzten 20, bzw 40 Jahren, kann man sich Vorstellen, dass viele Menschen nach Peking zwecks Arbeit kommen. 3. Einmal im Jahr kann man fuer das gebotene Feuerwerk die Pollution ignorieren. Das muss man mal miterlebt haben, was die in den Himmel blasen! Gruesse aus China
HansGusto 10.02.2013
5.
Zitat von hugo19831. Ja stimmt, China (Peking) hat ein Smogproblem. Jedoch nicht 24/7. Grade geht ein leichter Wind und ich kann sogar die Berge sehen. Wen die Verschmutzung interessiert, schaue hier: http://iphone.bjair.info/ 2. Sind die Menschen nicht wegen den Smog abgehauen. Chinese New Year ist wie deutsches Weihnachten. Man faehrt nach Hause zu seiner Familie. Peking wirkt daher fast wie Ausgestorben, kleine Geschaefte und Lokale haben geschlossen. Viele koennen nur einmal im Jahr zu ihren Verwandten in die Provinzen fahren und nutzen diese Zeit. Wenn man sich anschaut, wie Peking gewachsen ist in den letzten 20, bzw 40 Jahren, kann man sich Vorstellen, dass viele Menschen nach Peking zwecks Arbeit kommen. 3. Einmal im Jahr kann man fuer das gebotene Feuerwerk die Pollution ignorieren. Das muss man mal miterlebt haben, was die in den Himmel blasen! Gruesse aus China
Interessanter Link. Danke.
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