Neuntes Opfer Mysteriöser Killer schlägt wieder zu

Der Mörder türkischer Kleinunternehmer hat zwei Tage nach seiner jüngsten Tat wieder zugeschlagen: Sein neuntes Opfer wurde der 21-jährige Betreiber eines Internetcafés in Kassel. Die Ermittler sind weiter ratlos.


Kassel - Die rätselhafte Mordserie an Kleinunternehmern nimmt kein Ende. Das neunte, wie die meisten anderen ebenfalls türkischstämmige Opfer wurde von dem Serientäter erschossen, teilte die Kasseler Polizei heute mit. Dies habe die Untersuchung der Projektile beim Bundeskriminalamt ergeben. Nur zwei Tage vorher hatte der Täter in Dortmund einen Kioskbesitzer erschossen.

Bis auf einen Griechen handelte es sich bei den Opfern der seit September 2000 laufenden Mordserie ausschließlich um gebürtige Türken. In allen Fällen wurden die Opfer mit einer tschechischen Pistole der Marke Ceska, Typ 83, Kaliber 7,65 Millimeter getötet. Bei zwei Taten wurde ferner eine Pistole unbekannten Typs mit dem Kaliber 6,35 Millimeter eingesetzt.

Bislang haben die Ermittler der Soko "Bosporus" keine Spur zum Hintergrund der Taten, hilfreiche Querverbindungen zwischen den Taten oder zwischen den Opfern gibt es ebenfalls nicht.

Bei dem Mord in Kassel ging der Täter wie auch in den vorherigen Fällen eiskalt vor: Laut Polizei wurde das Opfer am Nachmittag erschossen, während sich in dem Internet-Café noch zwei Jugendliche und ein 35-jähriger Mann befanden. Der 35-Jährige gab an, ein "dumpfes Knallgeräusch" gehört zu haben, dem er aber zunächst keine Bedeutung beigemessen habe.

Auch in den anderen Mordfällen wurden die Opfer meist am Tag in ihren Geschäften erschossen. Die Tatorte liegen außer in Kassel und Dortmund in Nürnberg (drei Fälle), München (zwei Fälle), Hamburg und Rostock.

str/AFP/AP


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