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Nico Rosberg: "Ein Fan der Frauen-Nationalmannschaft"

Foto: HEINO KALIS/ REUTERS

Nico Rosberg "Ich bin ein Fan von der Frauen-Nationalmannschaft"

Die Frauen-Fußball-WM gucken? Warum nicht, "man schaut doch auch die Paralympics", so wurde Nico Rosberg zitiert. Es hagelte Kritik. Jetzt veröffentlichte der Formel-1-Fahrer ein Gesprächsprotokoll. Es zeigt: Rosberg wurde falsch interpretiert. Der Macho war ein anderer.

Hamburg - "Liebe Fans und Freunde", beginnt Nico Rosberg seine Mitteilung auf seiner Homepage. Er wolle etwas klarstellen: "Ich bin ein Fan von der Frauen-Nationalmannschaft und werde mitfiebern."

Es war nur ein Satz, ein kurzer Vergleich, der Rosberg viel Kritik eingebracht hatte. Auf die Frage, ob er sich ein Spiel der WM anschauen werde, soll der Formel-1-Fahrer gegenüber Journalisten gesagt haben: "Man schaut doch auch Paralympics - Menschen, die nicht ganz so große Leistungen bringen können."

So meldete es der Sportinformationsdienst, so schrieben es viele Medien, und auch SPIEGEL ONLINE zitierte Rosberg mit diesen Worten. Damit war ihm ein Platz auf der Liste der größten Machosprüche zur Frauen-WM sicher. Nationalspielerin Saskia Bartusiak sagte am Dienstag: "Ich finde den Spruch peinlich. Das zeigt, dass er nicht so viel Ahnung hat."

Doch Rosberg wollte die Kritik nicht auf sich sitzen lassen und veröffentlichte auf seiner Internetseite  die Abschrift des Tonbands, das vergangene Woche in der Presserunde aufgenommen worden war, in der das Zitat fiel.

Auf die Frage eines Journalisten, ob er wisse, dass die WM am Wochenende beginnt, sagte Rosberg demnach: "Ich verfolge das natürlich auch. Ich werde vor dem Fernseher stehen, wenn sie im Finale sind."

Der Journalist hakte laut der Abschrift nach, wollte wissen, ob Rosberg auch eine Formel 1 nur für weibliche Fahrer akzeptieren würde. "Boah, was soll ich jetzt darauf antworten?", meint Rosberg.

Dem Protokoll zufolge setzte sich die Unterhaltung so fort:

Journalist A: Das ist ja die kritische Frage, was soll ich mit Frauen-Fußball anfangen? Oder was soll ich überhaupt mit Frauen-Sport anfangen?

Journalist C: Frauen überhaupt?

Journalist: Nein, nein, nein. Aber verstehst du die Frage: Was hat Frauen-Sport überhaupt für eine Berechtigung?

Die Gruppe: Boah!!!

Journalist D: Jetzt outet sich hier aber jemand.

Journalist A: Ich will doch beim Sport die denkbar beste Leistung erleben. Wenn eine Frau von der Grund-Konstitution her weniger Leistung bringen kann, interessiert mich das schon nicht. Nicht weil sie eine Frau ist, sondern weil die Leistung nicht spitze ist...

Journalist C: Hast du einmal Männer-Kunstschwimmen gesehen?

Journalist A: Das geht ja auch vice versa.

Journalist im Hintergrund: Ich glaube, das haben einmal zwei Schwuchteln versucht...

Nico Rosberg: Aber es gibt doch auch Paralympics, die man sich auch ansieht. Das ist doch so, dass dort ein Mensch nicht die ganz große Leistung bringen kann, aber unter sich sind sie alle ähnlich, und deswegen ist es trotzdem spannend.

Journalist A: Sehr guter Einwand.

Journalist im Hintergrund: Frauen sind eigentlich grundsätzlich behindert.

Journalist A: Gute Einwände kommen nur, wenn Fragen pushy waren. Ja. Jetzt schreiben wir: Rosberg findet Frauen-Fußball wie Paralympics. (Allgemeines Gelächter)

Liest man das Protokoll, scheinen viele Machos in der Runde gewesen zu sein. Nico Rosberg gehörte offenbar nicht dazu.

bim