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Vulkanausbruch in Neuseeland: 3600 Meter hohe Aschewolke

Foto: MICHAEL SCHADE/EPA-EFE/REX

Vulkanausbruch in Neuseeland Polizei hat keine Hoffnung mehr auf Überlebende

Mindestens fünf Menschen wurden getötet, mehr als 20 gelten als vermisst: Nach dem Ausbruch des Whakaari glaubt die Polizei nicht mehr daran, noch Überlebende auf der Insel White Island zu finden.

Die Polizei in Neuseeland vermutet nach dem Ausbruch des Vulkans Whakaari auf der Insel White Island, dass es dort keine Überlebenden mehr gibt. Nach mehreren Erkundungsflügen mit Flugzeugen und Hubschraubern sagte ein Sprecher: "An keinem Ort sind Lebenszeichen gesichtet worden. Auf Grundlage der vorliegenden Informationen glauben wir nicht, dass sich auf der Insel noch Überlebende befinden."

Alle Menschen, die lebend von der Vulkaninsel gerettet werden konnten, seien bereits "bei der Evakuierung" in Sicherheit gebracht worden, hieß es. Bisherigen Angaben zufolge wurden bei dem Ausbruch mindestens fünf Menschen getötet. Mehr als 20 werden noch vermisst. Mindestens sieben Touristen seien schwer verletzt worden, teilten die Behörden mit.

Die Insel knapp 50 Kilometer vor der Küste wird jährlich von etwa 10.000 Ausflüglern mit dem Boot besucht. Inzwischen richtete die Polizei eine Telefonnummer ein, unter der man sich aus dem Ausland nach dem Verbleib von Angehörigen informieren kann (+64 9105 105). Nach Angaben des Auswärtigen Amtes befinden sich nach derzeitigem Kenntnisstand keine Deutschen unter den Toten. Aber: "Wir müssen davon ausgehen, dass Deutsche unter den Verletzten sind", hieß es dazu aus dem Ministerium in Berlin.

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Vulkanausbruch in Neuseeland: 3600 Meter hohe Aschewolke

Foto: MICHAEL SCHADE/EPA-EFE/REX

Der Vulkan der von den Maori-Ureinwohnern Te Puia O Whakaari genannt wird, "der dramatische Vulkan", brach nach Polizeiangaben am frühen Nachmittag um 14.11 Uhr Ortszeit aus. Steine und Asche seien bis zu 3,6 Kilometer hoch in die Luft geschleudert worden.

Zu diesem Zeitpunkt seien etwa 50 Menschen auf der Insel oder in der Nähe gewesen, teilte die Polizei mit. Nach Angaben der neuseeländischen Regierungschefin Jacinda Ardern waren darunter auch Touristen, die sowohl aus Neuseeland als auch aus dem Ausland kamen.

Bis zum Abend konnten zunächst 23 Menschen von der Insel gebracht werden. Fünf von ihnen erlagen nach Polizeiangaben aber ihren schweren Verletzungen. Auch einige der 18 Überlebenden erlitten demnach schwere Verbrennungen.

Die Suche nach den Vermissten wurde bei Einbruch der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen unterbrochen. "Die Insel ist instabil, es besteht die Gefahr weiterer Eruptionen", sagte Vizepolizeichef John Tims. Darum sei es für Polizisten und Rettungskräfte vorerst zu gefährlich, die Insel zu betreten.

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Obwohl die Retter keine Hoffnungen haben, die Vermissten noch lebend zu finden, will das neuseeländische Militär bei Tagesanbruch einen weiteren Sucheinsatz starten. Die Polizei bemüht sich nach eigenen Angaben zudem darum, die genaue Zahl der Todesopfer herauszufinden.

Auf Livebildern des Vulkans war zu sehen gewesen, dass sich eine Gruppe von Besuchern nur wenige Sekunden vor dem Ausbruch am Boden des Kraters aufgehalten hatte. Mehr als ein halbes Dutzend Menschen lief innerhalb des Kraterrands, als der Vulkan plötzlich ausbrach. Dann wurde das Bild dunkel.

Eine "erhebliche Zahl" der betroffenen Touristen kam offenbar aus Australien, wie Behördenvertreter in Canberra sagten. Einige waren zudem Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Ovation of the Seas", die einen Tagesausflug zu der Vulkaninsel unternommen hatten, wie der Chef des neuseeländischen Kreuzfahrtverbands, Kevin O'Sullivan, sagte.

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Der Tourist Michael Schade, der sich gerade noch rechtzeitig von der Insel in Sicherheit bringen konnte, veröffentlichte in Onlinenetzwerken Fotos und Videos von der mit Asche bedeckten Insel und der riesigen Aschewolke über dem Vulkankrater. Er fotografierte auch erschütterte Touristen, die an der Küste der Insel auf Rettung warteten, und einen völlig verdreckten, kaputten Hubschrauber.

Die Firma Volcanic Air teilte mit, kurz vor dem Ausbruch sei einer ihrer Hubschrauber mit vier Passagieren und einem Piloten auf der Insel gelandet. Sie hätten aber alle überlebt und seien von Touristenbooten in die Stadt Whakatane an der Küste gebracht worden, sagte ein Unternehmenssprecher.

Der Vulkan auf White Island ist der aktivste Vulkan Neuseelands. Den letzten Ausbruch gab es 2016. Die Nationale Katastrophenschutzbehörde stufte den Vulkanausbruch am Montag als von mittlerer Stärke ein.

wit/dpa/AFP
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