Vulkanausbruch in Neuseeland Premierministerin Ardern hält Vermisste für tot

Fünf Menschen sind bei dem Vulkanausbruch auf einer Insel vor der Küste Neuseelands gestorben, acht weitere gelten als vermisst. Premierministerin Jacinda Ardern hat aber keine Hoffnung, sie lebend zu finden.
Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat keine Hoffnung mehr, die Vermissten lebend zu finden

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat keine Hoffnung mehr, die Vermissten lebend zu finden

Foto: Mark Baker/AP

Nach dem Vulkanausbruch auf einer kleinen Insel vor der Küste Neuseelands gelten noch acht Menschen als vermisst. Premierministerin Jacinda Ardern sagte bei einer Pressekonferenz im Küstenstädtchen Whakatane auf der neuseeländischen Nordinsel, dass man die Vermisstenfür tot halte. Bei den möglichen Opfern handele sich um Neuseeländer sowie um Touristen aus Australien, Großbritannien, China, Malaysia und den USA.

31 Menschen wurden am Tag nach dem plötzlichen Ausbruch des Vulkans von White Island im Krankenhaus behandelt, wie die Polizei mitteilte. Bereits zuvor war bestätigt worden, dass fünf Menschen ums Leben kamen.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat nach Angaben eines Sprechers keine Erkenntnisse, dass Deutsche unter den Toten sind. Aber: "Wir müssen davon ausgehen, dass Deutsche unter den Verletzten sind", sagte ein Sprecher. Inzwischen hat die Polizei eine Telefonnummer eingerichtet, unter der man sich aus dem Ausland nach dem Verbleib von Angehörigen informieren kann (+64 9105 105).

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Vulkanausbruch in Neuseeland: 3600 Meter hohe Aschewolke

Foto: MICHAEL SCHADE/EPA-EFE/REX

Die Insel knapp 50 Kilometer vor der Küste wird jährlich von etwa 10.000 Touristen mit dem Boot besucht. Ardern sagte, zur Zeit des Vulkanausbruchs seien zwei Gruppen auf der Insel gewesen. Eine Gruppe habe in Sicherheit gebracht werden können, die andere sei zu nahe am ausbrechenden Krater gewesen. Bei Luftaufklärungsflügen über Nacht habe es keine Anzeichen von Überlebenden gegeben, sagte sie.

Überlebende erlitten teils schwere Verbrennungen

Der Vulkan der von den Maori-Ureinwohnern Te Puia O Whakaari genannt wird, "der dramatische Vulkan", brach nach Polizeiangaben am frühen Nachmittag um 14.11 Uhr Ortszeit aus. Steine und Asche seien bis zu 3,6 Kilometer hoch in die Luft geschleudert worden.

Bis zum Abend konnten zunächst 23 Menschen von der Insel gebracht werden. Fünf von ihnen erlagen nach Polizeiangaben aber ihren schweren Verletzungen. Auch einige der 18 Überlebenden erlitten demnach schwere Verbrennungen.

Die Suche nach den Vermissten wurde bei Einbruch der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen unterbrochen. "Die Insel ist instabil, es besteht die Gefahr weiterer Eruptionen", sagte Vizepolizeichef John Tims. Darum sei es für Polizisten und Rettungskräfte vorerst zu gefährlich, die Insel zu betreten.

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Obwohl die Retter keine Hoffnungen haben, die Vermissten noch lebend zu finden, will das neuseeländische Militär bei Tagesanbruch einen weiteren Sucheinsatz starten. Die Polizei bemüht sich nach eigenen Angaben zudem darum, die genaue Zahl der Todesopfer herauszufinden.

Videobilder der Eruption

Auf Livebildern des Vulkans war zu sehen gewesen, dass sich eine Gruppe von Besuchern nur wenige Sekunden vor dem Ausbruch am Boden des Kraters aufgehalten hatte. Mehr als ein halbes Dutzend Menschen lief innerhalb des Kraterrands, als der Vulkan plötzlich ausbrach. Dann wurde das Bild dunkel.

Der Tourist Michael Schade, der sich gerade noch rechtzeitig von der Insel in Sicherheit bringen konnte, veröffentlichte in sozialen Netzwerken Fotos und Videos von der mit Asche bedeckten Insel und der riesigen Aschewolke über dem Vulkankrater. Er fotografierte auch Touristen, die an der Küste der Insel auf Rettung warteten, und einen völlig verdreckten, offenbar kaputten Hubschrauber.

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Die Firma Volcanic Air teilte mit, kurz vor dem Ausbruch sei einer ihrer Hubschrauber mit vier Passagieren und einem Piloten auf der Insel gelandet. Sie hätten aber alle überlebt und seien von Touristenbooten in die Stadt Whakatane an der Küste gebracht worden, sagte ein Unternehmenssprecher.

Der Vulkan auf White Island ist der aktivste Vulkan Neuseelands. Den letzten Ausbruch gab es 2016. Die Nationale Katastrophenschutzbehörde stufte den Vulkanausbruch am Montag als von mittlerer Stärke ein.

wit/hba/dpa/AFP