Niederlande Früherer Samenbank-Chef ist Vater von mindestens 49 Kindern

Der verstorbene Direktor einer niederländischen Kinderwunschklinik hat sein Sperma verwendet, statt das des Wunsch-Spenders: Nun wurde bekannt, dass er auf diese Weise mindestens 49 Kinder gezeugt hat.

Präparierte Eizellen (Symbolbild)
picture alliance / dpa

Präparierte Eizellen (Symbolbild)


Der frühere Direktor einer Samenbank in den Niederlanden ist der Vater von mindestens 49 Kindern, die nach einer künstlichen Befruchtung geboren wurden. DNA-Tests hätten gezeigt, dass "49 Kinder direkte Nachfahren" des 2017 verstorbenen Arztes seien, teilte die Kinderrechte-Organisation "Defence for Children" mit. Die Ergebnisse bestätigten den Verdacht, dass der Samenbank-Chef sein eigenes Sperma verwendet habe, hieß es.

Im Mai 2017 war bekannt geworden, dass der im Alter von 89 Jahren verstorbene Reproduktionsmediziner vermutlich der Vater von zahlreichen Kindern ist, die nach einer In-Vitro-Fertilisation geboren wurden.

Mehrere Eltern und Kinder hatten dem Arzt seit langem vorgeworfen, in seiner Klinik nicht das Sperma des gewünschten Spenders, sondern sein eigenes Sperma verwendet zu haben, und hatten vor Gericht einen DNA-Abgleich gefordert. Ihr Anwalt hatte mehrere Ungereimtheiten angeführt. So habe ein Kläger braune Augen, obwohl der angebliche Samenspender blauäugig gewesen sei. Ein anderer Mandant ähnele dem Samenbank-Direktor sehr.

Sperma auch an andere Krankenhäuser weitergegeben

Bei einem Abgleich mit der DNA eines anerkannten Kindes des Arztes war bereits in 19 Fällen eine Übereinstimmung festgestellt worden.

Seine Angehörigen lehnten Vaterschaftstests unter Verweis auf ihre Privatsphäre ab. Im Februar entschied ein niederländisches Gericht, dass die DNA-Ergebnisse den Betroffenen zur Verfügung gestellt werden müssen.

Nach Jahren der Ungewissheit könnten die Kläger dieses Kapitel nun endgültig abschließen und sich damit auseinandersetzen, dass sie einer von vielen Nachkommen des Arztes seien, sagte Iara de Witte von "Defence for Children". Der Organisation zufolge ist es wahrscheinlich, dass er noch mehr Kinder gezeugt hat. Sperma aus seiner Klinik sei auch an andere Krankenhäuser weitergegeben worden.

Einer seiner Nachkommen, Eric Lever, sagte der niederländischen Tageszeitung "NRC", er sei nicht wütend auf seinen biologischen Vater. "Ich empfinde es nicht so, dass er meine Mutter betrogen hat. Sie wollte wirklich ein Kind und konnte es mit meinem Vater nicht kriegen."

Vor seinem Tod soll der Direktor eingeräumt haben, dass er mehr als 60 Kinder in seiner Klinik zeugte. Später habe er zudem zugegeben, dass er Sperma verschiedener Spender vermischt und Unterlagen von Spendern gefälscht habe, berichtete "NRC".

Der Arzt arbeitete in den Siebzigerjahren im Zuider-Krankenhaus in Rotterdam. 1979 kündigte er dort und gründete im nahe gelegenen Barendrecht seine eigene Kinderwunschklinik. 2009 wurde seine Klinik wegen Unregelmäßigkeiten geschlossen.

kry/AFP



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